VW-Aufsichtsrätin

Werksschließungen keine Zukunftsstrategie 03.07.2026, 06:18 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Mögliche Werksschließungen bei Volkswagen DE0007664039 stoßen im Aufsichtsrat des Autokonzerns auf Widerstand. "Einfach nur Werke zu schließen, wäre viel zu kurz gesprungen. Werksschließungen sind keine Zukunftsstrategie", sagte Niedersachsens Vize-Regierungschefin und VW DE0007664039-Aufsichtsrätin Julia Willie Hamburg der Deutschen Presse-Agentur.

Niemand stelle den notwendigen Wandel infrage. "Im Gegenteil: Volkswagen muss sich verändern", sagte die Grünen-Politikerin. "Aber die Transformation muss den Konzern nachhaltig wettbewerbsfähiger machen und an seine Stärken anknüpfen - nicht seine industrielle Substanz schwächen."

Das "Manager Magazin" hatte berichtet, der VW-Konzern wolle seinen Sparkurs deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken in Deutschland - Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm - drohe die Schließung.

VW soll mit innovativen Produkten überzeugen

Die Situation von Volkswagen sei ernst, räumte Hamburg ein. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu halten, gebe es jedoch andere Möglichkeiten als Werksschließungen. Zum Beispiel gebe es viele Synergien, die der Konzern noch heben kann, sagte sie. "Da liegt doch der eigentliche Hebel, auch wirklich Kosten zu senken." Aufgrund seiner Konzernstruktur verfüge VW über erhebliche Potenziale, Prozesse zu vereinfachen, Doppelstrukturen abzubauen und die Zusammenarbeit zwischen den Marken zu verbessern.

"Diese Stärke muss Volkswagen konsequenter nutzen", sagte Hamburg und forderte zugleich mehr Innovation: "Entscheidend ist aber vor allem, dass der Konzern wieder mit innovativen Produkten überzeugt. Genau daraus sind die großen Erfolge von Volkswagen immer entstanden." VW müsse dafür weiter in Zukunftstechnologien investieren, von moderner Antriebstechnik über Software bis hin zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

Hamburg: Schließung von Werken wirkt frühestens 2030

Einen kurzfristigen Effekt möglicher Werksschließungen sieht Hamburg dagegen nicht. "Werksschließungen wirken, wenn überhaupt, frühestens 2030. Das ist nicht die Antwort auf die akute Krise, die wir jetzt gerade haben", sagte sie. "Wir werden deshalb darauf hinwirken, dass der Vorstand jetzt sehr strukturiert Lösungen präsentiert, die auch umsetzbar sind, die ausreichend geprüft sind und die dann auch wirklich einen Effekt haben."

Im Dezember 2024 hatten die Gewerkschaft IG Metall und Volkswagen nach harten Tarifverhandlungen eine Beschäftigungssicherung für die deutschen Konzernstandorte bis 2030 vereinbart, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Für den Fall, dass VW diese aufkündigt, wurde eine Strafzahlung von einer Milliarde Euro festgelegt.

Debatte verunsichert Mitarbeiter der Standorte

"Wenn eine Industrie einmal verloren gegangen ist, kommt sie nicht so schnell wieder", warnte die stellvertretende Ministerpräsidentin. "Das kann nicht unser Interesse sein, weder von Volkswagen als Konzern noch von uns als Land Niedersachsen."

Den Beschäftigten signalisierte Hamburg die Unterstützung der Landesregierung. "Natürlich sorgt die öffentliche Debatte gerade für massive Verunsicherung an den Standorten", sagte sie. "Uns ist es ein Anliegen, dieser Verunsicherung zu begegnen, diese ernst zu nehmen, ins Gespräch zu gehen und auch Sorgen auszuräumen."

Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern hat es dadurch eine Mehrheit im Aufsichtsrat. Bei wichtigen Entscheidungen hat das Land zudem ein Vetorecht.

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