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Industrierecycler Befesa will 2026 mehr verdienen - Prognose enttäuscht 30.04.2026, 11:40 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Befesa 34,65 EUR +2,21 % Lang & Schwarz

Der Industrierecycler Befesa LU1704650164 hat zum Jahresstart trotz eines Umsatzrückgangs und erschwerter Rahmenbedingungen mehr verdient als noch im Vorjahr. Das Management um Konzernchef Asier Zarraonandia rechnet sich für das Gesamtjahr einen Gewinnanstieg aus. Analysten hatten sich allerdings sowohl für das erste Quartal als auch für 2026 mehr erhofft. Die Aktie gehörte deshalb am Donnerstag zu den großen Verlierern im SDax.

Zuletzt ging es für das Papier als Index-Schlusslicht um mehr als 6 Prozent abwärts auf 31,50 Euro abwärts. Damit setzt sich der jüngste Abschwung vom Mitte April erreichten Zwischenhoch fort. Trotz des allgemeinen schwierigen Börsenumfelds sitzen Befesa-Anleger seit Jahresbeginn noch auf Gewinnen, diese sind inzwischen aber auf etwa 7 Prozent geschrumpft.

Wie Befesa in Luxemburg mitteilte, soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2026 um drei bis elf Prozent auf 250 bis 270 Millionen Euro wachsen. Dabei geht das Management von einer Erholung im Geschäft mit Sekundäraluminium, steigenden Volumina in den USA und nur einem moderaten Anstieg der Zinkschmelzlöhne aus. Zudem dürfte im Jahresverlauf das Ertragswachstum an Dynamik gewinnen, sagte Zarraonandia.

Laut Metzler-Analyst Nikolas Demeter liegt die Zielspanne des Konzerns für 2026 in ihrem Mittelpunkt jedoch fast zwei Prozent unter den durchschnittlichen Erwartungen am Markt. Auch im ersten Quartal habe der Konzern weniger verdient als gedacht und auch beim Umsatz die Prognosen der Fachleute verfehlt.

Demeter hob hingegen hervor, dass Befesa trotz der anhaltenden Schwäche in der Sekundäraluminiumindustrie in Europa von ersten Erholungszeichen gegen Quartalsende berichtet habe. Ein großer Sorgenfaktor bleibe für den Rest des Jahres aber der Inflationsdruck, insbesondere bei Gas und Strom. So dürften die Energiekosten die Gewinne des Konzerns in den kommenden Quartalen angesichts des anhaltenden Iran-Konflikts zunehmend belasten.

Das erste Quartal sei von Schwankungen geprägt gewesen, berichtete Befesa derweil. Der Recycler setzte wegen des schwächeren Aluminiumgeschäfts mit rund 285,2 Millionen Euro acht Prozent weniger um als vor einem Jahr. Das Unternehmen profitierte aber zugleich von niedrigeren operativen Kosten, höheren Zinkpreisen und einer starken Entwicklung im US-Geschäft. Das operative Ergebnis stieg dadurch im Vergleich um vier Prozent auf 57,9 Millionen Euro. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um gut elf Prozent auf 20,7 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr war der Überschuss - wie bereits bekannt - noch um fast 60 Prozent auf 80,5 Millionen Euro angeschwollen. Die Aktionäre sollen nun 1 Euro Dividende je Aktie erhalten, nach 0,64 Euro ein Jahr zuvor. Dabei hatte Befesa 2025 von einem historisch niedrigen Zinkschmelzlohn profitiert, dieser hatte bei 80 US-Dollar pro Tonne gelegen. Für 2026 wurde der Zinkschmelzlohn auf 85 Dollar je Tonne festgesetzt. Ein Anstieg belastet den Konzern, sobald dieser seine beim Recycling von Stahlstäuben entstehenden Zinkvorprodukte zur Weiterverarbeitung an Schmelzer weiterverkauft. Diese ziehen dann ihre Verarbeitungsgebühr ab, die jährlich neu zwischen den Schmelzern und den größeren Herstellern von Zinkkonzentraten im Frühjahr ausgehandelt wird.

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