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VW-Konzern geht das Jahr nach Gewinneinbruch vorsichtig an - Kursplus 10.03.2026, 12:38 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Porsche Holding SE 33,35 EUR +0,57 % L&S Exchange

(neu: Aussagen Management, Aktienkurs, Analysten, angepasste Aufmachung im 1. Absatz.)

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der Volkswagen-Konzern will nach dem herben Gewinneinbruch im vergangenen Jahr Schritt für Schritt eine Verbesserung der Ertragskraft angehen. Dabei blieben die Wolfsburger mit ihren Zielsetzungen für die operative Marge unter den mittleren Expertenerwartungen. Im eigentlichen Geschäft abseits milliardenteurer Sonderlasten aus US-Zöllen und dem Umbau bei der einstigen Renditeperle Porsche machte der Konzern im Tagesgeschäft Fortschritte bei den Kosten. So soll es nach Vorstellung von Konzernchef Oliver Blume weitergehen - allzu konkret wurde er bei angedachten weiteren Einsparungen aber nicht. Die in den vergangenen Tagen arg gebeutelte Aktie legte trotzdem zu.

Das Papier legte bis zum Mittag rund drei Prozent zu auf 90,42 Euro. In den vergangenen Tagen war das Papier mit dem Aktienmarkt und dem steigenden Ölpreis infolge des Iran-Kriegs stark unter Druck geraten. Analyst Philippe Houchois vom US-Analysehaus Jefferies attestierte dem Konzern anhand der Resultate und des Ausblicks grundlegende Fortschritte. Die prognostizierte Margenspanne für dieses Jahr sei angesichts der jüngsten Entwicklungen aber etwas breiter und niedriger ausgefallen als gemeinhin erwartet. Der Ausblick sei vorsichtig, urteilten die Experten von Goldman Sachs, doch die Ergebnisse der Massenmarken und der Gruppe um Audi seien überraschend gut.

Die operative Gewinnmarge im Konzern vor Zinsen und Steuern dürfte sich in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen, teilte der Dax -Konzern am Dienstag in Wolfsburg mit. Vergangenes Jahr war sie deutlicher als gedacht um 3,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent abgerutscht, weil die Geschäfte in China weiter schwach blieben und die US-Zölle ins Kontor schlugen. Vor allem die einstige Ertragsperle Porsche AG erlitt wegen eines Schwenks bei ihrer Elektroautostrategie einen herben Gewinneinbruch. Analysten hatten für das neue Jahr bisher auf Konzernebene mit 5,3 Prozent gerechnet, befanden sich also fast am oberen Ende der neuen Spanne.

Der Konzern wolle seine Verbrennerfahrzeuge wettbewerbsfähig halten und in Software und Elektroantriebe investieren, sagte Finanzchef Arno Antlitz laut Mitteilung. Das aktuelle Ergebnisniveau reiche dafür mit 4,6 Prozent operativer Marge bereinigt um Umbaukosten vor allem für den Jobabbau nicht aus. "Dies können wir nur leisten, wenn wir weiter konsequent unsere Kosten senken, Konzernsynergien heben, unsere Komplexität reduzieren und so unsere Ertragskraft nachhaltig steigern", sagte der Manager. Darauf wolle sich das Unternehmen in den kommenden Monaten konzentrieren.

Weil das Umfeld schwieriger geworden ist, nahm VW allerdings seine Ambitionen für die Marge 2030 etwas zurück. Statt 9 bis 11 Prozent dürften es wohl nur 8 bis 10 Prozent werden, räumte der Vorstand um Konzernchef Oliver Blume ein.

Der Gewinn von Europas größtem Autobauer ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, hieß es vom Konzern. Das operative Ergebnis schmolz um mehr als die Hälfte auf 8,9 Milliarden Euro ab. Die Sonderbelastungen bei Porsche kosteten 4,7 Milliarden Euro, hinzu kamen die US-Zölle mit 2,9 Milliarden. Im Gesamtjahr verwies der Konzern auf Sonderkosten von 8,8 Milliarden Euro. Ohne diese hätte die operative Marge bei 5,5 Prozent gelegen.

Der Umsatz ging um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro zurück. Dieses Jahr soll der Erlös bis zu drei Prozent zulegen, mindestens aber stabil bleiben. Die Dividende soll für 2025 mit 5,26 Euro je Vorzugsaktie 17 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Experten hatten mit einem deutlicheren Einschnitt bei der Ausschüttung gerechnet. Volkswagen will zudem nach den erfolgreichen Einsparbemühungen bei den freien Finanzmitteln (Netto-Cashflow) gegen Jahresende Kurs halten: Die Investitionsquote im Fahrzeuggeschäft soll nach unerwartet niedrigen 11,8 Prozent im vergangenen Jahr auch dieses Jahr zwischen 11 und 12 Prozent liegen. Zu hohe Investitionsausgaben waren jahrelang ein Vorwurf von Investoren an das Management, weil das Geld dann nicht für Ausschüttungen an die Anteilseigner zur Verfügung steht.

Im Schlussquartal schnitt VW wieder besser ab als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern vor allem wegen Porsche noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht.

Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen gefallen, ein halbes Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar sogar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen. In China fiel der anteilige operative Gewinn der dortigen Gemeinschaftsunternehmen von gut 1,7 Milliarden Euro auf nur noch 958 Millionen Euro. Dieses Jahr dürfte er weiter auf 0,2 bis 0,6 Milliarden sinken, auch wegen Anlaufkosten für neue Modelle. Ab kommendem Jahr soll es wieder aufwärtsgehen, sagte Antlitz auf der Pressekonferenz. Porsche verdiente weltweit im Autogeschäft 2025 - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - nur noch 90 Millionen Euro operatives Ergebnis.

Etwas besser sah es bei der Markengruppe mit den Massenmarken (VW Pkw, Skoda, Seat/Cupra, leichte VW Nutzfahrzeuge) aus. Aber auch dort ging der operative Gewinn trotz Umsatzsteigerung vor allem wegen Zöllen leicht zurück. VW Pkw allein, wo der Konzern bis 2030 in Deutschland rund 35.000 Stellen streicht, steigerte die Marge nur leicht von 2,9 auf 3,0 Prozent. Die Batteriesparte sowie die Softwaretochter Cariad fuhren weiter Milliardenverluste ein./men/fjo/niw/stk

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