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Rheinmetall schließt Umbau ab

Rekordaufträge im Fokus 05.06.2026, 17:10 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Lagerhalle Waffenherstellung
© Symbolbild erstellt mit DALL-E
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Rheinmetall 1.206,20 EUR +0,94 % Tradegate

Das Ende einer mehrjährigen Transformation

Rheinmetall hat einen wichtigen Meilenstein seiner strategischen Neuausrichtung erreicht. Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags für die Division Power Systems hat der Konzern den Umbau zu einem reinen Verteidigungsunternehmen formal abgeschlossen. Käufer der Sparte ist die Beteiligungsgesellschaft AEQUITA.

Der vorläufige Kaufpreis beläuft sich auf 350 Millionen Euro für 100 Prozent der Anteile. Der vollständige Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Mit dem Verkauf trennt sich Rheinmetall von einem Geschäftsbereich, der in den vergangenen Jahren unter den Herausforderungen der Automobilindustrie gelitten hatte.

Die strategische Ausrichtung konzentriert sich damit künftig vollständig auf die Verteidigungssparten Weapon and Ammunition, Vehicle Systems sowie Air Defence. Bereits heute wird Power Systems in der Bilanz als „discontinued operation“ geführt. Im Geschäftsjahr 2026 wird zudem eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von rund 200 Millionen Euro berücksichtigt.

Auftragsbestand erreicht historische Dimensionen

Während die Neuausrichtung abgeschlossen ist, präsentiert sich das operative Geschäft weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Auftragsbestand des Konzerns liegt mittlerweile bei rund 73 Milliarden Euro. Damit entspricht das Volumen mehr als dem Fünffachen eines Jahresumsatzes und unterstreicht die starke Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens.

Zusätzlichen Rückenwind brachte zuletzt ein Rahmenvertrag mit Rumänien. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 5,7 Milliarden Euro und zählt zu den größten Vereinbarungen der vergangenen Monate.

Der hohe Auftragsbestand gilt als wichtiger Indikator für die langfristige Auslastung der Produktionskapazitäten. Gleichzeitig zeigt er die Bedeutung Rheinmetalls als Ausrüster im Zuge steigender Verteidigungsausgaben in zahlreichen europäischen Staaten.

Aktie bleibt trotz Milliardenaufträgen unter Druck

Trotz der starken operativen Entwicklung spiegelt sich die Dynamik bislang nicht vollständig im Aktienkurs wider. Seit Jahresbeginn hat die Rheinmetall-Aktie rund 25 Prozent an Wert verloren. Gegenüber dem Rekordhoch vom September 2025 liegt das Papier sogar knapp 40 Prozent im Minus.

Das bisherige 52-Wochen-Tief wurde am 13. Mai bei 1.099,80 Euro markiert. Zuletzt notierte die Aktie bei 1.204,60 Euro und damit nur knapp oberhalb der Marke von 1.200 Euro.

Diese Diskrepanz zwischen Rekord-Auftragsbestand und schwächerer Kursentwicklung steht derzeit im Mittelpunkt vieler Marktbeobachtungen. Während das operative Geschäft wächst, warten Investoren offenbar auf weitere Belege dafür, dass sich die hohen Auftragseingänge nachhaltig in Umsatz und Ergebnis niederschlagen.

ILA Berlin rückt neue Technologien in den Fokus

Vom 10. bis 14. Juni wird Rheinmetall auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA Berlin erstmals in seiner neuen Konzernstruktur auftreten. Dabei will das Unternehmen mehrere Schlüsseltechnologien präsentieren.

Im Mittelpunkt steht die Loitering Munition FV-014 mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Für das System besteht bereits ein milliardenschwerer Rahmenvertrag mit der Bundeswehr. Ebenfalls präsentiert wird der Skyranger 30, ein mobiles Flugabwehrsystem, das bereits von Deutschland, Österreich und Dänemark bestellt wurde.

Darüber hinaus zeigt Rheinmetall das unbemannte System MQ-28 Ghost Bat aus dem Bereich der digitalen Domäne. Die Präsentation erfolgt gemeinsam mit SAR-Satelliten und verdeutlicht die zunehmende Bedeutung vernetzter und autonomer Systeme im Verteidigungssektor.

Halbjahreszahlen könnten für neue Impulse sorgen

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf die nächsten operativen Meilensteine. Von besonderem Interesse dürfte die formale Verbuchung des rumänischen Großauftrags im zweiten Quartal sein. Ebenso werden Fortschritte bei der Integration der maritimen Aktivitäten genau beobachtet.

Spätestens am 6. August dürfte sich zeigen, wie der Markt die aktuelle Entwicklung bewertet. Dann veröffentlicht Rheinmetall seine Halbjahreszahlen und gibt Einblicke in die weitere Geschäftsentwicklung eines Konzerns, der den Wandel zum reinen Verteidigungsspezialisten nun auch formal abgeschlossen hat.

Bn-Redaktion/aw
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