Umsetzung erschwerter Krankschreibungen noch offen 03.07.2026, 12:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die umstrittenen Pläne der schwarz-roten Koalitionsspitzen für erschwerte Krankschreibungen im Job bleiben bei den konkreten Folgen vorerst vage. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte in Berlin, die Ausgestaltung stehe jetzt erst bevor. Mit Blick auf die angekündigte verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon ab dem ersten Krankheitstag sagte er: "Das heißt nicht, dass man am ersten Tag zum Arzt gehen sollte."

Ähnlich hatte sich zuvor Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geäußert. "Sie müssen nicht am ersten Tag in die Arztpraxis. Sie müssen vom ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung haben", sagte er in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Zu Nachfragen, wie und wann man dann an die Bescheinigung kommen soll, gab es vonseiten der Bundesregierung keine konkreten Angaben. Das Gesundheitsministerium wies aber auf die bestehende Möglichkeit hin, sich eine Bescheinigung über eine Videosprechstunde ausstellen zu lassen.

Höhere Hürden für Krankschreibungen

Die Spitzen der Koalition haben angesichts hoher Fehlzeiten strengere Regeln vereinbart. Die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen auch ohne Praxisbesuch soll abgeschafft werden. Außerdem soll die verpflichtende Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag als gesetzliche Regel eingeführt werden - statt wie bisher am vierten Tag. In Betrieben sollen abweichende Regeln vereinbart werden können.

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