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Dax behält Rekordhoch im Blick - Risiko US-Inflationsdaten 10.07.2026, 15:46 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Trotz der neuen Eskalation im Nahen Osten könnte der Dax DE0008469008 wieder Kurs auf sein Rekordhoch nehmen. Denn der Ölpreis als Gradmesser für die Inflationssorgen am Markt ist zuletzt nur leicht gestiegen, obwohl US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe mit dem Iran zuletzt in Frage gestellt hatte.

Das Wohl und Wehe des deutschen Leitindex in der neuen Woche hängt aber auch davon ab, ob wichtige Preisdaten aus den USA nicht doch wieder die Furcht vor einer anziehenden Teuerung schüren. Zudem könnten enttäuschende Geschäftszahlen von US-Großbanken den Optimisten am Aktienmarkt einen Strich durch die Rechnung machen.

Aktuell ist Analyst Ulf Krauss von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) noch recht zuversichtlich gestimmt. Denn nach dem jüngsten Kursrutsch des Dax als Reaktion auf die wieder aufgenommenen kriegerischen Handlungen zwischen dem Iran und den USA hat sich der Leitindex zuletzt wieder stabilisiert. Anleger könnten dem Experten zufolge auf ein bekanntes Muster setzen: Mit dem erratischen Führungsstil des US-Präsidenten ist auch eine "Beruhigung" der Lage jederzeit möglich.

Für Unruhe aber könnten aus den USA die Verbraucherpreise am Dienstag und die Erzeugerpreise am Mittwoch sorgen, denn es ist wohl bereits viel Zinshoffnung im Leitindex eingepreist. "Je höher der Turm, desto empfindlicher reagiert er auf Wind, und der Dax ist gerade ein hoher Turm", sagte Roland Schmack, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Meine Werte. Die größte Gefahr für das Börsenbarometer seien deshalb in der neuen Woche die Preisdaten aus den Vereinigten Staaten. Sollten diese höher als erwartet ausfallen, wackele sofort die Aussicht auf ein günstigeres Zinsumfeld, auf die ein guter Teil der jahrelangen Dax-Rally basiere.

Zweitens bleibt Schmack zufolge die Bewertung im Technologiesektor ein latentes Risiko, denn die Stimmung hänge an der Nervosität rund um KI-Investitionen und Kapitalkosten der sogenannten Hyperscaler. Damit sind große Cloud-Computing-Dienstleister gemeint, die weltweit viel Speicherplatz und Rechenleistung anbieten.

Drittens sind geopolitische Risiken und politische Unsicherheiten dem Experten zufolge weiterhin ein Belastungsfaktor, insbesondere der Nahostkonflikt, die US-Handelspolitik und die Diskussion über die Unabhängigkeit der US-Notenbank. "Wer nach diesem Lauf noch auf der Kaufseite bleibt, sollte die Stoppkurse enger ziehen als sonst", mahnte Schmack.

In den USA nimmt zudem die Berichtssaison der Unternehmen zum zweiten Quartal Fahrt auf. Der Zahlenreigen startet traditionell mit den großen Banken. So berichten am Dienstag JPMorgan US46625H1005, Goldman Sachs US38141G1040, Citigroup US1729674242, Bank of America US0605051046 und Wells Fargo US9497461015 über ihre Geschäfte. Am Mittwoch folgen Morgan Stanley US6174464486, Bank of New York Mellon US0640581007 und PNC Financial Services US6934751057.

Mit den Resultaten der US-Banken entscheide sich, ob die Rekordlaune der Anleger auf Substanz gebaut sei oder nur auf Zinsfantasie, sagte Vermögensverwalter Ortay Gelen von Axia Asset Management. Lieferten die Finanzhäuser, dürfte kaum etwas den Dax von seinem Kurs gen historischen Höchststand abhalten.

Hierzulande ist die Berichtssaison noch kein großes Thema. Am Dienstag veröffentlicht der Verpackungshersteller Gerresheimer DE000A0LD6E6 seine Quartalszahlen. An diesem Tag informieren auch der Autobauer Mercedes-Benz Group DE0007100000 (vor Börseneröffnung) und der Zulieferer Schaeffler DE000SHA0100 (nach Börsenschluss) Analysten, um deren Schätzungen mit denen der Unternehmen abzugleichen (sogenannte Pre-Close-Calls vor den anstehenden Quartalszahlen).

Bereits am Montag steht der Abschluss des fünften klassischen Börsengangs in Deutschland im laufenden Jahr auf der Agenda. Der Mastsysteme-Hersteller Smag Mobile Antenna Masts BBG009DFTY51 geht auf das Parkett./la/jsl/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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