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Lufthansa stellt sich auf noch höhere Kerosinkosten ein 29.09.2026, 10:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Die Lufthansa DE0008232125 rechnet infolge des Iran-Kriegs mit noch höheren Kerosinkosten im laufenden Jahr. Man wäre froh, wenn es bei der zuletzt genannten Mehrbelastung von 1,5 Milliarden Euro bliebe, sagte Vorstandchef Carsten Spohr am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt. "Die Zahl wird höher sein, die wir am Jahresende wahrscheinlich (…) auszuweisen haben." Die gesamte Kerosinrechnung würde damit auf mehr als 8,7 Milliarden Euro steigen.

Dass der Vorstand für 2026 überhaupt noch einen operativen Gewinn etwa auf Vorjahresniveau erwartet, erklärte der Manager mit den Kürzungen bei der Hauptmarke Lufthansa und den zuletzt deutlich gestiegenen Ticketpreisen.

Bereits Anfang August hatte Spohr die Aktionäre auf einen möglichen Gewinnrückgang eingestimmt: So soll das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) nur noch 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro erreichen. Damit könnte die Lufthansa den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden unterschreiten, statt ihn wie zuvor geplant deutlich zu übertreffen.

Zugleich zeigte sich Spohr zum Ende der wichtigen Sommersaison von den Ticketverkäufen positiv überrascht. Die Nachfrage sei erstaunlich robust sagte er. Dies gelte besonders für die Premiumklassen zu denen neben der First und Business Class auch die Premium Economy zählt.

Auf der Langstrecke erziele die Lufthansa in den Premiumklassen mehr als die Hälfte ihres Umsatzes, sagte der Manager. Die Ticketnachfrage sei "praktisch unberührt von geopolitischen Risiken", die bei den Kunden sonst eher zu Zurückhaltung führten.

Allerdings bereitet Spohr die Lufthansa für 2027 auf ein weiteres Transformationsjahr mit hohen Ölpreisen vor. Er erwartet, dass weitere Airlines aufgrund der hohen Treibstoffkosten in Schwierigkeiten geraten, nachdem in den vergangenen Tagen Air Baltic aus Estland und Volotea aus Spanien Gläubigerschutz beantragt hatten.

Zu gern würde Spohr den Kerosinverbrauch durch den Einsatz von mehr neuen und sparsameren Flugzeugen drücken. Doch die Hersteller Airbus NL0000235190 und Boeing US0970231058 liefern nicht so schnell wie erwünscht, und Lufthansa muss ältere und spritdurstigere Jets etwa vom Typ Airbus A340 länger in Betrieb halten als geplant. Im November erwartet Spohr das erste Exemplar des derzeit größten angebotenen Airbus-Modells A350-1000.

Der erste Boeing-Großraumjet vom Typ 777X soll im ersten Quartal 2027 zur Lufthansa-Flotte stoßen, gefolgt von weiteren Maschinen des Typs - mit rund sieben Jahren Verspätung. Spohr will sich auf Boeings Ankündigungen angesichts der immer neuen Verzögerungen jedoch nicht verlassen. Für den Sommerflugplan 2027 habe die Lufthansa bisher keine einzige Boeing 777X eingeplant und setze stattdessen weiter auf die Ersatzlösung Airbus A340. Der "Plan B" sei zu "Plan A" geworden, sagte Spohr.

Allerdings erwartet die Lufthansa samt ihren Töchtern wie Swiss, Austrian, Brussels und Eurowings in den kommenden 100 Wochen insgesamt 100 neue Flugzeuge. Im laufenden Jahr sollen es insgesamt 46 Stück werden, davon 27 Maschinen für den Langstreckenverkehr.

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