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Kaum noch Zugausfälle zwischen Köln und Wuppertal 16.07.2026, 16:03 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nach der fünfmonatigen Generalsanierung wird es für Reisende auf der Bahnstrecke zwischen Köln und Wuppertal noch einmal gut zwei Monate lang Beeinträchtigungen geben. So lange werde es dauern, um eine fast 80 Jahre alte Brücke über die Wupper zu sanieren, teilte die Bahn mit. Bis Ende September müssen sich alle Fern- und Regionalzüge an der Stelle ein einziges Gleis teilen. Trotzdem will die Bahn dafür sorgen, dass auch während der Bauarbeiten möglichst wenige Züge auf der Strecke ganz ausfallen.

Es sei geplant, während der Reparatur der Brücke wieder fast alle Regionalzüge auf der Strecke fahren zu lassen, teilte die Bahn mit. Auch im Fernverkehr sollen ab sofort nur noch wenige Züge ausfallen. Weil die Strecke nur eingleisig befahrbar ist, könne es aber bis Ende September noch häufiger zu Verspätungen kommen. Reisende sollten ihre Verbindung in jedem Fall kurz vor der Abfahrt noch einmal in der digitalen Fahrplanauskunft überprüfen, schrieben die Bahnunternehmen auf der Internetseite zuginfo.nrw.

Bis alle Züge wieder mit normaler Geschwindigkeit über die Brücke fahren, wird es aber noch sehr viel länger dauern. Denn dafür muss die Brücke umfassend saniert werden.

Schaden fiel am letzten Tag der Generalsanierung auf

Die Bahn hatte die stark befahrene Strecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen seit Anfang Februar für knapp 800 Millionen Euro generalsaniert. Am vergangenen Freitag wurden die Arbeiten offiziell beendet. Doch ausgerechnet am letzten Tag der Generalsanierung fiel auf, dass sich in der Brücke über den Fluss Wupper bei Leverkusen-Opladen ein Riss in einer Stahlplatte gebildet hat. Dadurch fielen auf der frisch sanierten Strecke in den vergangenen Tagen erneut zahlreiche Fern- und Regionalzüge aus.

Die 1949 errichtete Brücke wurde nach Angaben der Bahn bei der Generalsanierung nicht erneuert. Denn bei den bisherigen Inspektionen - zuletzt Ende 2025 - hätten sich keine Schäden gezeigt.

Die Brücke über die Wupper besteht aus zwei Teilen - das heißt, für jedes Gleis gibt es eine eigene Brücke. Ein Brückenteil ist unbeschädigt, der andere ist wegen des Risses im Material im Moment gesperrt. Das Ziel sei, diesen Brückenteil so weit instand zu setzen, dass ab Ende September die Züge wieder über beide Gleise fahren könnten, teilte die Bahn mit. Bis dahin müssen sich alle Züge das eine Gleis teilen.

Brücke muss grundlegend saniert werden

Doch auch nach September werden Züge noch für lange Zeit nur mit verminderter Geschwindigkeit über die Wupper-Brücke fahren können. Es sei eine umfassende Sanierung nötig, die eigentlich erst in den 2030er Jahren vorgesehen war, schrieb die Bahn. Die Arbeiten würden nun aber vorgezogen. Einen Zeitplan dafür gebe es noch nicht.

"In den kommenden Jahren müssen in NRW Hunderte Brücken saniert oder erneuert werden", betonte das Unternehmen. Dafür werde die Zahl der Fachkräfte im sogenannten Brückenkompetenzzentrum NRW verdoppelt.

Generalsanierung sollte Zugverkehr zuverlässiger machen

Die Bahn hatte den Reisenden zwischen Köln, Wuppertal und Hagen versprochen, dass es nach der fünfmonatigen Sperrung spürbare Verbesserungen für sie gebe. Der Zugverkehr sollte "verlässlicher und leistungsfähiger" werden. Störungen und Verspätungen sollten sich "deutlich reduzieren", hatte die Bahn betont.

Doch auch abgesehen von der maroden Brücke über die Wupper gab es nach Abschluss der Generalsanierung mehrere Probleme: So sorgten in den vergangenen Tagen mehrere Störungen an Signalen und Weichen in Wuppertal und Hagen für Probleme und Verspätungen auf der frisch sanierten Strecke.

NRW-Verkehrsminister: "Nicht hinnehmbare Entwicklung"

Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sprach von einer "nicht hinnehmbaren Entwicklung". Die Kritik vieler Fahrgäste sei "sehr nachvollziehbar".

Von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) forderte er eine gründliche Aufarbeitung des Konzepts für die Generalsanierungen. "Monatelange Sperrungen sind an sich schon eine Zumutung für Fahrgäste und den Güterverkehr", betonte der NRW-Minister. Wenn dann am Ende der Zugverkehr trotzdem nicht verlässlich funktioniere, müsse das Konzept "konstruktiv-kritisch beleuchtet" werden, um Lehren für die Zukunft zu ziehen.

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