'Ergebnismaschinerie' stockt

BVB noch einmal unter Druck 18.12.2025, 15:44 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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DORTMUND (dpa-AFX) - Sieg oder Krise: Borussia Dortmund steht vor einem richtungsweisenden Jahresfinale. Im brisanten Prestigeduell mit Borussia Mönchengladbach dürfte sich am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) entscheiden, wie die Stimmung über Weihnachten und den Jahreswechsel wird. Nicht nur Trainer Niko Kovac ahnt, dass ohne einen Sieg dicke Luft droht.

"Wir möchten das letzte Spiel des Jahres 2025 unbedingt gewinnen, das ist unsere Ambition, unser Ziel. Dafür müssen wir das Stadion anzünden", sagte der zuletzt spürbar empfindlich gewordene Kovac am Donnerstag. Die Stimmung rund um den BVB ist dem Chefcoach zu negativ. "Ich glaube schon, dass wir eine richtig gute Entwicklung genommen haben, dass wir uns Stabilität erarbeitet haben."

Unruhe wächst

Tatsächlich stehen die Dortmunder deutlich besser da als noch vor Jahresfrist unter seinem Vorgänger Nuri Sahin, der zu Beginn des Jahres gehen musste. Bislang 29 Punkte nach 14 Spielen sind die beste Ausbeute seit vier Jahren. Der Kurs des Tabellendritten zeigt klar in Richtung Champions League. Nur schwingt beim BVB, der halt auch schon wieder neun Zähler hinter dem FC Bayern liegt, auch immer ein 'Aber' mit.

Denn die "Ergebnismaschinerie" BVB, wie Gladbach-Coach Eugen Polanski den Widersacher vom Freitag nannte, ist ins Stocken geraten. Nicht nur Polanski hat in Dortmund eine gewisse "Unruhe von außen" ausgemacht. Nur drei Siege aus den vergangenen neun Pflichtspielen haben Wirkung gezeigt.

Tatsächlich ist die Nervosität am Borsigplatz kurz vor dem Jahresende spürbar größer, es gibt Querschüsse und vermehrt interne Kritik. Nach dem 2:0 gegen 1899 Hoffenheim beklagte Julian Brandt den Spielansatz in jener Partie. Nach der 2:2-Blamage in der Champions League gegen den norwegischen Vizemeister Bodö/Glimt holte Abwehrchef Nico Schlotterbeck gar zu einem Rundumschlag gegen die Mitspieler aus.

Sammer beklagt "zu viel Harmoniebedürftigkeit"

Die BVB-Bosse reagierten darauf nach außen gelassen, diskutieren intern aber sehr wohl über die Außendarstellung. Auch die öffentlichkeitswirksame Kritik des externen Beraters Matthias Sammer, der "zu viel Harmoniebedürftigkeit" beim BVB monierte, zeigte Wirkung. Medienberichten über angebliche clubinterne Kritik an Sportdirektor Sebastian Kehl und Sportchef Lars Ricken treten die Bosse vehement entgegen. Der neue Clubchef Carsten Cramer betont aktuell gerne die Einigkeit in der Führungsriege.

Gladbachs Sportchef Rouven Schröder wähnt in der aktuellen Gemengelage auch in Dortmund, wo die niederrheinische Borussia zuletzt elfmal am Stück verlor, "immer eine Chance, auch da zu bestehen". Die Gladbacher haben registriert, dass Dortmund zuletzt auch daheim anfällig war. Einige späte Gegentore sorgten für Punktverluste.

Remis-Könige aus Dortmund

"Wenn du nicht gewinnen kannst, darfst du nicht verlieren", sagte BVB-Coach Kovac zu mehreren Unentschieden zuletzt. Fünf an der Zahl bislang sind aber vielleicht etwas viel für einen Club wie den BVB. Kein anderes Team in der Liga spielte öfter unentschieden als die Dortmunder.

"Wir könnten sicherlich den ein oder anderen Punkt mehr haben", räumte Kovac ein. "Ich bin trotzdem mit der Entwicklung der Mannschaft zufrieden." Die Bewertung seiner Arbeit nach fast elf Monaten im Amt will er sich nicht durch einen erneuten Rückschlag am Freitag negativ beeinflussen lassen./lap/DP/men

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