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ROUNDUP 2/Hoffnung für 2026

Wirtschaft wächst unerwartet stark 30.01.2026, 11:16 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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(neu: Hintergrund und Einschätzungen von Volkswirten ergänzt)

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft geht mit überraschend kräftigem Rückenwind ins laufende Jahr: Mit 0,3 Prozent war das Wachstum im Schlussquartal zwar immer noch vergleichsweise niedrig, aber so stark wie seit drei Jahren nicht in einem Vierteljahr. Das ergaben neueste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt (BIP).

In einer ersten Annahme war die Wiesbadener Behörde für das vierte Quartal 2025 von 0,2 Prozent Plus zum Vorquartal ausgegangen. Vor allem die privaten und die staatlichen Konsumausgaben nahmen zu, erläuterten die Statistiker.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht ermutigende Signale, hält aber weitere Reformen für nötig. Commerzbank -Chefvolkswirt Jörg Krämer sagt: "Das Plus im vierten Quartal zeigt, dass sich die deutsche Wirtschaft aus der Rezession gelöst hat. Aber die Krise ist noch nicht vorbei."

Erstes Wachstum seit zwei Jahren

Für das Gesamtjahr 2025 bestätigte das Bundesamt seine frühere Schätzung: Mit 0,2 Prozent Plus schrammte Deutschland knapp am dritten Jahr ohne Wachstum vorbei. In den Jahren 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Europas größte Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht.

Grund für das Mini-Wachstum 2025 waren vor allem höhere Staats- und Konsumausgaben, während die Exporte unter dem Zollstreit mit US-Präsident Donald Trump litten. Jedoch liegt die deutsche Wirtschaft dem Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge nur in etwa auf dem Niveau von 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, während der übrige Euroraum seither deutlich zulegte.

Reiche appellierte, die Zeit für Reformen zu nutzen. "Die nächsten Jahre sind unser Reformfenster - und es steht nicht ewig offen", sagte die CDU-Politikerin im Bundestag. "Wenn wir investieren statt zaudern, wenn wir Verfahren beschleunigen, statt sie zu verkomplizieren, wenn wir Arbeit erleichtern, statt sie zu verteuern, dann kann unser Land stärker aus der heutigen schwierigen Phase herausgehen."

Bringen staatliche Milliarden die Konjunktur in Schwung?

Dieses Jahr dürften staatliche Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung für Auftrieb sorgen. Helfen dürfte der Konjunktur auch, dass es 2026 mehr Arbeitstage gibt, weil mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen. So rechnet etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,1 Prozent wachsen wird. Die Bundesregierung erwartet ein Plus von 1,0 Prozent, etwas weniger als im Herbst prognostiziert.

Einen spürbaren Aufschwung erwarten die meisten Ökonomen erst ab 2027, wenn die gewaltigen Staatsausgaben ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend.

Trumps Zölle setzen Exporte unter Druck

Für enorme Unsicherheit sorgt weiter US-Präsident Trump, der immer wieder mit neuen Zöllen droht - wie zuletzt im Grönland-Konflikt. Auch wenn hier die angedrohten Zölle abgewendet wurden, belastet dies die Stimmung in der Wirtschaft und erschwert es Unternehmen, zu planen.

Schon im vergangenen Jahr ließen höhere Zölle die Ausfuhren "Made in Germany" in Deutschlands wichtigstes Exportland USA einbrechen. Die Exporte schrumpften um 0,3 Prozent und damit das dritte Jahr in Folge. Auch Konkurrenz aus China macht der Exportnation Deutschland zu schaffen. Das belastet die Industrie, wo gerade im Autobau Zehntausende Stellen gestrichen wurden.

Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung, ist dennoch optimistisch. Die jüngsten Zahlen zeigten, dass die deutsche Wirtschaft trotz des enormen Gegenwinds aus den USA und der chinesischen Industriepolitik zunehmend Tritt fasse. "Die Chancen sind jetzt gut, dass das Wirtschaftswachstum ein gutes Stück höher ausfällt, als noch diese Woche von der Regierung im Jahreswirtschaftsbericht prognostiziert."/ben/als/DP/jha

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