China erhöht den Druck

Rheinmetall baut die Produktion massiv aus 26.07.2026, 13:33 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Panzerbau
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China reagiert auf neue EU-Sanktionen

Die chinesische Regierung hat Exportkontrollen gegen insgesamt 14 europäische Unternehmen beschlossen. Aus Deutschland sind neben Rheinmetall auch die Antraco Chemie-Handelsgesellschaft und Sindlhauser Materials betroffen. Chinesische Exporteure dürfen den Firmen keine sogenannten Dual-Use-Güter mehr liefern. Dabei handelt es sich um Waren und Technologien, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke eingesetzt werden können. Die Einschränkungen gelten mit sofortiger Wirkung.

Handelskonflikt erreicht deutsche Unternehmen

Mit dem Schritt reagiert China auf die 21. Sanktionsrunde der Europäischen Union gegen Russland. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden auch 14 Unternehmen aus China und Hongkong mit Beschränkungen belegt. Ihnen wird vorgeworfen, das russische Militär oder die Rüstungsindustrie unterstützt zu haben. Die chinesischen Gegenmaßnahmen betreffen außerdem Firmen aus Italien, Frankreich, Polen, den Niederlanden und weiteren europäischen Staaten. Die Europäische Kommission will die möglichen Folgen gemeinsam mit den Mitgliedstaaten prüfen.

Rheinmetall bestätigt ehrgeizige Prognose

Ungeachtet der politischen Unsicherheit bleibt Rheinmetall operativ auf Wachstumskurs. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Umsatzanstieg von 40 bis 45 Prozent und einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Grundlage dafür sind die hohe Nachfrage nach Rüstungsgütern in Europa und der umfangreiche Auftragsbestand. Zudem prüft Rheinmetall die Übernahme von German Naval Yards Kiel. Eine Entscheidung soll nach Angaben von CEO Armin Papperger innerhalb der kommenden Wochen fallen.

350 Millionen Euro für mehr Produktion

Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt auf dem Ausbau der Pulverproduktion. Rheinmetall stellt dafür rund 350 Millionen Euro bereit. Die Zahl der Beschäftigten soll von derzeit mehr als 800 auf rund 1.400 steigen. Aktuell produziert das Werk jährlich etwa 1.700 Tonnen Pulver und 300.000 Treibladungsmodule. Innerhalb der nächsten 24 Monate soll sich die Ausbringungsmenge mehr als verdoppeln. Die neuen Anlagen sollen ab 2027 schrittweise die Produktion aufnehmen.

Projekt „Firepower“ soll Kapazitäten vervielfachen

Ab 2028 plant Rheinmetall eine Jahresproduktion von 4.200 Tonnen Pulver, mehr als fünf Millionen verbrennbaren Formteilen und über einer Million modularen Treibladungsmodulen. Konzernweit fließen 650 Millionen Euro in die Fertigung von Treibladungspulver und energetischen Vorprodukten. Mit dem Projekt „Firepower“ will Rheinmetall bis 2030 eine jährliche Gesamtkapazität von 20.000 Tonnen Treibladungspulver erreichen. Damit soll die Versorgungssicherheit erhöht und die Abhängigkeit von wenigen internationalen Herstellern verringert werden.

Bn-Redaktion/tb
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