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Astrazeneca will auch 2026 mehr verdienen - Aktie auf Rekordhoch 10.02.2026, 11:37 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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AstraZeneca 164,90 EUR +0,37 % Lang & Schwarz

CAMBRIDGE (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Astrazeneca stellt sich nach einem schwungvollen Jahr auf weiteres Wachstum ein und will zugleich mehr verdienen. Treiber dürfte vor allem das florierende Geschäft mit Krebsmedikamenten bleiben, das den bevorstehenden Umsatzverlust durch das Auslaufen des Patents für das Blockbuster-Diabetespräparat Farxiga abfedern soll. Analysten zeigten sich positiv vom Ausblick überrascht. An der Börse erreichte die Aktie am Dienstag im frühen Handel ein Rekordhoch, fiel dann aber etwas zurück.

Zuletzt betrug das Plus noch knapp ein Prozent auf 14.030 britische Pence. Die Aktie war in den vergangenen Jahren parallel zu den guten Geschäften des Konzerns kräftig gestiegen, im Vergleich zu Anfang 2021 hat sich der Kurs in etwa verdoppelt. Damit bringt es das britisch-schwedische Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 250 Milliarden Euro, womit es den dritten Platz im Ranking der wertvollsten Pharmakonzerne im Stoxx Europe 600 Healthcare nach den Schweizer Herstellern Roche und Novartis belegt.

JPMorgan-Analyst Richard Vosser lobte in einer ersten Einschätzung zum Zahlenwerk vor allem den Ausblick, der auf Umsatzebene besser als gedacht ausgefallen sei. Er geht davon aus, dass die Markterwartungen an den Erlös, aber auch an den bereinigten operativen Gewinn in diesem Jahr nun steigen dürften. Damit rücke das etwas schwächer als gedacht ausgefallene operative Abschneiden des Konzerns im Schlussquartal eher in den Hintergrund, so Vosser.

Wie Astrazeneca in Cambridge mitteilte, soll der Umsatz 2026 zu konstanten Wechselkursen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie dürfte um einen niedrigen zweistelligen Prozentbetrag anziehen - und damit ähnlich stark wie im Vorjahr.

Unter Konzernchef Pascal Soriot, der seit 2012 an der Spitze steht, hat sich Astrazeneca zu einem führenden Anbieter von Krebsmedikamenten entwickelt. Zugleich muss das Unternehmen wegen des Verlusts der Exklusivität bei einem seiner erfolgreichsten Präparate, dem Diabetes-Medikament Farxiga, sich auf zunehmende Konkurrenz durch Nachahmer einstellen. "Wir müssen mit diesen Patentabläufen umgehen", sagte Soriot Bloomberg Television.

Soriot bekräftigte unterdessen sein Ziel, bis Ende des Jahrzehnts einen Umsatz von 80 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Für dieses Jahr plant das Unternehmen damit, Ergebnisse aus bis zu 20 fortgeschrittenen klinischen Studien vorstellen zu können. Neue Medikamente sollen in den kommenden Jahren insbesondere gegen Adipositas, Lungenkrebs und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) auf den Markt kommen.

2025 hatte der Konzern primär vom starken Wachstum seines Onkologiegeschäfts profitiert, Treiber waren Blockbuster wie Imfinzi, Tagrisso und Calquence. Der gesamte Erlös des Unternehmens stieg nominal um 9 Prozent und währungsbereinigt um 8 Prozent auf gut 58,7 Milliarden Dollar (rund 49,5 Mrd Euro), womit Astrazeneca seine eigenen Ziele erfüllte.

Dabei lief das Schlussquartal in etwa so wie von Analysten gedacht. Nach Steuern schwoll der Gewinn 2025 im Vergleich zum bereits starken Vorjahr um 45 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar an. Zugleich verbesserte sich das von Analysten besonders beachtete bereinigte Ergebnis je Aktie um 12 Prozent auf 9,16 Dollar.

Zur Stärkung seiner Pipeline bei Gewichtssenkern schloss Astra zuletzt ein Geschäft mit dem chinesischen Unternehmen CSPC Pharmaceutical Group im Wert von bis zu 18,5 Milliarden Dollar ab. Damit erhält der Konzern Zugang zu einer langanhaltenden Peptidtechnologie, die monatliche Dosierungen ermöglichen könnte. Dies ist derzeit ein heiß umkämpftes Segment in dem Markt für Gewichtssenker, in dem noch der US-Konzern Lilly und der dänische Hersteller Novo Nordisk führend sind. Einer von Astraszenecas Hoffnungsträgern, das orale Mittel Elecoglipron, wird bereits in die letzte Phase der klinischen Studien überführt.

Während die Einigung mit der US-Regierung auf niedrige Medikamentenpreise bei Herstellern wie etwa Novo Nordisk die Prognosen für 2026 belastet, ging Astras Finanzchefin Aradhana Sarin zuletzt davon aus, dass der Konzern die Auswirkungen verkraften kann. Der Konzern war das zweite Pharmaunternehmen, das ein Abkommen mit Präsident Donald Trump zu Medikamentenpreisen abschloss, das im Gegenzug Astrazeneca für drei Jahre von Zöllen ausnimmt./tav/mne/jha/

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