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Teamviewer senkt Ausblick - Zukauf 1E unter den Erwartungen 22.10.2025, 10:30 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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GÖPPINGEN (dpa-AFX) - Der Spezialist für Fernwartungssoftware Teamviewer muss wegen einer schwachen Entwicklung des US-Geschäfts bei seinen Zielen für 2025 und 2026 zurückrudern. So bleibt das erst Anfang des Jahres übernommene Software-Unternehmen 1E hinter den Erwartungen zurück. Anleger an der Börse beruhigte es nicht, dass das Konzernwachstum perspektivisch wieder anziehen soll. Der Aktienkurs fiel auf ein Rekordtief.

Bereits im zweiten Quartal hatte das Unternehmen Ausgabenkürzungen von US-Behörden zu spüren bekommen. Im September nun sei erkennbar gewesen, dass die Entwicklung immer noch langsam und zäh ist, sagte Unternehmenschef Oliver Steil am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Er geht davon aus, dass mit den niedrigeren Umsatzprognosen für 2025 und 2026 nun aber ein Boden eingezogen ist. So sei die Prognose - auch wegen der durch den aktuellen Government Shutdown in den USA geringen Vorhersagbarkeit - sehr konservativ.

Im dritten Quartal steigerte Teamviewer den Umsatz auf Pro-forma-Basis im Jahresvergleich um währungsbereinigte 4 Prozent auf 192 Millionen Euro, das nominale Wachstum lag bei 3 Prozent, wie das Unternehmen in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 1 Prozent auf 87,7 Millionen Euro. Die entsprechende Marge sank damit um einen Prozentpunkt auf 46 Prozent.

Bei seinen "pro-forma"-Kennzahlen rechnet das Unternehmen den Zukauf 1E für eine bessere Vergleichbarkeit so ein, als hätte das Unternehmen schon seit dem 1. Januar 2024 zum Konzern gehört. Abgeschlossen wurde die bislang größte Übernahme Ende Januar 2025. Der Unternehmenswert von 1E belief sich bei dem Deal auf 720 Millionen US-Dollar. Teamviewer-Chef Steil wollte mit 1E das eigene Angebot rund um Fernwartung und vernetzte Geräte abrunden. So bietet 1E Software zur automatischen Erkennung und Behebung von IT-Problemen der Anwender an.

Allerdings lief es bei 1E, das den überwiegenden Teil der Geschäfte in den USA macht, zuletzt schlechter als ursprünglich erhofft. Während das Geschäft mit den Unternehmenskunden mit großen Verträgen (Enterprise-Sparte) von Teamviewer selbst im dritten Quartal kräftig zulegte, habe das von 1E für sich genommen enttäuscht.

Neben der Ausgabenzurückhaltung von US-Behörden spielten dabei auch Abgänge von 1E-Kunden eine Rolle, die etwas umfangreicher gewesen seien als ursprünglich einkalkuliert, erklärte Steil. Das sei dann in einem weltweit schwierigen Konjunkturumfeld schwer zu kompensieren. Die Ambitionen für das Großkundengeschäft von 1E wurde daher nun deutlich zurückgenommen.

Der Teamviewer-Umsatz dürfte sich daher 2025 am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne von 778 Millionen bis 797 Millionen Euro bewegen, hieß es weiter vom Unternehmen. 2026 soll der Umsatz dann 790 bis 825 Millionen Euro erreichen, was ein Plus im Jahresvergleich von 2 bis 6 Prozent wäre. Bisher war Teamviewer von 850 Millionen bis 870 Millionen Euro ausgegangen.

Begünstigt durch Kosteneinsparungen erwartet Teamviewer im laufenden Jahr hingegen mit rund 44 Prozent eine um einen Prozentpunkt höhere Ebitda-Marge als zuvor.

Die Konsens-Wachstumserwartungen für 2026 dürfte nun sinken, schrieb Analyst Toby Ogg von der Bank JPMorgan. Zwar wolle Teamviewer mit Einsparungen gegensteuern, was einen Teil des Rückgangs der Erwartungen auffangen sollte. Am Ende sei Teamviewer aber ein Techunternehmen und für Techunternehmen sei nun mal das Wachstum das entscheidende Merkmal.

Mittelfristig, also mit Blick auf 2027, soll es dann bei der Umsatzentwicklung wieder besser laufen. Dabei setzt Steil auf die Projekt-Pipeline und dass davon im kommenden Jahr genügend große Projekte dann auch gewonnen werden können.

Vielen Aktionären reicht das aber nicht, sie zogen am Mittwoch die Reißleine. Der Aktienkurs von Teamviewer brach auf ein Rekordtief von 6,41 Euro ein. Zuletzt notierten die Papiere bei einem Kurs von 6,88 Euro noch knapp ein Fünftel im Minus. Für 2025 bedeutet das ein Kursverlust von fast 30 Prozent. Ohnehin hatten Anleger in den vergangenen Jahren wenig Grund zur Freude. Zu 26,25 Euro je Papier im Herbst 2019 an die Börse gegangen, markierte die Aktie dank der Sonderkonjunktur in der Corona-Pandemie ihr Rekordhoch Mitte 2020 bei fast 55 Euro. Dann flaute die Nachfrage nach den Aktien zusehends ab. Zusätzlich sorgten die Folgen eines kostspieligen Sponsorenvertrags anschließend für eine Talfahrt./mis/mne/stk

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