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Hugo Boss sieht Geschäftsbelebung erst 2027 - Aktie fällt deutlich 03.12.2025, 11:26 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Hugo Boss 36,94 EUR +2,61 % Baader Bank

METZINGEN (dpa-AFX) - Die Aktionäre des Modekonzerns Hugo Boss brauchen mit Blick auf eine Geschäftsbelebung Geduld. Das Unternehmen bekam bereits in den vergangenen Monaten eine teils schwache Konsumlaune zu spüren. 2026 soll nun ein Übergangsjahr werden, Sortiment und Vertrieb sollen angepasst werden; Umsatz und der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) werden wohl sinken, wie das MDax Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Besserung wird erst ab 2027 in Aussicht gestellt. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an.

Für die Aktie ging es am Mittwoch um über zehn Prozent nach unten. Im bisherigen Jahresverlauf hat das Papier rund ein Fünftel an Wert verloren.

Für Analystin Chiara Battistini von JPMorgan liegt der Ausblick des Modekonzerns für 2026 deutlich unter den Erwartungen. Die Marktschätzung für den operativen Gewinn 2026 dürfte um rund ein Fünftel fallen.

Auch Manjari Dhar von der kanadischen Bank RBC verwies auf einen deutlich unter den Markterwartungen liegenden Gewinnausblick für 2026. Der Modekonzern versuche mit dem erklärten Fokus auf Marke, Vertrieb und operatives Geschäft wohl einen Reset im kommenden Jahr, um damit den Weg zu späterem Wachstum zu ebnen.

"2026 wird ein Jahr der Anpassung sein, in dem das Geschäft durch die Straffung von Prozessen, die Überarbeitung des Sortiments und die Optimierung des Vertriebsnetzwerks" geprägt ist, teilte das Unternehmen mit. Daher dürfte der Umsatz im kommenden Jahr auf währungsbereinigter Basis im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sinken. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 bis 350 Millionen Euro erreichen und damit ebenfalls zurückgehen.

Anfang November waren die Metzinger wegen des schwierigen Wirtschaftsumfeldes und negativer Wechselkurseffekte bereits vorsichtiger für 2025 geworden. Seither rechnet das Management nur noch mit dem unteren Ende der Prognosespannen eines Konzernumsatzes von 4,2 bis 4,4 Milliarden Euro sowie eines operativen Gewinns (Ebit) von 380 bis 440 Millionen Euro.

Ab 2027 will der Konzern dann aber wieder wachsen und 2028 soll das Tempo dann Fahrt aufnehmen. Zudem soll sich die Profitabilität ab 2027 verbessern. Mittel- bis langfristig soll eine operative Marge (Ebit) von rund zwölf Prozent erzielt werden, wie Hugo Boss am Mittwoch separat zum Strategie-Update mitteilte. Zum Vergleich: 2024 lag diese Marge bei 8,4 Prozent.

Dank Einsparungen will das Unternehmen ab 2026 einen durchschnittlichen jährlichen freien Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) von rund 300 Millionen Euro erreichen, ohne Berücksichtigung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16. Erreicht werden soll dies durch geringere Investitionen und ein "striktes" Management des kurzfristigen operativen Nettovermögens. Die Vorräte sollen schrittweise bis 2028 auf etwa 20 Prozent des Umsatzes gesenkt werden.

Zuletzt zog Hugo Boss auch durch Unstimmigkeiten mit dem größten Anteilseigner, der Frasers Group, die Aufmerksamkeit auf sich. So unterstützt Frasers den Aufsichtsratschef Stephan Sturm nicht mehr, wie vor dem Wochenende bekannt geworden war. Dem Management um Konzernchef Daniel Grieder zufolge hat Hugo Boss "gute Beziehungen" zu dem britischen Investor. Man stehe mit Frasers in "einem guten Austausch", sagte Grieder in einer Telefonkonferenz am Mittwoch. Frasers stehe hinter dem Management und glaube an das Potenzial des Unternehmens.

Der Investor ist mit einer direkten Beteiligung von 25 Prozent mit Abstand größter Aktionär bei dem Konzern. Wie seit dem Sommer bekannt ist, kommt der Anteilseigner inklusive Finanzinstrumenten aber auf mehr als 30 Prozent. Würde er also die Finanzinstrumente in echte Anteile wandeln, wäre eine Pflichtübernahmeofferte fällig.

Streitigkeiten zwischen dem Management von Hugo Boss und dem Großaktionär gab es zuletzt hinsichtlich der Dividendenpolitik. Frasers Group sieht Hugo Boss an der Börse als unterbewertet an, wie aus einer Pflichtmitteilung aus dem Juli hervorgeht. Der Investor ist der Ansicht, dass Hugo Boss derzeit keine Dividenden ausschütten sollte. Die Mittel sollten vielmehr zur Wertsteigerung des Unternehmens eingesetzt werden./err/men/stk

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