ROUNDUP/Aktien New York Schluss

Iran-Hoffnung und KI bescheren Rekorde 26.05.2026, 22:37 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Dow Jones 50.479,85 PKT -1,20 % Ariva Indikation
US Tech 100 29.996,39 PKT +0,33 % Ariva Indikation
S&P 500 7.520,22 PKT -0,36 % Ariva Indikation

Nach dem langen Wochenende haben am Dienstag einige US-Aktienindizes weitere Rekordhöhen erreicht. Während der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 noch knapp unter seiner Bestmarke vom Freitag blieb, konnten der breit gefasste S&P 500 US78378X1072 und der Nasdaq 100 US6311011026 nach einigen Tagen Pause wieder Höchststände erklimmen. Das technologielastige Börsenbarometer überwand dabei erstmals die Marke von 30.000 Punkten.

Neben der schon länger maßgeblichen Fantasie rund um Künstliche Intelligenz (KI) vollzogen die beiden letztgenannten Indizes auch die Hoffnung auf ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg nach, die am Vortag bereits in Europa und Asien eingepreist worden war, als der US-Handel feiertagsbedingt pausiert hatte. In der Breite störte es nicht groß, dass neue Angriffe im Iran und im Libanon die laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Kriegs überschatteten. Ein Marktbeobachter sieht in der militärischen Auseinandersetzung beide Seiten "immer noch näher an einem Abkommen als zuletzt".

Der S&P 500 legte am Ende um 0,61 Prozent auf 7.519,12 Punkte zu, während der Nasdaq 100 mit dem Rückenwind in puncto KI um 1,76 Prozent auf 30.001,32 Punkte stieg. Die beiden Indizes zeigten damit mehr Schwung als die Standardwerte, die im Dow mehr Gewicht haben. Dieser gab um 0,23 Prozent auf 50.461,68 Punkte nach. Für eine Bestmarke hätte er über 50.830 Punkte steigen müssen.

Marktstratege Ian Lyngen von BMO Capital Markets äußerte sich derweil eher zurückhaltend: "Auch wenn wir diesen Optimismus am Markt gerne teilen würden, gab es bei den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran bereits so viele Rückschläge, dass wir vorsichtig bleiben werden, bis es greifbarere Fortschritte gibt."

Im Technologiebereich waren Chipwerte einmal mehr der Taktgeber. Nachdem ihre Rally zuletzt eine Pause eingelegt und Anleger sich eher Branchenwerten in Asien und Europa gewidmet hatten, zieht nun auch wieder die Nachfrage nach US-Titeln an.

Dies zeigte sich vor allem bei Micron US5951121038 mit einem Kurs, der an der S&P-500-Spitze um fast ein Fünftel auf knapp 896 US-Dollar nach oben sprang. Damit durchbrach der Konzern beim Börsenwert erstmals die Marke von einer Billion Dollar. Die Schweizer Großbank UBS hatte ihr Kursziel in einer Studie verdreifacht. Sobald mehr Details über die strukturellen Veränderungen bekannt würden, die KI im gesamten Speicherbereich bewirke, dürften die Aktien weiter an Wert gewinnen, hieß es.

Mit 1.625 Dollar erreicht das von Timothy Arcuri genannte Zielniveau für Micron ganz neue Sphären, denn die Ziele anderer renommierter Analysehäuser liegen deutlich niedriger. In der Aufstellung der Nachrichtenagentur Bloomberg zählte bislang Ricky Seo von der britischen Bank HSBC mit 1.100 Dollar zu den größten Optimisten.

Mit gut sechs Prozent ebenfalls deutlich war der Kurssprung beim Halbleiterunternehmen Marvell Technology US5738741041. Hier hatte es eine Kaufempfehlung von HSBC gegeben - mit einem ebenfalls vervielfachten Kursziel. Die von Frank Lee angepeilten 300 Dollar bedeuten auch hier das höchste bislang von Analysten genannte Ziel. Der Experte sieht das Unternehmen als Nutznießer von Ausgaben im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Stark gefragt waren auch Aktien von Weltraumunternehmen, die ihr Geschäft mit Raketen, Satelliten oder Lösungen dafür machen. Der bevorstehende Mega-Börsengang von SpaceX sorge weiter für Fantasie unter potenziellen Mit-Profiteuren, hieß es am Markt. Die Papiere von MDA Space CA55293N1096, Firefly Aerospace US31816X1063 und Redwire US75776W1036 zogen zwischen 4 und 26 Prozent an.

Am S&P-500-Ende fielen die Anteilscheine von Autozone US0533321024 um neun Prozent. Der Autoteilehändler hatte im vergangenen Quartal mit seiner Umsatzentwicklung enttäuscht./la/men

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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