Russland setzt Reservisten im Kampf gegen Kiewer Drohnen ein 28.10.2025, 15:26 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

MOSKAU (dpa-AFX) - Russland setzt zum Schutz vor ukrainischen Drohnenangriffen gegen wichtige Anlagen etwa der Energieinfrastruktur nun erstmals Reservisten ein. Im Leningrader Gebiet um die Millionenmetropole St. Petersburg (früher Leningrad) hat die erste Einheit, die auch Sabotageakte verhindern soll, ihre Arbeit aufgenommen, wie die Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf Gouverneur Alexander Drosdenko berichtet.

Demnach sollen in einem ersten Schritt dort 105 Reservisten zum Einsatz kommen. Zugleich verabschiedete das russische Parlament im Eilverfahren ein Gesetz, um dieses neue Modell zum Schutz strategisch wichtiger Objekte durch Reservisten zu legalisieren.

Die Ukraine greift in ihrem Abwehrkampf gegen die seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernde Moskauer Invasion immer wieder Ziele in Russland an. Dabei gibt es oft Treffer in Treibstoffdepots und Ölraffinerien. Zwar meldet die russische Flugabwehr täglich den Abschuss von Drohnen. Die Initiative des russischen Verteidigungsministeriums, nun Reservisten für den Schutz von Objekten heranzuziehen, deutet aber auf die Sicherheitsprobleme im Land hin.

Laut Gouverneur Drosdenko werden die Reservisten im Leningrader Gebiet mit Waffen und Fahrzeugen ausgestattet - praktisch als eine Verstärkung der Flugabwehr. Im Leningrader Gebiet mit seiner wichtigen Hafen-, Energie- und Industrieinfrastruktur gab es wie in anderen Regionen Russlands bereits mehrfach folgenreiche Drohnenschläge der Ukraine.

Sicherheitsrat: Zunahme ukrainischer Angriffe

Die Zahl der Drohnenangriffe ist auf beiden Seiten des Krieges massiv gestiegen. Noch vor zwei Jahren seien Drohnenangriffe der Ukraine Einzelfälle gewesen, nun gehe die Zahl in die Hunderte, sagte der Sekretär des nationalen russischen Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, der russischen Agentur Interfax zufolge. Demnach ist besonders der Föderationsbezirk Wolga am gleichnamigen Fluss mit seinen vielen strategisch wichtigen Rüstungsbetrieben zunehmend Ziel ukrainischer Angriffe.

Schoigu warnte, der Ausfall der Infrastruktur, darunter Schienen- und Verkehrswege, könne schwere Folgen für den militärischen Nachschub für den Krieg gegen die Ukraine haben. Für einen besseren Schutz wichtiger Anlagen sollten deshalb dort auch Gruppierungen mit Freiwilligen entstehen. Kremlchef Wladimir Putin unterstütze das, sagte Schoigu./mau/DP/jha

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