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VERMISCHTES

Nacht im Flugzeug: Feuerwehr hätte Passagieren helfen können 27.02.2026, 11:21 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Während Hunderte Passagiere nachts in Flugzeugen am Münchner Flughafen ausharren müssten, waren nach Airport-Angaben Dutzende Feuerwehrleute, die hätten helfen können, in unmittelbarer Nähe. "Sie hätten alarmiert werden sollen", sagte Thomas Hoff Andersson, der Geschäftsführer Aviation und Operation der Flughafen München GmbH.

"Wir haben das nicht gut hingekriegt"

Insgesamt hätte es in jener Nacht mehrere Möglichkeiten gegeben, die Situation mit Notfallmaßnahmen zu beheben, das sei aber nicht geschehen. "Wir haben das nicht gut hingekriegt", sagte Hoff Andersson. Dafür wolle er sich bei den Passagieren und auch den Crews in den betroffenen Maschinen entschuldigen.

Künftig soll es "klare Vorgaben geben, wenn Eskalationen auf die nächste Führungsebene erfolgen müssen". Außerdem wollen der Flughafen und die Lufthansa künftig in solchen Fällen noch enger kooperieren.

"So etwas darf nicht passieren"

"Wir haben in dieser Nacht Fehler gemacht", sagte auch Heiko Reitz, zuständiger Bereichsvorstand von Lufthansa. "So etwas darf nicht passieren."

Er sieht drei Gründe für die unfreiwillige Übernachtung der Passagiere im Flugzeug: Die Wettersituation sei außergewöhnlich schwierig gewesen, dann hätten zu wenig Busfahrer zur Verfügung gestanden, weil falsch priorisiert worden sei. Und dann habe man sich noch fälschlicherweise gegen eine "Eskalation" entschieden und dagegen, beispielsweise die Flughafenfeuerwehr zu alarmieren.

Dabei hätten nach Flughafenangaben 49 Feuerwehrleute und auch Notfalltreppen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung gestanden. Da keine Gefahr für die Passagiere bestanden habe, habe nicht automatisch ein Notfallplan gegriffen. Auch Hoff Andersson sprach von einer "Verkettung mehrerer Umstände".

Insgesamt waren laut Flughafen in der Nacht zum Freitag vergangener Woche sechs Flüge mit rund 600 Passagieren betroffen, die bereits an Bord waren und eigentlich starten sollten. Als die Flugzeuge dann aber wegen des starken Schneefalls wider Erwarten doch nicht abheben durften, fehlten Busse, um die Fluggäste ins Flughafengebäude zurückzubringen.

Kritik von der Feuerwehr

Zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens gilt in München die Nachtflugregelung. Um dennoch möglichst viele Flüge zu ermöglichen, sei in der Nacht eine Sonderfluggenehmigung eingeholt worden, sodass Flugzeuge noch bis 1.00 Uhr starten konnten. Wegen des massiven Schneefalls konnten die betroffenen sechs Flieger in dem Zeitfenster nicht abheben.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, Siegfried Maier, hatte bemängelt, "dass es nicht zu einer Alarmierung der Flughafenfeuerwehr gekommen ist".

Denn wäre sie zum Einsatz gekommen, hätten die Einsatzkräfte dafür gesorgt, dass die Passagiere aussteigen können. "Ein eventueller Transport in ein Flughafengebäude wäre ebenfalls zu organisieren möglich gewesen", betonte Maier. Dazu hätten beispielsweise auch Fahrzeuge von Feuerwehr und Bundespolizei genutzt werden können. "Ein Notausstieg und Transport in ein Gebäude wäre vielleicht nicht für alle Betroffenen zeitgleich zu realisieren, aber möglich gewesen", sagte er.

Staatsanwaltschaft prüft Polizeibericht

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat einen Prüfvorgang angelegt und beschäftigt sich derzeit mit einem Polizeibericht über den Vorfall. Die Polizei war tätig geworden, nachdem ein "wohl unbeteiligter Dritter" eine Prüfung der Vorgänge angeregt hatte, hatte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitgeteilt.

Dieser Antrag sei über ein Kontaktformular beim Landeskriminalamt (LKA) in München eingegangen. Anzeigen von betroffenen Passagieren gingen nach Polizeiangaben zunächst nicht ein.

Die Lufthansa hatte bereits mitgeteilt, dass die Betroffenen eine finanzielle Entschädigung erhalten sollen. Fünf der sechs betroffenen Flüge zählten zur Lufthansa Group. Reitz rief Betroffene auf, sich bei der Airline zu melden./bsj/DP/mis

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