ROUNDUP 2

Nachahmer-Präparate drücken zum Jahresstart auf Geschäft bei Novartis 28.04.2026, 17:45 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Novartis 114,12 CHF +0,54 % TTMzero RT

(neu: Aktie zum Schluss erholt)

BASEL (dpa-AFX) - Die starke Konkurrenz durch Nachahmermedikamente im US-Markt hat dem Pharmakonzern Novartis CH0012005267 einen überraschend schwachen Jahresstart eingebrockt. In den drei Monaten bis Ende März mussten die Schweizer einen leichten Umsatzrückgang verkraften. Damit verfehlte der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Auch das operative Ergebnis fiel schlechter aus als gedacht. Konzernchef Vasant Narasimhan ist aber zuversichtlich, dass Novartis im zweiten Halbjahr wieder wächst und bestätigte daher zur Zahlenvorlage am Dienstag die Jahresziele. Die Aktie sackte zwischenzeitlich ab, erholte sich aber zum Handelsende und schloss in Zürich 0,56 Prozent höher bei 114,72 Franken. Der SMI CH0009980894 gab hingegen leicht nach.

Novartis habe die Schätzungen auf allen Ebenen zum Teil deutlich verfehlt, hieß es von Analysten. Besonders die unerwartet starke Generika-Konkurrenz beim Herzkreislaufmittel Entresto, aber auch beim Hepatitis-Medikament Promacta und der Krebsarznei Tasigna in den USA erkläre einen wesentlichen Teil der Umsatzabweichung, stellten die Experten der Bank Vontobel fest. Die wichtigsten anderen Produkte hätten aber größtenteils besser als erwartet abgeschnitten, urteilte Experte Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan.

Wie Novartis in Basel mitteilte, ging der Erlös im ersten Quartal um ein Prozent auf 13,1 Milliarden US-Dollar (ca 11,2 Mrd Euro) zurück. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Minus von 5 Prozent. Dabei hätten einem Umsatzrückgang in den USA Zuwächse in Europa, China und den sogenannten Wachstumsmärkten gegenüber gestanden. In den beiden Vorquartalen waren die Einnahmen von Novartis konzernweit noch gestiegen.

Beim operativen Gewinn verbuchten die Basler in dem Quartal nominal einen Rückgang um 9 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Dabei belasteten auch höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Der von Analysten stark beachtete Kern-Betriebsgewinn sank mit 4,9 Milliarden Franken um 12 Prozent, Experten hatten im Schnitt mit 5,2 Milliarden gerechnet. Unter dem Strich ergab sich ein Konzerngewinn von knapp 3,2 Milliarden Dollar, ein Jahr zuvor waren es noch 3,6 Milliarden gewesen.

Der Pharmakonzern steht vor der größten sogenannten Patentklippe seiner Geschichte, weil die milliardenschweren Umsatzbringer wie Entresto, Promacta und Tasigna ihren Patentschutz verloren haben. Der Erlös mit den drei Mitteln brach im ersten Quartal jeweils um einen hohen zweistelligen Prozentsatz ein, bei Promacta gar um 66 Prozent.

Konzern-Chef Narasimhan hatte die gesamte Umsatzbelastung durch Generika Anfang Februar auf etwa 4 Milliarden Dollar geschätzt. Dabei dürften die Auswirkungen laut dem Novartis-Lenker in der ersten Jahreshälfte aber deutlich stärker ausfallen als in der zweiten. Die Umsatzeinbußen durch Nachahmer verliefen "in etwa wie erwartet", erläuterte er nun.

Wie der Novartis-Chef während einer Telefonkonferenz mit Analysten betonte, setzt der Konzern alle Hebel in Bewegung, um den noch laufenden Patentschutz weiterer Blockbuster-Medikamente wie Cosentyx oder Kisqali so lange wie möglich zu erhalten.

Vor diesem Hintergrund hält Narasimhan an seinen Jahreszielen fest. Zu konstanten Wechselkursen peilt er weiterhin ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an. Für den operativen Kerngewinn wird ein Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet.

Zuversichtlich zeigte sich der Novartis-Chef ferner für die Mittelfristziele und schloss dabei im weiteren Jahresverlauf eine Anpassung nicht aus: "Ab dem dritten Quartal können wir uns unsere bisherige Guidance nochmals genauer ansehen, weil ab dann Daten zu wichtigen Pipeline-Kandidaten erwartet werden", sagte er.

Ein weiteres wichtiges Thema bleibt die Preissetzung in den USA und Europa. "Wir suchen weiter nach Wegen, unsere innovativen Medikamente möglichst auf allen Märkten zur Verfügung zu stellen", betonte der Novartis-Chef. Dabei zielte er einmal mehr auf die Regierungen der Europäischen Union ab. Sie müssten nach "Lösungen in der Vergütung" suchen, die eine "ausreichende Wertschätzung" der Innovationen sicherstellten. Auch weil die USA nicht mehr bezahlen wollten als andere Länder, müssten sich die Regierungen in Europa "zügig" bewegen. Enttäuscht zeigte sich Narasimhan vor diesem Hintergrund von den Sparplänen der deutschen Regierung. "Das ist das falsche Signal."

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter aufwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,00
Hebel: 21
mit starkem Hebel
Ask: 2,35
Hebel: 5
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Goldman Sachs
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: GW0LAM GU1970. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
News-Kommentare
Thema
1 Zahl der Geburten in Deutschland auf niedrigstem Stand der Nachkriegszeit Hauptdiskussion
2 KI-Nutzung in Deutschland nimmt rasant zu Hauptdiskussion
3 Klingbeil plant härtere Gangart gegen Steuerbetrüger Hauptdiskussion
4 Freiheitspreis für Waigel - Verleihung am Tegernsee Hauptdiskussion
5 WDH/Kretschmer: 'Deutschland fährt sich gerade runter' Hauptdiskussion
Alle Diskussionen
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer