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WDH/Berliner SPD-Vize Kiziltepe für Rot-Grün-Rot 25.09.2026, 09:08 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(Wiederholung: Satz im dritten Absatz gestrichen)

BERLIN (dpa-AFX) - Die Berliner SPD-Vize-Vorsitzende Cansel Kiziltepe hat sich für Koalitionsverhandlungen ihrer Partei mit dem Wahlsieger Linke und den Grünen ausgesprochen. "Die Berlinerinnen und Berliner haben sich am Wahltag für eine linke Politik entschieden", sagte Kiziltepe der Deutschen Presse-Agentur.

"Auch wenn die SPD deutlich abgewählt wurde: Unsere Schnittmengen zur Linken und Grünen sind offensichtlich", so die Politikerin, die Senatorin für Arbeit und Soziales im aktuellen schwarz-roten Senat. "Es ist unser demokratischer Auftrag, mit diesen Mehrheiten auch in Koalitionsverhandlungen zu gehen."

"Stadt braucht stabile Regierung"

Kiziltepe ist die erste führende SPD-Politikerin in Berlin, die sich in dieser Frage klar positioniert. Sie gehört zum linken Flügel der Partei und hat mit Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp viele inhaltliche Übereinstimmungen. Rechnerisch möglich wäre neben Rot-Grün-Rot auch eine Koalition zwischen CDU, Grünen und SPD.

"Unsere Stadt braucht eine stabile Regierung, die für den politischen Wandel steht", so Kiziltepe. "Weder eine Minderheitsregierung noch die Neuauflage eines CDU-geführten Senats sind nach diesem Wahlergebnis eine ernsthafte Option." Sie betonte aber auch: "Die Linke muss jetzt klare Antworten liefern, wie sie mit antisemitischen Vorfällen in ihrer Partei konsequent umgehen wird. Ich erwarte hier Null-Toleranz."

SPD mit desolatem Wahlergebnis

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag war die Linke mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Die SPD mit Parteichef und Spitzenkandidat Steffen Krach fuhr ihr historisch schlechtestes Ergebnis ein und kam mit 12,1 Prozent nur auf Platz fünf.

Die Linke strebt Sondierungsgespräche mit Grünen und SPD an, am Abend soll ein Parteitag darüber entscheiden. Der Berliner Landesverband war unter anderem wegen umstrittener Positionen von Teilen der Partei zu Nahostkonflikt und Antisemitismus in die Kritik geraten. Bei einer Wahlparty des Kreisverbands Neukölln waren eine bekannte Clan-Größe sowie ein umstrittener propalästinensischer Aktivist anwesend. Die Parteispitze hatte Vorwürfe zurückgewiesen.

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