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US-Beschäftigung steigt deutlich stärker als erwartet 05.06.2026, 15:51 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der Arbeitsmarkt in den USA hat im Mai positiv überrascht und Erwartungen auf Leitzinsanhebungen im späteren Jahresverlauf geschürt. Die Beschäftigtenzahl war deutlich stärker gestiegen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft legte sie um 172.000 zu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit 88.000 neuen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 93.000 Stellen nach oben revidiert.

Gestützt wurde die Entwicklung durch einen starken Anstieg der Beschäftigung bei den Kommunen. Hier legte die Zahl der Beschäftigten um 55.000 zu. "Aber auch eingedenk dieses Ausreißers ist der Arbeitsmarktbericht als gut einzuschätzen", kommentierte Volkswirt Dirk Chlench, Volkswirt bei der LBBW. Die Beschäftigung hat mittlerweile drei Monate in Folge um über 100.000 zugelegt.

Zudem verharrte die Arbeitslosenquote auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Sie lag den dritten Monat in Folge bei 4,3 Prozent. Das Wachstum der Löhne beschleunigte sich etwas. Gegenüber dem Vormonat legten sie wie von Ökonomen erwartet um 0,3 Prozent zu. Im Vormonat hatte das Lohnplus bei 0,2 Prozent gelegen. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im Mai um 3,4 Prozent. Auch dies war so erwartet worden.

"Die US-Wirtschaft dürfte weiter vergleichsweise gut durch die globale Energiekrise kommen", schreibt Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank. Sie profitiere weiterhin von den sehr günstigen Finanzierungsbedingungen, dem Impuls seitens der Finanzpolitik und der Tatsache, dass die USA Nettoenergieexporteur seien. Allerdings würden die Verbraucher durch die hohe Inflation belastet.

"Auf den nächsten Sitzungen des Offenmarktausschusses könnten daher manche Mitglieder sogar eine Zinserhöhung fordern", schreibt Balz. "Wir erwarten aber nicht, dass dies zur Mehrheitsmeinung wird." An den Finanzmärkten wird mittlerweile allerdings ganz überwiegend damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed im späteren Jahresverlauf ihre Leitzinsen anheben wird. US-Präsident Donald Trump hatte hingegen immer wieder Senkungen gefordert. Er ernannte Kevin Warsh zum Notenbankchef in der Erwartung, dass dieser die Geldpolitik lockern dürfte. Diese dürfte nach Einschätzung der Finanzmärkte enttäuscht werden.

Der US-Dollar legte nach den Daten zu. Kurse von US-Staatsanleihen gaben nach. Der deutsche Aktienmarkt wurde durch die Daten kaum bewegt.

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