ROUNDUP/Aktien New York Schluss

Gewinnmitnahmen stürzen Nasdaq in Turbulenzen 05.06.2026, 22:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Dow Jones 50.877,05 PKT -1,41 % Ariva Indikation
US Tech 100 28.974,82 PKT -4,80 % Ariva Indikation
S&P 500 7.399,12 PKT -2,51 % Ariva Indikation

Die am Mittwoch schon eingeleitete Gewinnmitnahmen-Welle bei den heißgelaufenen US-Tech-Aktien hat zu Wochenschluss ein lange nicht gesehenes Ausmaß angenommen. Befeuert wurde die Bewegung von einem soliden Jobbericht, der die Spekulationen bestärkte, dass die US-Notenbank Fed demnächst ihren Leitzins erhöhen wird.

Der von Technologie geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 verbuchte am Freitag mit einem Abschlag von 4,77 Prozent den größten Tagesverlust seit April 2025, als die Märkte gerade den Schock über die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump verarbeiteten. Er durchbrach die 30.000- und die 29.000-Marke nach unten und erreichte den tiefsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Aus dem Handel ging der Nasdaq-Index bei 28.957,60 Punkten.

Relativ stark mit nach unten gezogen wurde auch der marktbreite S&P 500 US78378X1072, der 2,64 Prozent auf 7.383,74 Punkte verlor. Wie schon zuletzt schlug sich der Dow Jones Industrial US2605661048 besser, der eher Standardwerte abbildet. Er konnte sich der Marktlage mit einem Minus von 1,35 Prozent auf 50.866,78 Punkte aber auch nicht entziehen. Die Wochenbilanz des Dow ist moderat negativ, während der Nasdaq 100 4,5 Prozent verlor.

Der überraschend deutliche Beschäftigungsaufbau im Mai stärkte die Erwartungen für eine Anhebung der US-Leitzinsen. Am Markt gilt nun eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte bis zum Jahresende als eingepreist. Die Hoffnung auf ein stabiles Zinsniveau hat sich damit laut dem Marktbeobachter Stephen Innes zerschlagen.

Laut Innes findet aktuell an den US-Börsen eine Bewertungskorrektur statt. Diese geschehe aber vor dem Hintergrund robusten Wachstums, einer starken Beschäftigungslage und anhaltend hoher KI-Investitionen. "Diese Bedingungen sind historisch gesehen eine deutlich bessere Grundlage für den nächsten Aufschwung als eine Korrektur aufgrund einer wirtschaftlichen Eintrübung", so Innes.

Chipwerte sanken am Freitag erneut am stärksten. Die zuletzt besonders heiß gelaufenen Aktien der Chipkonzerne ARM US0420682058, Marvell US5738741041, Micron US5951121038 und AMD US0079031078 fielen wie schon am Vortag mit besonders deutlichen Verlusten auf, die bis zu 17 Prozent groß waren. Auch Nvidia US67066G1040 entkamen dem Abwärtsstrudel mit einem Minus von 6,2 Prozent nicht.

Am Freitag gab es im Technologiebereich auch bei IT-, Internet- und Softwareaktien für Anleger kaum etwas zu holen. Unter den "Magnificent 7", die sich am Vortag noch mehrheitlich robust entwickelt hatten, befand sich nun kein einziger Gewinner mehr. Tesla US88160R1014 war mit einem Kursrutsch um 6,6 Prozent das Schlusslicht unter den sieben Tech-Riesen. Alphabet US02079K3059 zeigte sich mit einem Prozent Minus noch am robustesten.

Meta US30303M1027 gehörte am Freitag mit minus 5,5 Prozent auch zu den Verlierern. Bei dem Social-Media-Konzern kam im Tagesverlauf ein Bericht der "Financial Times" als Belastung hinzu, wonach das Unternehmen über eine umfangreiche Kapitalerhöhung nachdenkt. Meta plane mit einem Volumen von mehreren zehn Milliarden Dollar, um die Investitionen in Technologien der Künstlichen Intelligenz (KI) zu erhöhen.

Anleger wichen am Freitag unter anderem auf Aktien aus dem Konsumbereich aus: Die führenden Werte im Dow waren Procter & Gamble US7427181091 und Coca-Cola US1912161007, aber auch Johnson & Johnson US4781601046 und McDonald's US5801351017 gehörten mit mehr als zwei Prozent zur Spitzengruppe. Gefragt waren also Branchen, die als defensiv in unruhigen Börsenzeiten gelten.

Unter den Nebenwerten zählten die Fast-Food-Kette Chipotle Mexican Grill US1696561059 mit einem Plus von gut vier Prozent am Aktienmarkt zu den positiven Ausnahmen. Hier half eine Hochstufung auf "Overweight" von JPMorgan. Analyst John Ivankoe sieht ab sofort für die Aktien mehr Chancen als Risiken. Die Aktien hatten zuletzt den tiefsten Stand seit Anfang 2023 erreicht.

Die Anteile des Sportartikelkonzerns Lululemon US5500211090 verloren nach der Senkung von Geschäftszielen 8,6 Prozent. Sie waren kurz unter 110 Dollar auf das niedrigste Niveau seit Mai 2018 abgerutscht. Laut Lorraine Hutchinson von der Bank of America wirft eine Umsatzabschwächung Ende April und Anfang Mai Fragen bezüglich der Zielsetzungen für das zweite Halbjahr auf.

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