Anzeige
+++Lithium-Geheimtipp: Milliardenkonzern Sibanye startet Europas Lithium-Mine – profitiert jetzt dieser Nachbar?+++
IPO/ROUNDUP 2

Panzerbauer KNDS legt Börsengang auf Eis 02.07.2026, 11:30 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Rheinmetall 1.086,80 EUR +2,96 % TTMzero RT
HENSOLDT 74,43 EUR +4,92 % Lang & Schwarz
RENK Group 46,16 EUR +3,88 % Lang & Schwarz

(Mehr Details)

AMSTERDAM/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS lässt seine Börsenpläne überraschend ruhen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktschwankungen werde der Börsengang erst unter besseren Marktbedingungen fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die "Financial Times" berichtet, dass die Eigentümer Probleme hätten, Investoren von der geplanten Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu überzeugen. Zu Beginn des Jahres war laut "FT" sogar noch eine Bewertung von 18 bis 20 Milliarden Euro im Gespräch.

Die Aktien des Herstellers des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000 sollten an den Börsen in Frankfurt und Paris platziert werden, wie das Unternehmen erst vor einer Woche mitgeteilt hatte. Es hätte einer der größten europäischen Börsengängen im Verteidigungssektor der vergangenen Jahre werden können.

Rüstungsbranche an der Börse unter Druck

Zuletzt hatte sich das Umfeld für Rüstungsaktien an der Börse allerdings eingetrübt. So verloren die Aktien des Konkurrenten Rheinmetall DE0007030009 stark an Wert: Der Wert eines Anteilsscheins der Düsseldorfer Waffenschmiede halbierte sich in einem Dreivierteljahr, zog dann aber wieder etwas an. Andere Firmen aus der Rüstungsbranche kamen an der Börse ebenfalls unter Druck, etwa der Elektronik-Konzern Hensoldt DE000HAG0005 und der Panzergetriebe-Lieferant Renk DE000RENK730.

"KNDS und seine Anteilseigner werden die Bedingungen an den Kapitalmärkten weiterhin genau beobachten und sind bereit, den Börsengang wieder aufzunehmen, sobald die Marktbedingungen das erlauben", erklärte KNDS.

Vorausgegangen war eine Einigung zwischen der deutschen und der französischen Regierung über die künftige Eigentümerstruktur des Unternehmens. Danach erwerben die Bundesrepublik Deutschland und der französische Staat jeweils einen Anteil von 40 Prozent an KNDS. Die verbleibenden 20 Prozent sollten im Zuge des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden. Rheinmetall wollte sich früher einmal bei KNDS einkaufen, scheiterte aber mit diesem Vorhaben.

Bund bekräftigt gemeinsames Projekt

Als Reaktion auf die geänderten Pläne von KNDS teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit, man respektiere die Entscheidung des Unternehmens, den Börsengang anzuhalten. "Wir sind weiter daran interessiert, gemeinsam mit den französischen Partnern das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führen." Die vorausgegangenen Verhandlungen samt Einigung zwischen Berlin und Paris sicherten "den Schutz der beiderseitigen Sicherheitsinteressen auf Augenhöhe", so das Bundeswirtschaftsministerium. "Diese Verhandlungen fußten auf der Erwartung eines erfolgreichen Börsengangs, den das Unternehmen weiterhin in Betracht zieht."

Politisches Ringen um europäischen Waffenkonzern

KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter, das Kürzel geht auf KMW Nexter Defense Systems zurück. Aktuell befindet sich KNDS jeweils zur Hälfte im Eigentum der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann sowie des französischen Staates. Der Konzern beschäftigt gut 11.000 Menschen und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Sitz der übergeordneten Finanzholding ist Amsterdam, die deutsche Zentrale sitzt in München und die französische bei Paris.

Der Zusammenschluss der beiden Firmen war auch politisch wichtig: Die Fusion sollte zeigen, dass ein europäischer Waffenkonzern möglich ist, der nicht von nationalen Eigeninteressen dominiert ist. Das aber entpuppte sich bei KNDS als Wunschdenken: Weil kein Anteilseigner die Mehrheit hatte, entstand eine Art Pattsituation und die beiden Firmen - also die französische und die deutsche Tochterfirma der Amsterdamer Holding - gingen weiter ihre eigenen Wege. Das französische KNDS setzte weiter auf Kampfpanzer, obwohl sein Modell Leclerc alles andere als ein Verkaufserfolg war.

Beide Firmen entwickelten weiter eigene Waffensysteme, wie kürzlich auf der Pariser Rüstungsschmiede deutlich wurde: Dort präsentierte KNDS France einen neuen Kampfpanzer namens Capint mit einer Kanone im 140-Millimeter-Kaliber, dieser Panzer soll an die französische Armee verkauft werden und Nachfolger des Leclerc werden. Direkt daneben stand die modernste Variante des Leopard-Kampfpanzers (2A8) mit einem 120-Millimeter-Kaliber, dieser Stahlkoloss ist von KNDS Deutschland. Zumindest ein wenig arbeiten die Firmen doch zusammen: Die Wanne des Capint kommt von KNDS Deutschland.

Dass der Börsengang von KNDS kein Rohrkrepierer werden muss, wie man nach der aktuellen Planänderung denken könnte, zeigt das Beispiel Renk: Diese Firma, die mehr als 4000 Getriebe für Leopard-Kampfpanzer fabriziert hat, sollte im Herbst 2023 an die Börse. Doch kurz vorher wurde der Börsenstart abgesagt, auch dies wurde mit einem verschlechterten Marktumfeld begründet. Vier Monate später wagte sich die Augsburger Firma dann doch noch aufs Börsenparkett.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter aufwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 6,68
Hebel: 20,20
mit starkem Hebel
Ask: 21,70
Hebel: 5,33
mit kleinem Hebel
Smartbroker
UBS
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: WA76ZR UP7ZPR. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer