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Fernpass-Sperre - Erneut Alpenverkehrs-Demo ohne Chaos 28.06.2026, 10:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Ein Monat nach der Sperre der Brenner-Route ist im österreichischen Bundesland Tirol die wichtige Fernpass-Strecke für Anwohner-Demonstrationen gesperrt worden. Auch nach diesem Protest gegen die Verkehrsbelastung in den Alpen blieb ein Stau-Chaos vorerst aus, wie ein Experte des österreichischen Autofahrerclubs ÖAMTC sagte.

Die Fernpassstraße B179 war von 10.00 bis 12.00 Uhr zwischen Reutte und Nassereith nicht befahrbar, auch eine lokale Ausweichroute wurde gesperrt. Obwohl die Blockade nur zwei Stunden dauerte, hatten die Behörden dazu aufgerufen, den Fernpaß am Samstag großräumig zu umfahren.

Die Blockade fiel mit dem Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zusammen. Der Urlauberverkehr habe sich wohl auf andere Routen verteilt, so dass es kaum zu Staus kam, hieß es vom ÖAMTC.

Mögliche Folgeeffekte der Sperre in den kommenden Tagen

Nur etwa auf der B177 in Tirol wurden Verzögerungen von etwa 30 Minuten gemeldet, die mit der Fernpaß-Sperre zusammenhingen, sagte der Experte. "Aber es wäre falsch, von einem Drama zu sprechen", meinte er. In den kommenden Tagen könnte es jedoch noch zu stärkerem Verkehr kommen, falls geplante Fahrten nun später durchführt würden, hieß es in einer Mitteilung des Bundeslandes Tirol.

Die Fernpassstraße schließt an der bayerischen Grenze an die deutsche Autobahn A7 an. Nach Angaben des Bundeslandes Tirol fuhren voriges Jahr täglich durchschnittlich rund 16,300 Fahrzeuge über die Fernpassstraße, davon rund 1,200 Lkw.

Protest gegen Verkehrsbelastung, Tunnels und Maut

Eine regionale Bürgerinitiative organisierte zwei Demonstrationen an beiden Seiten des Passes, um gegen die Verkehrsbelastung zu protestieren. Rund 700 Menschen nahmen teil, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA nach Polizeiangaben berichtete.

Die Anwohner protestieren auch gegen ein Verkehrs-Management-Paket, das die Tiroler Landesregierung für den Fernpass geplant hat. Dazu gehören unter anderem Tunnelbauprojekte und die Einführung einer Maut.

Die Bürgerinitiative befürchtet wegen des geplanten Aus- und Neubaus von Tunneln mehr statt weniger Verkehr auf der Fernpass-Route. Eine Maut würde auch die einheimische Bevölkerung finanziell belasten, hieß es in einer Erklärung der Organisatoren. Statt Straßenprojekte forderten sie eine Verlegung des Transits auf die Schiene.

Für den 1. August hat die Initiative bereits einen weiteren Protesttag angekündigt. Ob die Veranstaltung samt einer weiteren Fernpaß-Sperre stattfinden kann, haben die Behörden jedoch noch nicht entschieden.

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