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VW-Aktionäre fordern Blumes Rückzug von Porsche-Spitze 16.05.2025, 15:11 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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WOLFSBURG (dpa-AFX) - Auf der Hauptversammlung von VW sieht sich Konzernchef Oliver Blume mit zunehmender Kritik an seiner Doppelrolle als Chef von VW und Porsche konfrontiert. Aktionsschützer und Fondsvertreter forderten ihn auf, sich auf einen der Jobs zu konzentrieren. Angesichts der Krise beider Unternehmen sei es nicht tragbar, dass Blume beide Dax -Konzern führe. Blume erteilte dem eine Absage.

"Die Doppelrolle ist ein Erfolgsrezept", sagte er. "Gerade in aktuell herausfordernden Zeiten überwiegen die Vorteile bei Weitem." Klar sei aber auch: "Die Doppelrolle ist nicht auf die Ewigkeit angelegt." Entscheiden müsse das am Ende aber der Aufsichtsrat. Dort sei man überzeugt, dass "beide Unternehmen profitieren", sagte dessen Vorsitzender Hans Dieter Pötsch. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, mit den jüngsten Umbesetzungen im Porsche-Vorstand könnte Blume seine Nachfolge in Stuttgart vorbereiten.

"Auch Ihr Tag hat nur 24 Stunden"

Aktionärsvertreter übten dagegen scharfe Kritik an Blumes Doppelrolle. "Sie stehen im Kreuzfeuer der Interessen und auch Ihr Tag hat nur 24 Stunden", sagte Ingo Speich vom Fondsanbieter Deka. Um bei Volkswagen das Ruder herumzureißen, "müssen Sie beide Hände am Steuer haben, und das ist derzeit nicht der Fall".

Blume steht seit fast drei Jahren an der Spitze sowohl von Porsche als auch von Volkswagen und ist damit der einzige Manager, der zwei Dax-Konzerne führt. Das sei eine "einmalige Situation in der deutschen Unternehmenslandschaft" und schlicht "nicht tragbar", kritisierte Hendrik Schmidt vom Fondsanbieter DWS . Volkswagen habe mit Blume nur einen Teilzeit-Chef, "dem die Probleme über den Kopf wachsen", kritisierte Janne Werning von der Fondsgesellschaft Union Investment.

VW will 2025 trotz Gegenwind wachsen

Mit Blick auf die Lage des Konzerns sprach Blume von weiter herausfordernden Rahmenbedingungen. "Aktuell erleben wir eine Welt in rasantem Wandel." Dem wolle sich der Konzern "mit voller Kraft" stellen und 2025 weiter Fahrt aufnehmen. Dafür habe der Konzern mit den aufgelegte Sparprogrammen inklusive Stellenabbau bei VW, Audi und Porsche die Basis geschaffen. "Aber der größte Teil der Umsetzung liegt noch vor uns."

Europas größter Autobauer hatte sich Ende 2024 nach langem Ringen mit der IG Metall auf harte Einschnitte bei der Kernmarke VW geeinigt. Ähnliche Programme legten danach die Töchter Audi und Porsche auf. Mehr als 40.000 Stellen sollen konzernweit wegfallen.

Also große Unsicherheit kommen nun aber die Zölle von US-Präsident Donald Trump hinzu, die das US-Geschäft belasten. VW arbeite daher an einem Maßnahmeplan für Nordamerika, sagte Blume. Und bereits ab diesem Jahr würden US-Töchter von den Diversitätszielen des Konzerns ausgenommen, fügte Rechtsvorstand Manfred Döss hinzu. Trump fordert ein Ende solcher Programme zur Förderung benachteiligter Personengruppen.

Aktionäre nur per Video zugeschaltet

Wie im Vorjahr fand das Aktionärstreffen rein virtuell statt, bei dem sich Aktionäre per Video zuschalten konnten. Bei den Anteilseignern stieß das auf scharfe Kritik. "Mit dem heutigen virtuellen Hauptversammlungsformat muten Sie Ihren Aktionärinnen und Aktionären eindeutig zu viel zu und ziehen sich in den bequemen Elfenbeinturm zurück", kritisierte Deka-Vertreter Speich. Und das "gerade wenn es schwierig wird". Mehrere Aktionäre beantragten, rein digitale Treffen künftig per Satzungsänderung zu verbieten.

Große Chancen werden dem nicht eingeräumt. Denn die Mehrheitsverhältnisse bei Volkswagen sind klar verteilt: Die Stimmrechte liegen zu rund 90 Prozent bei den Hauptaktionären Porsche SE, Land Niedersachsen und dem Staatsfonds aus Katar. Die Vorzugsaktionäre - und damit der überwiegende Teil der Kleinanleger - haben auf der Hauptversammlung zwar Frage- und Rederecht, dürfen aber nicht abstimmen.

Zuletzt hatte Europas größter Autobauer seine Anteilseigner vor zwei Jahren in Präsenz empfangen, war dann aber zum virtuellen Format zurückgekehrt. Offiziell begründet VW das mit Kostengründen. Ob die Versammlung 2026 wieder in Präsenz abgehalten werde, ließ Rechtsvorstand Döss offen./fjo/DP/jha

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