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Infineon investiert mehr in KI-Boom 04.02.2026, 10:25 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Infineon Technologies 40,07 EUR -2,17 % Baader Bank

NEUBIBERG (dpa-AFX) - Der Chiphersteller Infineon erhöht angesichts des Booms im Geschäft mit künstlicher Intelligenz im laufenden Geschäftsjahr seine Investitionen kräftig. Damit soll der Ausbau von Fertigungskapazitäten für die Stromversorgungen von KI-Rechenzentren vorangetrieben werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Neubiberg bei München mit. Geplant sind nun für 2025/26 (per Ende September) insgesamt 2,7 Milliarden Euro an Investitionen und damit 500 Millionen mehr als zunächst vorgesehen. Ein großer Teil der zusätzlichen Mittel soll in die Fab rik in Dresden fließen.

"Die sehr dynamische Nachfrage bei KI in einem ansonsten verhaltenen Marktumfeld gibt Infineon kräftigen Rückenwind", erklärte Konzernchef Jochen Hanebeck. Dabei stehe derzeit die Stromversorgung in KI-Rechenzentren im Vordergrund, in den nächsten Jahren werde der Ausbau der Netzinfrastruktur hinzukommen.

Infineon erwartet für das laufende Jahr weiter einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro in diesem Bereich. Die Prognose sei dabei rein "angebotsbezogen", sagte Hanebeck in einer Telefonkonferenz zu den Zahlen des ersten Geschäftsquartals. Der Bedarf sei deutlich höher. Für das Geschäftsjahr 2027 sollen die Erlöse dann deutlich auf 2,5 Milliarden Euro steigen. KI biete eine "nie dagewesene Wachstumschance für Infineon", so Hanebeck

An der Börse wurden die Nachrichten zunächst gut aufgenommen. Die Aktie des Dax-Konzerns zog zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent an, gab aber dann ihre Gewinne wieder komplett ab. Zuletzt verlor das Papier um rund 1,3 Prozent. Damit setzte sie ihren Abwärtstrend in Richtung ihres Januar-Tiefs fort.

Janardan Menon vom Analysehaus Jefferies notierte, dass Infineon die Ziele für das Geschäft mit KI-Rechenzentren für das laufende Geschäftsjahr zwar nicht hochgeschraubt, aber für das Folgejahr ein Wachstum von 66 Prozent in Aussicht gestellt habe. Damit würde der Anteil dieser Chips am Konzernumsatz von 10 auf 15 Prozent steigen. Zudem lobte er die vorgelegten Zahlen zum ersten Geschäftsquartal.

Auch Simon Coles von der britischen Investmentbank Barclays hob vor allem das Ziel für das Geschäft mit KI-Chips 2027 positiv hervor. Das avisierte Wachstum sei dynamischer als gedacht.

Der KI-Boom und die damit einhergehende steigende Nachfrage nach Rechenzentren dürfte Infineon dabei helfen, eine anhaltende Schwäche in der Automobilindustrie zu überbrücken. Das Geschäft mit der Autoindustrie macht derzeit rund die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.

Der Konzern verzeichnete auch im ersten Geschäftsquartal eine dynamische Nachfrage bei KI, während das Marktumfeld ansonsten schwierig blieb. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorquartal um sieben Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Die von Analysten viel beachtete Marge für das operative Geschäft (Segmentergebnis-Marge) sank um 0,3 Prozentpunkte auf 17,9 Prozent, fiel aber damit besser aus, als vom Markt zuvor erwartet. Hanebeck sprach von einem "gelungenen Start" in das Geschäftsjahr.

Die Jahresprognose bestätigte Infineon. So soll der Umsatz 2025/26 moderat steigen. Die Segmentergebnis-Marge soll im hohen Zehner-Prozentbereich liegen. Im Jahr zuvor hatte Infineon auch aufgrund der Schwäche der Automobilindustrie Rückgänge verzeichnet. Im zweiten Quartal rechnet der Konzern mit einem leichten Umsatzplus auf 3,8 Milliarden Euro und erneut einer Marge im mittleren bis hohen einstelligen Zehn-Prozentbereich.

In der Prognose nicht enthalten ist der jüngste Neuzugang von Infineon. Am Vorabend kündigte der Konzern die Übernahme eines Teils des Sensorgeschäfts von AMS Osram für 570 Millionen Euro an. Das veräußerte Geschäft mit nicht optischen Sensoren erwirtschaftete im Kalenderjahr 2025 AMS Osram zufolge rund 220 Millionen Euro Umsatz und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von etwa 60 Millionen Euro. Mit der geplanten Investition stärke Infineon seine Position im Bereich der Sensoren für Automobil- und Industrieanwendungen durch ein komplementäres Portfolio und erweitere die Produktpalette bei Sensoren für medizinische Anwendungen, so Infineon.

Die Transaktion werde sich unmittelbar mit dem Abschluss positiv auf den Gewinn pro Aktie auswirken, erklärte Hanebeck. Zudem erwartet sich das Management künftig erhebliche Synergien, so soll die Produktion mit der Zeit zum Teil in das Werk in Kulim in Malaysia überführt werden. Bis es soweit ist, gibt es ein mehrjähriges Lieferabkommen mit AMS Osram. Finanziert werden soll die Transaktion mit Fremdkapital. Analyst Malte Schaumann von Warburg schätzt, dass die Übernahme leicht wertsteigernd sein dürfte./nas/mne/stk

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