Anzeige
+++Analystenziel fast das Dreifache: Wer ist dieser Hidden Champion?+++
PortfolioPlus
Dein Depot in Echtzeit – Kurse, Renditeanalyse und Dividendenplaner an einem Ort.
Anzeige
ROUNDUP 2

Merz befürwortet hartes Vorgehen gegen Krawallmacher 02.11.2026, 16:15 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(Aktualisierung: Durchgehend aktualisiert, u.a. mit Kommentaren Grüne, Linke.)

BERLIN (dpa-AFX) - Nach den Krawallen in mehreren Städten am Wochenende spricht sich Bundeskanzler Friedrich Merz für ein hartes Vorgehen gegen die Gewalttäter aus. Gleichzeitig zeigt er Verständnis für einige Anliegen der jungen Demonstranten. Grüne und Linke werfen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und anderen Unionspolitikern vor, sie werteten Menschen mit Migrationsgeschichte pauschal ab, um von ungelösten Problemen abzulenken.

"Gewalt hat auf unseren Straßen nichts zu suchen, und meine Regierung wird hier keine Toleranz zeigen", heißt es im Redemanuskript des CDU-Chefs für die CDU-Kreisvorsitzendenkonferenz, das der Deutschen Presse-Agentur in Auszügen vorliegt. Darin betont der Kanzler: "Wer Polizisten und Einsatzkräfte angreift und Geschäfte plündert, greift unsere Freiheit an, verhöhnt die Gesellschaft und die berechtigten Interessen der jungen Leute." Die Straftäter würden die Härte des Gesetzes spüren.

Defizite bei bezahlbarem Wohnen

Merz dankte der Polizei. Diese habe vorbildlich reagiert. Er wies auch darauf hin, dass der Großteil der jungen Leute friedlich demonstriert habe. Als positive Botschaft nehme er mit: "Die junge Generation ist politisch und sie sorgt sich um ihre Zukunft." Merz räumte ein, dass es gerade beim Thema Wohnen Defizite gebe und die Haushalte entlastet werden müssten, damit die Länder mehr in Bildung investieren könnten. "All die Themen stehen ganz oben auf unserer Arbeitsliste." Bildungsministerin Karin Prien (CDU) werde das Gespräch mit der jungen Generation vertiefen.

Am Wochenende hatten Zehntausende junge Menschen zumeist friedlich demonstriert. Anschließend kam es aber zu teils schweren Krawallen. In Frankfurt flogen Steine und Brandflaschen, Randalierer zerstörten Schaufenster, es gab Plünderungen. Mehr als 100 Polizisten wurden verletzt. Auch in Köln, Hamburg und Berlin gab es nach überwiegend friedlichen Demonstrationen Tausender junger Menschen Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Polizei, dort aber nicht so heftig wie in Frankfurt. Dort wird laut Justizministerium gegen 54 Menschen ermittelt. Ein 18-jähriger Syrer kam demnach in Untersuchungshaft. Ihm werde der Diebstahl einer Waffe aus einem Geschäft vorgeworfen.

Dobrindt eckt mit Formulierung an

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach den Ausschreitungen gesagt: "Es gab friedliche Demonstrationen, die dann Richtung Abend gekapert worden sind von gewaltbereiten linken Gruppen und migrantischen Chaoten." Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) erklärte: "Diese Tätergruppe war überwiegend migrantisch geprägt."

Darauf, dass die Debatte sich um unklare Begriffe dreht, machte Verteidigungsminister Boris Pistorius aufmerksam. "Was sind denn migrantische Gruppen? Sind das Menschen, die in dritter Generation in Deutschland leben und deutsche Staatsangehörige sind? Wo hören wir auf, das zu differenzieren?", fragte der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". "Ich glaube, das führt in die falsche Richtung."

Prien springt Dobrindt bei

Nach Abschluss der "weitestgehend friedlichen Demonstrationen" habe es Gewaltexzesse linksradikaler Gruppen gegeben, "aber eben auch von anderen, die wohl auch aus migrantischen Milieus stammen", sagte Prien im Deutschlandfunk. Die CDU-Politikerin fügte hinzu: "Hier geht es ja nicht darum, Ressentiments zu schüren, das wäre auch politisch falsch." Es gehe darum, die Realität zu betrachten und auch einen Eindruck davon zu bekommen, warum Menschen zu solchen Mitteln greifen.

Hessens Innenminister verweist auf Migrationshintergrund

In Bezug auf die Ausschreitungen in Frankfurt erklärte Hessens Innenminister, Roman Poseck (CDU), die Festgenommenen hätten überwiegend die deutsche Staatsangehörigkeit. Im Sender Welt TV sagte er später, es habe sich bestätigt, dass zwar "durchaus viele Festgenommene die deutsche Staatsangehörigkeit haben". Aber auch diese hätten überwiegend einen Migrationshintergrund.

Laut Statistischem Bundesamt haben rund 31 Prozent der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund. In Frankfurt liegt der Anteil bei rund 58 Prozent.

Es gehe diesen Politikern darum, einen Teil der Bevölkerung als "nicht richtig zugehörig" zu markieren, kritisierte der Grünen-Vorsitzende, Felix Banaszak. Dies lehne er selbst ab. Linken-Chef Luigi Pantisano sagte: "Es ist ein billiger Versuch, einer Gruppe etwas zuzuschreiben, um dort wieder gegen Migranten in diesem Land zu hetzen." Der Co-Vorsitzende der Grünen Jugend, Luis Bobga, sagte, die große, heterogene Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund pauschal zusammenzufassen, ergebe keinen Sinn. Er warf der Bundesregierung vor, sie ignoriere legitime Anliegen der Gen-Z-Proteste, etwa hohe Mietpreisen, fehlende Therapieplätze, marode Schulen und Ablehnung einer Wehrpflicht.

Was weiß die Polizei über die Herkunft von Tatverdächtigen?

Über die Nationalität von Tatverdächtigen kann die Polizei Angaben machen. Ob jemand etwa der Enkel eines Zuwanderers ist, bildet die Polizeistatistik dagegen nicht ab. Für die Frage nach dem Migrationshintergrund ist nicht entscheidend, ob jemand einen deutschen Pass hat. Das Statistische Bundesamt definiert den Begriff so: Wenn jemand selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsbürgerschaft geboren wurde, liegt ein Migrationshintergrund vor.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer