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Bechtle warnt vor Speicherchipkrise - Aktie rutscht weiter ab 20.03.2026, 12:13 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Bechtle 31,67 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Der IT-Dienstleister Bechtle DE0005158703 setzt sich nach dem zuletzt holprigen Geschäft auch für 2026 verhaltene Ziele wegen der kritischen Versorgungslage bei Speicherchips. Vor allem bei den Ergebniszielen sei der Vorstand zurückhaltend vorgegangen, sagte Konzernchef Thomas Olemotz am Freitag in einer Pressekonferenz. Aktuell sei es wegen der Liefersituation und der Preisentwicklung auf dem Markt von Speicherchips seriös, keine konkreten Szenarien für den Jahresverlauf zu machen. Als großer Anbieter mit strategischen Beziehungen zu seinen Kunden könne Bechtle aber auch profitieren. Die zuletzt ohnehin gebeutelte Aktie rutschte im MDax deutlich ab.

Das Papier verlor am Mittag fast 17 Prozent auf 25,02 Euro und weitete damit die bisherigen Jahresverluste kräftig auf rund zwei Fünftel aus. Bereits mit den vorläufigen Zahlen hatte das Management vor der heraufziehenden Belastung durch die Preissteigerungen bei Speicherchips gewarnt. Die Prognose impliziere ein Wachstum, das rein auf Preisen basiere und spiegele ein sehr vorsichtiges Szenario bei den Mengen wider, schrieb Jefferies-Analyst Martin Comtesse.

Bechtle rüstet Behörden und gewerbliche Kunden vor allem aus dem Mittelstand mit PCs und Netzwerkgeräten aus und vertreibt auch selbst Hardware über den eigenen Onlinehandel. Zuletzt sind hauptsächlich die Preise für Speicherchips stark gestiegen, weil sie im Zuge des Ausbaus von Rechenzentren und Infrastruktur für Künstliche Intelligenz knapp geworden sind und auf Sicht wohl auch bleiben. Das trübt die Aussichten vieler Hardwareanbieter und Dienstleister deutlich.

Umsatz und Vorsteuerergebnis dürften in einer Bandbreite von null bis 5 Prozent zulegen, teilte der Konzern am Freitag in Neckarsulm mit. Beim Umsatz hatten Analysten im Schnitt leicht mehr, beim Ergebnis deutlich höhere Steigerungen auf dem Zettel. Das Ergebnis werde auch weiterhin von Investitionen in die eigene IT sowie Zukäufen beeinflusst, hieß es.

"Wir haben uns entschieden, vorbehaltlos mit offenen Karten zu spielen", sagte Olemotz zum Ausblick. Derzeit gebe es täglich und nächtlich Gespräche mit allen Herstellern rund um Lieferzeiten, Mengen und Preise. Bechtle sei aktuell zwar "grosso modo" lieferfähig, die Preise für Speicherchips allerdings seien in den vergangenen Wochen sprunghaft gestiegen. Zudem verlängerten sich die zugesagten Lieferzeiten zusehends. Die Prognose will das Management daher in kürzeren zeitlichen Abständen überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Zur Jahresmitte ist laut Olemotz mit mehr Klarheit zu rechnen.

"Wir rechnen auch für 2026 mit Gegenwind aufgrund der herausfordernden Rahmenbedingungen", sagte Finanzchef Christian Jehle laut Mitteilung. "Gleichwohl ist unser Anspruch, auch im laufenden Geschäftsjahr profitables Wachstum über dem Marktniveau zu realisieren." Die Dividende soll trotz eines Gewinnrückgangs 2025 um knapp sieben Prozent auf 229,2 Millionen Euro mit 70 Cent je Aktie stabil bleiben.

Angesichts der Lage am Markt und den Schwierigkeiten insbesondere für kleinere Anbieter sei eine weitere Konsolidierung aus seiner Sicht sehr wahrscheinlich, sagte Olemotz. Größere Anbieter wie Bechtle dürften besser mit den Umständen zurechtkommen. Aktuell sei keine konkrete Übernahme zu erwarten, aber für "drei bis fünf Akquisitionen im Jahr ist eine Bechtle immer gut", sagte der Manager. Dafür sei auch ausreichend Geld vorhanden.

Vergangenes Jahr stieg der Umsatz wie bereits bekannt um knapp 2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn lag bei 324,2 Millionen Euro und damit 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Beim Geschäftsvolumen insgesamt gab es einen Anstieg um gut 8 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Hier sind auch Softwareverkäufe mit dem vollen Verkaufspreis erfasst. Beim Umsatz darf sich Bechtle diesen nur teilweise anrechnen.

2030 will der Konzern mindestens 10 Milliarden Euro Geschäftsvolumen erzielen. "Gerne auch früher", sagte Olemotz. Das Ziel entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von knapp vier Prozent. Die Vorsteuermarge soll 2030 dann rund 5 Prozent betragen. 2025 lag sie bezogen auf das Geschäftsvolumen bei 3,8 Prozent.

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