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Hannover Rück hebt Dividende kräftig an - Aktie legt zu 12.03.2026, 11:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Hannover Rueck 245,10 EUR -0,04 % Lang & Schwarz

(neu: Aussagen aus Pressekonferenz zu Folgen des Irankriegs für die Hannover Rück, Schadenreserven und stille Lasten, aktualisierte Kursreaktion)

HANNOVER (dpa-AFX) - Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach seinem Rekordgewinn 2025 eine deutlich höhere Dividende zahlen. Die Ausschüttung soll von zuvor 9 auf 12,50 Euro steigen, wie der Konzern am Donnerstag anlässlich seines Geschäftsberichts mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 11,92 Euro erwartet. Für 2026 peilt Vorstandschef Clemens Jungsthöfel noch mehr Gewinn an, auch wenn durch den Krieg rund um den Persischen Golf Belastungen in unbekannter Höhe drohen. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an.

Die Hannover-Rück-Aktie legte am Morgen zeitweise um fast 4 Prozent zu. Zuletzt lag sie am Vormittag noch mit rund 2,6 Prozent im Plus bei 253,80 Euro und gehörte damit zu den stärksten Titeln im Dax . Dennoch wurde sie noch fast fünf Prozent billiger gehandelt als zum Jahreswechsel.

Größter Profiteur der höheren Dividende ist der Versicherungskonzern Talanx (HDI), dem gut die Hälfte der Hannover-Rück-Aktien gehören. Die Talanx-Aktie legte am Morgen um gut drei Prozent zu. Haupteigner von Talanx ist wiederum der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI), ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit.

Die Hannover Rück ist seit Jahren für hohe Gewinnausschüttungen bekannt. Neben der regulären Dividende hatte der Konzern wegen guter Geschäfte und dicker Kapitalpolster seit dem Geschäftsjahr 2012 fast durchweg Sonderdividenden ausgezahlt - so oft, dass Aktionäre inzwischen nahezu auf den Extra-Geldsegen zählen konnten. Die Ausschüttung für 2024 hatte sich aus sieben Euro Regeldividende und zwei Euro Sonderdividende zusammengesetzt.

Nun bricht die Hannover Rück mit ihrer langen Tradition, neben einer regulären Dividende fast in jedem Jahr eine Sonderdividende auszuschütten. Ab sofort sollen rund 55 Prozent des Konzerngewinns (nach IFRS) als Dividende an die Aktionäre gehen, wie die Konzernführung bereits im Herbst entschieden hatte.

Im vergangenen Jahr fuhr die Hannover Rück trotz der verheerenden Waldbrände in Kalifornien einen Rekordgewinn ein. Der Überschuss stieg um mehr als 13 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro, wie der Konzern schon im Februar auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt hatte. Dabei baute der Rückversicherer seine Schadenreserven weiter aus und realisierte stille Lasten in den Kapitalanlagen, sodass dort künftig weniger Verluste drohen.

Für 2026 peilt Unternehmenslenker Jungsthöfel weiterhin einen Jahresgewinn von mindestens 2,7 Milliarden Euro an, obwohl der Konzern im Schaden- und Unfallgeschäft zum 1. Januar einen weiteren Preisrückgang hinnehmen musste.

Unterdessen stellt sich der Vorstand darauf ein, dass der Krieg am Persischen Golf und im Nahen Osten bei der Hannover Rück zu Versicherungsschäden führt. Betroffen seien voraussichtlich die Spezialversicherung in den Bereichen Luftfahrt und Transport, sagte Vorstandsmitglied Sven Althoff in einer Videokonferenz mit Journalisten. Für eine Einschätzung der Belastungen sei es jedoch noch zu früh.

So finde in der Straße von Hormus derzeit praktisch kein Schiffsverkehr mehr statt, weil der Iran durchfahrende Schiffe bedroht. Die etwa 55 Kilometer breite Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Inzwischen wollen die G7-Staaten die Straße von Hormus wieder für die Handelsschifffahrt befahrbar machen, indem sie Öltanker und Frachtschiffe von Kriegsschiffen begleiten lassen.

Je nachdem, wie lange der Krieg anhalte, könnten bei der Hannover Rück auch die Warenkreditversicherung und die Deckung politischer Risiken von den Kriegsfolgen betroffen sein, erklärte Althoff./stw/tav/stk

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