Iran-Krieg, Zölle, Kosten - Industrie warnt vor Dauerkrise 20.04.2026, 08:14 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
SAP 150,52 EUR -2,30 % L&S Exchange
Siemens 242,20 EUR -1,66 % L&S Exchange
Microsoft 355,50 EUR -1,00 % Baader Bank

Die Industrie fordert auf der Hannover Messe von der Bundesregierung spürbare Reformen. "An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen", sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bertram Kawlath, zum Auftakt der Hannover Messe. "Der Reformstau muss endlich aufgelöst werden", forderte der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel.

Wenn die Politik in Brüssel und Berlin jetzt nicht umsteuere, werde der langfristige Schaden in der Industrie nicht mehr behebbar sein, warnte Kawlath. "Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht." Angesichts der vielen Belastungen, zuletzt nochmals erhöht durch die Folgen des Iran-Kriegs und der US-Zollpolitik, brauche es eine echte Kehrtwende. "Unser Standort ist zu teuer und unflexibel, das lässt sich mit keinem Fleiß und keinem Erfindergeist mehr kompensieren."

Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die Sozialversicherungsbeiträge gedeckelt und die Regeln für die Wochenarbeitszeit gelockert werden. Und auch das Rentenalter sollte mit der Lebenserwartung steigen, forderte Kawlath. "Die Politik muss den Mut haben, allen etwas abzuverlangen." Bisher würden die Reformen viel zu zaghaft angegangen. "Hinzu kommen neue Belastungen, die unsere Mitglieder zur Verzweiflung bringen."

Iran-Krieg bremst Stimmung

Dabei hatte sich die Stimmung der Unternehmen bis Ende 2025 nach und nach verbessert. "Im ersten Quartal 2026 drehte sich der Wind dann aber wieder", berichtet Kawlath. "Die Risiken des Iran-Krieges, US-Zölle, dauerhaft erhöhte Energiepreise, eine allgemein höhere Inflation und Störungen in den Lieferketten heizen die nach wie vor hohe Unsicherheit weiter an."

Für 2026 geht der VDMA aber weiter von einer leichten Erholung und einem Plus bei der Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent aus. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion - vorausgesetzt allerdings, die Lage im Iran normalisiert sich bis Mitte des Jahres.

Rüstung als Chance

Hoffnung machen der Industrie die geplanten Milliardeninvestitionen in Verteidigung. Die Maschinen- und Anlagenbauer würden zwar nicht selbst Waffen herstellen, könnten aber als Ausrüster helfen, die Produktion hochzufahren, sagte Kawlath. Aktuell mache die Branche geschätzt etwa zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in diesem Bereich. Das, so die Prognose des Verbands, lasse sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln.

Weiteren Schub erwarten die Fabrikausrüster auch von den Trends zu Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern. "Technologisch herrscht Aufbruchstimmung", sagte ZVEI-Chef Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien hier eine große Chance. VDMA-Chef Kawlath: "Jetzt entscheidet sich, ob Europa Gestalter eines neuen industriellen Ökosystems wird - oder vor allem Anwender fremder Technologien."

Mehr als 3.000 Aussteller dabei

Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen bis Freitag auf der Hannover Messe ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung.

Vertreten sind auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft US5949181045, SAP DE0007164600 und Siemens DE0007236101. Hinzu kommen Mittelständler und zahlreiche Start-ups. 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 3,43
Hebel: 4
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Goldman Sachs
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: GW4WVP GW09PQ. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer