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Jenoptik verdient deutlich weniger - Marktumfeld noch schwieriger 13.05.2025, 10:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Jenoptik 35,68 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

JENA (dpa-AFX) - Der Technologiekonzern Jenoptik hat im Auftaktquartal ein schwieriges Marktumfeld vor allem im Geschäft mit Halbleiterausrüstung zu spüren bekommen. Umsatz und Ergebnis blieben hinter dem Vorjahresniveau zurück. Vorstandschef Stefan Traeger rechnet weiterhin für die Halbleiterausrüstungsindustrie mit einer Nachfragebelebung im zweiten Halbjahr und bekräftigte daher die Jahresziele. Allerdings sei das Risiko hinsichtlich des Zeitpunkts und der Stärke des Aufschwungs gestiegen, sagte der Manager laut Mitteilung vom Dienstag anlässlich der Vorlage der Quartalszahlen. Die Aktie gab am Vormittag um gut drei Prozent nach und gehörte damit zu den größten Verlierern im MDax.

In den ersten drei Monaten bis Ende März ging das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahresvergleich um 18,6 Prozent auf 36,2 Millionen Euro zurück. Die entsprechende Marge sank auf 14,9 Prozent - nach 17,4 Prozent ein Jahr zuvor. Jenoptik begründete den Rückgang auch mit Kosten für den Umzug an den neuen Standort in Dresden. Erst jüngst weihte der Konzern die Fabrik zur Herstellung von Mikrooptiken ein, die vor allem in der Halbleiterindustrie gefragt sind.

Der Umsatz des Thüringer Unternehmens schrumpfte um fast fünf Prozent auf knapp 244 Millionen Euro. Hier wirkten sich besonders geringere Erlöse im Bereich Lithografie und der schwache Automarkt aus. Der Auftragseingang sank im Quartal um fast 16 Prozent auf knapp 205 Millionen Euro. Der Konzern schnitt sowohl beim Umsatz, dem operativen Ergebnis als auch beim Ordereingang schlechter ab als von Analysten erwartet.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 9,2 Millionen Euro hängen und damit gut 40 Prozent weniger als im Vorjahr.

Für das Gesamtjahr peilt Jenoptik weiterhin einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres (1,12 Mrd Euro) an - dies beinhalte sowohl einen Rückgang als auch einen Anstieg um 5 Prozent. Vom Erlös sollen 18 bis 21 Prozent als operatives Ergebnis (Ebitda) hängen bleiben. Im Vorjahr hatte die Marge 19,9 Prozent betragen. Die Investitionen sollen deutlich unter dem Vorjahresniveau von 114,6 Millionen Euro liegen.

Der Ausblick spiegele die außerordentliche hohe Marktunsicherheit wider, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Unternehmen habe zwar zuletzt in der Halbleiterausrüstungsindustrie eine stärkere Nachfrage verzeichnet; die Risiken unter anderem durch die fortgesetzten Zolldiskussionen und deren möglichen Auswirkungen hätten sich jedoch weiter verstärkt.

Das aus dem Carl-Zeiss-Konzern hervorgegangene Unternehmen treibt seinen Umbau zur Photonik seit einigen Jahren voran. Der Konzern fokussiert sich auf bestimmte Wachstumsmärkte, zu denen er Halbleiter und Elektronik sowie Medizintechnik, Biowissenschaften und Smart Mobility zählt.

Jenoptik hatte sich 2022 von seiner Militärtechniksparte Vincorion getrennt. Sie ging an die Private-Equity-Gesellschaft Star Capital. Im Gegenzug stärkte sich die Gruppe durch mehrere Übernahmen: Hinzu kam unter anderem Trioptics, ein Anbieter optischer Messsysteme. Der Bau einer neuen Fabrik für Halbleiterausrüstung in Dresden wurde 2024 abgeschlossen.

Auf der Verkaufsliste steht noch der Automatisierungsspezialist Prodomax. Die Beteiligung wird im Segment der nichtphotonischen Portfoliounternehmen geführt, zu denen auch der Industriemesstechnik-Anbieter Hommel-Etamic gehört. Diese Tochter soll mittlerweile Teil der Gruppe bleiben.

Jenoptik beschäftigt nach eigenen Angaben knapp 4.300 Menschen. Der Konzern gehört zu den wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland. Sein Kerngeschäft sind optische Systeme, Laser und Messtechnik für verschiedene industrielle Anwendungen sowie Laser und andere Ausrüstungen für die Verkehrsüberwachung./mne/tav/mis

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