ROUNDUP/Aktien New York Schluss

Nahost-Konflikt bremst nach Nasdaq-Rekord 03.06.2026, 22:34 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Dow Jones 50.742,21 PKT -1,14 % Ariva Indikation
US Tech 100 30.586,88 PKT -0,25 % Ariva Indikation
S&P 500 7.561,63 PKT -0,72 % Ariva Indikation

Die US-Börsen haben am Mittwoch nach ihrer Rekordjagd unter Gewinnmitnahmen gelitten. Anleger entwickelten wieder mehr Bedenken, dass zunehmende Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die Aussichten auf ein Friedensabkommen beeinträchtigen könnten. Die Folge gegenseitiger Angriffe waren weiter anziehende Ölpreise. Als Thema kamen neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump hinzu.

Dem Nasdaq 100 US6311011026 gelang zwar zum Auftakt erneut ein Rekord, doch aus dem Handel ging er 0,29 Prozent tiefer bei 30.571,24 Punkten. Für den Leitindex der Wall Street, den Dow Jones Industrial US2605661048, ging es um 1,21 Prozent auf 50.687,07 Zähler abwärts. Für den S&P 500 US78378X1072 endete eine neuntägige Gewinnstrecke mit einem Abschlag von 0,74 Prozent auf 7.553,68 Punkte.

Obwohl über eine Verlängerung der seit knapp zwei Monaten geltenden Waffenruhe verhandelt wird, haben sich die USA und der Iran über Nacht eines der schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe geliefert. Experten von UBS warnten vor "Wachstumsrisiken durch einen anhaltenden Energieschock", die aber auch größere geldpolitische Straffungen unwahrscheinlich machten.

Wirtschaftsdaten ergaben am Mittwoch aber ein robustes Bild. Bevor am Freitag der offizielle Jobbericht kommt, zeigten Zahlen des privaten Dienstleisters ADP laut dem JPMorgan-Ökonom Bennett Parrish, dass der US-Arbeitsmarkt "auf einem festeren Fundament" steht. Außerdem deuteten Stimmungsbarometer im Dienstleistungssektor auf anhaltendes Wachstum hin. Der entsprechende ISM-Index hatte sich im Mai stärker als erwartet aufgehellt.

Trumps Zolldrohungen richten sich gegen insgesamt 60 Länder mit dem Argument, dass diese Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Demnach müssen etwa die Europäische Union (EU), Großbritannien und die Schweiz sowie Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen.

In der Breite fehlte Tech-Werten der Treibstoff für einen weiteren Anstieg. Vereinzelt hielt die KI-Euphorie aber an, wie Marvell Technology US5738741041 mit einem nochmals fast vier Prozent großen Kursplus zeigten. Am Vortag war ein Kursfeuerwerk damit verknüpft worden, dass der Nvidia US67066G1040-Chef Jensen Huang dem Unternehmen den Aufstieg in den Kreis der Unternehmen mit einer Bewertung von einer Billion Dollar zutraut.

Bei Chipwerten gab es vermehrt Kursgewinne: Intel US4581401001-Aktien erholten sich um 4,4 Prozent vom jüngsten Rückschlag, der mit drohender Konkurrenz von Nvidia im Geschäft mit PC-Hauptprozessoren begründet worden war. Titel des Intel-Konkurrenten AMD US0079031078 legten fast genauso viel und stellten erneut einen Rekord auf.

Im Tech-Sektor insgesamt war das Bild aber durchwachsen, denn außer einer Erholung bei dem Social-Media-Riesen Meta US30303M1027 gab es unter den sieben bedeutendsten Riesen der Branche keine Gewinner. Software-Aktien setzten ihre jüngsten Schwankungen mit Verlusten fort, wie Microsoft US5949181045 mit einem Abschlag größer als drei Prozent zeigte. Zuletzt stark gelaufene IT-Werte wie IBM US4592001014 litten unter Gewinnmitnahmen.

Diese gab es auch bei den Aktien von Palo Alto Networks US6974351057, die vom Rekordniveau weiter um 5,6 Prozent zurückkamen. Das IT-Sicherheitsunternehmen hatte mit einem angehobenen Gewinnausblick auf das laufende Quartal positiv überrascht, doch Anleger halten die Potenziale des Unternehmens im Bereich der KI-Bedrohungen wohl für eingepreist.

Die Titel von Gamestop US36467W1099 sprangen dagegen um sechs Prozent hoch. Der Videospiele-Händler steigerte im vergangenen Quartal seinen Umsatz deutlich und erzielte einen Rekordgewinn. Zudem will er eigene Aktien im Wert von zwei Milliarden US-Dollar zurückkaufen.

Im Dow legten die Aktien von Sherwin-Williams US8243481061 nach ihrem Rückgang der vergangenen Tage um 1,2 Prozent zu. Der Lack- und Farbenhersteller und sein japanischer Branchenkollege Nippon Paint Holdings JP3749400002 haben ihre Pläne für eine Übernahme von Akzo Nobel NL0013267909 wegen des Widerstands der Niederländer aufgegeben.

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