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ROUNDUP/Energie günstiger

Inflation sinkt unter zwei Prozent 27.02.2026, 14:28 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

WIESBADEN (dpa-AFX) - Kaum noch Preisanstiege bei Lebensmitteln und günstigere Energie: Die Inflationsrate in Deutschland ist im Februar wieder unter die Zwei-Prozent-Marke gefallen. Die Verbraucherpreise lagen um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 2,1 Prozent im Januar, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Von Januar auf Februar 2026 erhöhten sich die Verbraucherpreise nach Berechnungen der Statistiker insgesamt um 0,2 Prozent.

Gastro-Steuersenkung kommt bei Kunden nicht an

Preistreiber blieben Dienstleistungen, die sich auch im Februar überdurchschnittlich um 3,2 Prozent verteuerten. Hier wirkt sich die Verteuerung des Deutschlandtickets für bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr aus. Zudem spüren Kunden in vielen Restaurants und Cafés nichts davon, dass zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde. Viele Betriebe behalten die Steuerersparnis ein.

Für Lebensmittel mussten die Menschen im Februar 1,1 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Nach Daten aus den Ländern verteuerte sich besonders Obst und Süßwaren, während Butter und Speisefette deutlich billiger wurden. Im Januar hatten die Nahrungsmittelpreise noch um 2,1 Prozent angezogen.

Energie günstiger, aber hohe Spritpreise

Entlastung gab es bei Energie: Hier sanken die Preise nach Angaben des Bundesamtes im Februar um 1,9 Prozent. Günstiger wurde nach Länderdaten Strom, Gas und besonders Heizöl. Autofahrer haben aber das Nachsehen: Zuletzt meldete der ADAC die höchsten Spritpreise seit mehr als eineinhalb Jahren. Denn an den Ölmärkten gibt es Sorgen vor einem Krieg zwischen Iran und USA, der die Preise für Rohöl nach oben treiben könnte.

Mehr Verbraucherinsolvenzen

Die steigenden Preise bringen viele Verbraucher in Bedrängnis. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des Informationsdienstleister Crif knapp 108.000 Privatinsolvenzen - knapp 8 Prozent mehr als 2024. "Trotz einer grundsätzlich höheren Sparbereitschaft reichen die Rücklagen in vielen Haushalten nicht mehr aus, um die steigenden Kosten aufzufangen", sagte Crif-Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein.

Inflation um die zwei Prozent erwartet

An der Teuerung dürfte sich 2026 nicht viel ändern. Ökonomen erwarten, dass die Inflationsrate im Gesamtjahr knapp über zwei Prozent liegt. Für Preisdruck etwa im Restaurant dürfte die Mindestlohnerhöhung zu Jahresbeginn sorgen. Denn viele Unternehmen geben gestiegene Kosten an ihre Kundschaft weiter. Gedämpft wird die Inflation hingegen vom starken Euro, der Importe nach Deutschland verbilligt.

Ziehen die Preise stark an, schmälert das die Kaufkraft der Menschen. Gerade beim täglichen Lebensmittel-Einkauf spüren Verbraucher die Inflation. Nahrungsmittel haben sich dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft zufolge zwischen 2021 und 2025 um fast ein Drittel verteuert - auch wenn die Preise oft nicht permanent anziehen, sondern schwanken, wie bei Butter. Nicht zuletzt wegen teurerer Lebensmittel ist die Inflation gefühlt für viele Menschen deutlich höher als die offizielle Rate, die 2025 im Schnitt bei 2,2 Prozent lag.

Teuerung wieder im moderaten Bereich

Die Preiswelle, die Deutschland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine erfasst hatte, ist aber ausgelaufen. Damals hatten sich Energie und Lebensmittel rasant verteuert, was die Inflationsrate hochschnellen ließ auf 6,9 Prozent im Jahresschnitt 2022 und 5,9 Prozent im Jahr 2023.

Bei einem Wert um die zwei Prozent liegt die Inflation heute wieder in einem moderaten Bereich. Die Europäische Zentralbank etwa strebt für den Euroraum ein stabiles Preisniveau bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation an. Zudem haben viele Menschen dank steigender Löhne wieder mehr Geld in der Tasche: Im vergangenen Jahr stiegen die Einkommen erneut stärker als die Inflation. Unter dem Strich kletterten die Reallöhne laut Statistischem Bundesamt um 1,9 Prozent. Das Reallohnniveau aus dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 wurde damit fast wieder erreicht./als/ceb/DP/nas

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