IAB-Prognose

Wenig Wachstum und größerer Fachkräftemangel 24.03.2026, 12:04 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nach einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kaum vom Fleck kommen. Die Nürnberger Arbeitsmarkt- und Konjunkturexperten gehen von einem Wachstum in Höhe von 0,8 Prozent aus. Gegenwind komme vor allem von geopolitischen Risiken wie dem Iran-Krieg, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Allein die Folgen des Kriegs im Nahen Osten lasse das Wachstum um 0,2 bis 0,3 Punkte geringer ausfallen, schreiben die IAB-Experten. Negativ wirke auch die Demografie: Das Erwerbspersonenpotenzial, also die Personen, die grundsätzlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sinkt erstmals um 40.000 auf 48,62 Millionen - der Fachkräftemangel wird durch den Renteneintritt der Babyboomer-Jahrgänge verschärft.

Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresdurchschnitt um 40.000 steigen - der Anstieg werde jedoch nur in der ersten Jahreshälfte wirksam. In der zweiten Hälfte könne es zu einem leichten Rückgang kommen.

Neue Jobs gebe es fast ausschließlich bei öffentlichen Dienstleistern, im Gesundheitsbereich und in der Erziehung. In der Industrie schrumpfe die Beschäftigung dagegen weiter. "Der Iran-Krieg und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen und Handelsstörungen belasten die Beschäftigungsentwicklung in der Industrie zusätzlich", sagte IAB-Forscher Enzo Weber. Allein in diesem Sektor gehen der Prognose zufolge 140.000 Arbeitsplätze verloren.

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