ROUNDUP/Aktien New York Schluss

Verluste - US-Notenbank deutet Zinserhöhung an 17.06.2026, 22:48 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Dow Jones 51.519,20 PKT -0,98 % Ariva Indikation
US Tech 100 29.687,93 PKT -1,09 % Ariva Indikation
S&P 500 7.421,68 PKT -1,25 % Ariva Indikation

Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch die Möglichkeit höherer Zinsen angedeutet und so die US-Börsen belastet. Unter dem neuen Chef Kevin Warsh rechnet die Fed für das laufende Jahr mit einer deutlich höheren Inflation als bislang. Und die Notenbank habe die Preisstabilität in ihrem Statement anlässlich des Zinsentscheids ganz klar an die erste Stelle gestellt, schrieb Thomas Altmann, Leiter des Portfoliomanagements von QC Partners. Auf sinkende Zinsen, die Aktien gegenüber Anleihen stützen würden, müssten Anleger wohl bis zum Jahr 2028 warten.

Der Dow Jones Industrial US2605661048 fiel um 0,98 Prozent auf 51.492,55 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf noch ein Rekordhoch erreicht hatte. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 verlor 1,21 Prozent auf 7.420,10 Punkte, und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 büßte 0,99 Prozent auf 29.670,95 Punkte ein.

Wegen der Energiekrise und Inflationssorgen infolge des Iran-Kriegs hatte die Fed ein weiteres Mal den Leitzins nicht angerührt. Unter Warsh gab es damit nicht die von US-Präsident Donald Trump geforderte Zinssenkung. Im Gegenteil wird nun am Markt eine Zinserhöhung im Oktober als realistisch erachtet.

"Die Fed ist aktuell in einer komfortablen Situation", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. In Anbetracht der Aussicht auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran seien die Ölpreise gefallen, gleichzeitig habe die US-Inflationsrate zuletzt keine Signale von Zweitrundeneffekten gezeigt. Wenngleich im Mai die Inflationsrate wegen höherer Benzinpreise auf 4,2 Prozent gestiegen sei, hätten die Preise ohne Energie- und Nahrungsmittel im direkten Monatsvergleich lediglich im Rahmen einer durchschnittlichen Teuerungsrate zugelegt.

Die am Vortag besonders schwachen Halbleitertitel erholten sich trotz der Aussicht auf höhere Leitzinsen. So legten AMD US0079031078, Micron US5951121038, Intel US4581401001 und Marvell Technology US5738741041 um bis zu knapp vier Prozent zu.

Unter den besten Werten im Nasdaq 100 zogen die Anteilsscheine von Applied Materials US0382221051 um 4,4 Prozent auf fast 593 US-Dollar an. Die Bank Citigroup hatte das Kursziel für die Papiere des Anlagenherstellers für die Halbleiterbranche von 550 auf 710 Dollar angehoben.

Bei den Aktien von SpaceX US84615Q1031 standen erstmals seit dem Rekord-Börsengang am Freitag Verluste auf dem Kurszettel. Am Ende sanken die Titel um 5 Prozent, nachdem sie zum Wochenschluss ein starkes Debüt hingelegt und am Montag nochmal um 19,5 Prozent nach oben geschnellt waren. Mit einer Marktkapitalisierung von 2,5 Billionen Dollar ist das Weltraum- und KI-Unternehmen nun zwar nicht mehr so viel wert wie der Handels- und Technologieriese Amazon US0231351067, aber immerhin das sechstteuerste Unternehmen der Welt.

Michael Monaghan, Partner und Portfoliomanager bei der Risikokapitalgesellschaft Founder Funds, wollte die Kursentwicklung am Mittwoch nicht überbewerten: "Kurz gesagt: Ich halte das bisher nur für Aufregung um nichts. Sollten wir einen Tag mit starken Kursverlusten erleben, wäre das meiner Meinung nach eine ganz andere Diskussion."

Ein Teil der starken Kursschwankungen bei den SpaceX-Aktien lässt sich auf den geringen Streubesitz zurückführen. Denn nur ein relativ kleiner Teil der Papiere steht für den Handel zur Verfügung. Da die Sperrfristen, die Insider am Verkauf hindern, in den kommenden Monaten auslaufen, könnte dies zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Anteilsscheine ausüben.

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