ROUNDUP/Aktien New York Schluss

Nahost-Unsicherheit belastet US-Aktienmarkt 21.04.2026, 22:37 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Dow Jones 49.160,20 PKT -0,57 % Ariva Indikation
US Tech 100 26.478,00 PKT -0,46 % Ariva Indikation
S&P 500 7.066,85 PKT -0,64 % Ariva Indikation

Am US-Aktienmarkt hat es Dienstag wegen der weiterhin offenen Zukunft des Iran-Krieges Verluste gegeben. Kurz vor dem Ablauf der Waffenruhe wurden die Anleger wieder nervöser ob der Bedenken, dass die Hoffnung auf weitere Gespräche zwischen Washington und Teheran vielleicht vergeblich sein könnte. Ein zunächst noch freundlicher Auftakt hatte vor diesem Hintergrund nicht lange Bestand.

Der Dow Jones Industrial US2605661048 schloss 0,59 Prozent im Minus bei 49.149,38 Punkten. Im frühen Handel hatte er sich noch bis auf gut 150 Zähler der 50.000-Punkte-Marke genähert. Der Nasdaq 100 US6311011026 gab um 0,42 Prozent auf 26.479,47 Einheiten nach, während der marktbreite S&P 500 US78378X1072 um 0,63 Prozent auf 7.064,01 Punkte fiel. Ein erneutes Rekordhoch gelang im Verlauf nur dem Nasdaq 100, während der Dow von seiner Bestmarke ohnehin noch etwas entfernt liegt.

In der Nacht zum Donnerstag mitteleuropäischer Sommerzeit sollte die 14-tägige Waffenruhe ursprünglich ablaufen. Kurz nach Börsenschluss teilte US-Präsident Donald Trump mit, er werde auf Bitten Pakistans von Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen geeinten Vorschlag unterbreite. Die wichtigsten US-Aktienfutures dämmten daraufhin ihre Verluste ein

Unter den sieben Tech-Riesen standen zwei besonders im Blick, und dies mit unterschiedlicher Tendenz: Apple US0378331005 fielen um 2,5 Prozent, nachdem der iPhone-Hersteller eine Ablösung des langjährigen Konzernchefs Tim Cook bekannt gegeben hatte. Amazon US0231351067 legten um 0,7 Prozent zu, nachdem der Onlinehändler eine vertiefte Partnerschaft mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic bekanntgegeben hatte.

Bei Apple wird Cook den Chefsessel im September nach 15 Jahren an den Hardware-Chef John Ternus übergeben und an die Spitze des Verwaltungsrats wechseln. Anleger reagierten verunsichert, auch wenn sich Analysten in ersten Kommentaren gelassen zeigten. Mit dem Schritt werde die Kernstrategie und -vision des Unternehmens wohl beibehalten, doch das Potenzial für langfristige Veränderungen steige, schrieb etwa Morgan-Stanley-Analyst Eric Woodring.

Amazon will viel Geld in den KI-Entwickler Anthropic investieren. In einem ersten Schritt sollen 5 Milliarden Dollar in den KI-Chatbot Claude gestreckt werden, in weiteren Schritten könnten es bis zu 20 Milliarden Dollar mehr werden. Umgekehrt will Anthropic in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Halbleiter und Rechenleistung von Amazon ausgeben. Das Unternehmen will auf Chips mit dem Namen Trainium zurückgreifen, um seine KI-Modelle zu trainieren.

Im Dow setzten sich Unitedhealth US91324P1021 nach überraschend starken Quartalszahlen mit sieben Prozent Plus an die Spitze. Der Krankenversicherer wurde für das Gesamtjahr optimistischer. Außerdem sieht das Unternehmen Schwierigkeiten mit dem Vorhaben der Trump-Regierung, im nächsten Jahr Medikamente gegen Fettleibigkeit in die US-Krankenversicherung Medicare aufzunehmen. Konkurrent CVS Health erteilte dem bereits eine Absage. Dies lastete auf den Aktien von Eli Lilly US5324571083, die in einem schwachen Pharma-Branchenumfeld fast zwei Prozent verloren.

Beim Mischkonzern 3M US88579Y1010 hatte es nach den Zahlen etwas gedauert, bis die Aktien eine klare Richtung einschlugen. Am Ende verloren sie knapp zwei Prozent. Das Unternehmen verfehlte mit seinem bereinigten Wachstum aus eigener Kraft die Erwartungen. Am Markt wurde dies als Zeichen gesehen, dass wirtschaftliche Turbulenzen den Sanierungsplan erschweren.

Bergab ging es in der Breite für Aktien von Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen. Die Titel von RTX US75513E1010 und GE Aerospace US3696043013 sanken um 4,4 respektive 5,6 Prozent, obwohl beide etwas optimistischer für das Gesamtjahr wurden. Anleger zeigten sich aber besorgt wegen einer Warnung vor den Risiken des Iran-Kriegs. Wie es hieß, schürten aktuell hohe Treibstoffpreise die Befürchtung, dass Fluggesellschaften dazu übergehen, ihre Kapazitäten reduzieren.

Für Gesprächsstoff sorgte noch ein Bericht, wonach die Deutsche Telekom einen Komplettzusammenschluss mit T-Mobile US erwägt. Die Titel von T-Mobile US reagierten darauf zuerst mit einem Sprung ins Plus, gingen aber dann mit einem Abschlag von 1,5 Prozent aus dem Handel. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Dienstag unter Berufung auf Kreise von der Idee, eine neue Holdinggesellschaft zu schaffen, die Gebote für die Aktien beider Unternehmen abgeben würde.

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