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Hohe Kunden-Lagerbestände belasten Siltronic trotz KI-Boom immer noch 29.04.2026, 11:10 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Wacker Chemie 94,28 EUR -1,69 % L&S Exchange
SILTRONIC AG 81,85 EUR -2,94 % L&S Exchange

Eine weiter träge Nachfrage abseits von Computerchips für KI-Anwendungen macht Siltronic DE000WAF3001 nach wie vor zu schaffen. Einem verstärkten Wachstum in den KI-getriebenen Endmärkten stünden Kapazitätsengpässe der Kunden im Bereich Speicherchips sowie anhaltend hohe Lagerbestände auf der Kundenseiten in einigen Marktbereichen gegenüber, erklärte Unternehmenschef Michael Heckmeier am Mittwoch im Zuge der Veröffentlichung der Geschäftszahlen des ersten Quartals. Für die vor allem seit Anfang April dank guter Geschäftsausblicke von Chipherstellern stark erholten Aktien ging es am Mittwoch nach einem schwachen Start doch noch nach oben.

Die Papiere sackten im frühen Handel zunächst bis auf gut 64 Euro ein, erholten sich dann aber und notierten am späteren Vormittag mit 71,20 Euro gut eineinhalb Prozent im Plus. 2026 liegen sie damit mehr als 45 Prozent vorne.

Der Umsatz von Siltronic sank in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um gut 11 Prozent auf 306,5 Millionen Euro, wovon 21,2 Prozent als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hängen blieben. Das bedeutet für den Hersteller von Silizium-Wafern, aus denen die Kunden dann Computer- und Elektronikchips herstellen, einen Rückgang des operativen Gewinns um knapp 17 Prozent auf rund 65 Millionen Euro.

Analysten hatten im Durchschnitt etwas mehr Umsatz und Gewinn erwartet. Das sieht auch Branchenexperte Constantin Hesse vom Investmenthaus Jefferies so, verweist aber auch auf die aktuell deutlichen Ausschläge bei den Abschreibungen, sodass er die Resultate als wenig überraschend und eher im Rahmen der Erwartungen betrachtet. Gleichwohl habe Siltronic auch von einem positiven Sondereffekt profitiert.

So kamen Siltronic laut einer Präsentation für Investoren beim operativen Ergebnis Absicherungsgeschäfte gegen Ölpreisschwankungen zugute, die Ausgaben weitgehend ausglichen, die typischerweise nur im ersten Quartal anfallen.

Unter dem Strich sorgten vor allem höhere Abschreibungen für einen Verlust von knapp 67 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Überschuss von 4,3 Millionen Euro erzielt worden war.

Die Jahresziele bestätigte die Beteiligung von Wacker Chemie DE000WCH8881 und verwies dabei auf ein wohl weiterhin schwieriges Marktumfeld. "Wechselkurseffekte, anhaltender Preisdruck außerhalb bestehender Langfristverträge sowie weiterhin hohe Lagerbestände bei Kunden aus dem Power-Bereich werden sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken." Zudem wird sich die 2025 schrittweise Einstellung der Produktionslinie für kleine Wafer am deutschen Standort Burghausen nun erstmals in einem vollen Jahr niederschlagen.

Dabei stehen einem erwartet sehr starken Wachstum der von Kunden benötigen Wafer-Fläche für die Produktion von Servern sowie einem wohl anziehenden Bedarf in der Industrie weniger benötigte Wafer-Fläche für Smartphone- und PC-Anwendungen sowie die teils noch hohen Wafer-Lagerbestände bei vielen Kunden gegenüber.

Der Konzernumsatz dürfte daher 2026 im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken nach knapp 1,35 Milliarden Euro im Vorjahr. Auf vergleichbarer Basis, also um Wechselkurseffekte und den Effekt der Schließung der Wafer-Fertigung kleiner Durchmesser bereinigt, soll der Umsatz im Jahr 2026 in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen. Die operative Marge soll 20 bis 24 Prozent erreichen, nach 2025 erreichten 23,5 Prozent.

Analyst Veysel Taze vom Bankhaus Metzler bleibt insgesamt zuversichtlich für Siltronic, wenngleich das Geschäftsumfeld für das Unternehmen zunächst auf Basis der Managementäußerungen wohl schwierig bleibe. So stehe der Wafer-Markt vor einer mehrjährigen Erholung mit einer Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr 2026, glaubt Taze weiterhin.

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