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Soziologin warnt vor Nachteilen für Frauen bei Reformplänen 05.07.2026, 12:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Soziologin Jutta Allmendinger sieht bei den Reformplänen der Koalition bei Rente, Gesundheit, Pflege und Steuern die Folgen für Frauen zu wenig berücksichtigt. "Aufgewertet wird die Erwerbsarbeit, entwertet wird die unbezahlte Sorgearbeit", sagte die bekannte Wissenschaftlerin der "Zeit".

Als Beispiel nennt sie die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Die sei zwar im Grundsatz richtig, weil Frauen sonst in schlecht bezahlten Jobs blieben, um sich nicht selbst versichern zu müssen. "Wenn man sie aber isoliert abschafft, so wie es die Regierung plant, kann das Frauen sogar schaden", findet Allmendinger. Der Staat müsse parallel Kitas und Ganztagsschulen ausbauen. "Denn nur wenn es genug Betreuungsmöglichkeiten gibt, können Frauen mehr arbeiten."

Und auch bei der geplanten Einführung einer gesetzlichen Kapitalrente müsse die Situation der Frauen mitgedacht werden, die für die Kindererziehung zu Hause bleiben. "Im bisherigen Umlageverfahren bekommen Frauen für die Kindererziehung Rentenpunkte gutgeschrieben", sagte sie. "Denkt man das weiter, müsste der Staat künftig für sie auch zusätzliche Beiträge in den kapitalgedeckten Teil der Rentenversicherung einzahlen." Das ist bislang allerdings nicht geplant.

Geplant ist eine Kapitalrente, die das Rentenniveau stabilisieren soll. Dafür würde der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hälftig gezahlte Rentenbeitrag zusätzlich um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht.

Warnung vor Abrutschen in Schwarzarbeit

Allmendinger plädierte bei den Minijobs für deren Abschaffung, warnte aber, dass Frauen ohne zusätzliche Maßnahmen wie einen Ausbau der Kinderbetreuung dadurch sogar "in die Schwarzarbeit abrutschen" könnten. Die Rentenkommission hatte vorgeschlagen, dass Minijobs beitragsfrei nur noch für Schülerinnen und Schüler möglich sein sollen. Die Koalition hat sich hier noch nicht geeinigt.

Bei den Steuerplänen schlug Allmendinger die Abschaffung des Ehegattensplittings vor. "Sonst werden Frauen ihre Arbeitszeit weiterhin stärker reduzieren als Männer", gab sie zu bedenken. Die Union lehnt das Aus des Splittings ab.

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