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Flatexdegiro enttäuscht trotz gutem Sommer - Aktie verliert 22.10.2026, 11:39 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Der Onlinebroker Flatexdegiro DE000FTG1111 sieht sich nach guten Geschäften im Sommer auf Kurs zu seinem Gewinnziel für 2026. Im dritten Quartal sorgte neben dem Wachstum im Brokerage-Geschäft vor allem das Zinsergebnis für Rückenwind. So blieben die Nachfrage der Anleger nach Wertpapierkrediten rege sowie das Zinsumfeld günstig, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. An der Börse wurden die Neuigkeiten am Donnerstag jedoch mit Kursverlusten quittiert, denn die Zahlen enttäuschten etwas.

Die im MDax DE0008467416 notierte Flatexdegiro-Aktie fiel im frühen Handel bis zu sechs Prozent auf 23,30 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit dem Sommer 2025. Gegen Mittag notierte sie 2,6 Prozent tiefer bei 23,98 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf gab der Kurs fast 35 Prozent nach. Der Onlinebroker, an dem Gründer Bernd Förtsch noch zwischen 15 und 20 Prozent hält, wird an der Börse derzeit mit rund 2,6 Milliarden Euro bewertet.

Branchenexperte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies schreibt dem Papier zwar immer noch ein Kursziel von 40 Euro zu, beließ seine Einstufung jedoch weiter auf "Hold". Der Fokus der Investoren liege nun auf der Strategie, zu der sich das Unternehmen im Februar äußern wolle.

Im dritten Quartal steigerte Flatexdegiro seinen Umsatz im Jahresvergleich um 14 Prozent auf gut 150 Millionen Euro. Der Überschuss wuchs sogar um fast 30 Prozent auf gut 50 Millionen Euro. Analysten hatten sich jedoch im Schnitt noch etwas mehr versprochen.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt Vorstandschef Oliver Behrens weiterhin einen Umsatz von rund 650 Millionen Euro sowie ein Konzernergebnis von 200 bis 230 Millionen Euro an. Der Manager hatte zuletzt seine Jahresprognose im Juli ein weiteres Mal angehoben.

Die Zahl der abgewickelten Transaktionen in den drei Monaten bis Ende September wuchs um 8 Prozent auf 19,2 Millionen, während der Provisionsertrag pro Transaktion um gut 2 Prozent auf 4,42 Euro fiel und das Unternehmen im Schnitt deutlich mehr Geld für die Gewinnung neuer Kunden ausgab. Die Zahl der Kundenkonten legte um 10 Prozent auf 3,72 Millionen zu.

"Auch in einem saisonal eher ruhigeren Quartal haben wir unser Wachstum fortgesetzt und die Profitabilität weiter gesteigert", sagte Behrens laut Mitteilung. "Gleichzeitig haben wir wichtige organisatorische Voraussetzungen geschaffen, um die nächste Entwicklungsphase von Flatexdegiro einzuleiten und zusätzliche Wachstumschancen konsequent zu nutzen."

So setzt Flatexdegiro seit September auf eine Doppelspitze. Benon Janos, zuvor Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandschef, lenkt mittlerweile gemeinsam mit Oliver Behrens das Unternehmen. Dabei zeichnet Janos operativ für den weiteren Ausbau des Online-Brokerage-Geschäfts verantwortlich. Behrens leitet die Aktivitäten mit Geschäftskunden (B2B-Geschäft) sowie die Treasury-Aktivitäten.

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