TURKCIMENTO plädiert für die Anerkennung von EU-konformen MRV-Daten im CBAM 24.03.2026, 12:23 Uhr von EQS News Jetzt kommentieren: 0


EQS-Media / 24.03.2026 / 12:23 CET/CEST

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Türkische Zementhersteller weisen darauf hin, dass die EU-CBAM-Standardwerte die tatsächlichen Emissionen deutlich überschätzen und dadurch die CO₂-Kosten von 20 € auf 80 € pro Tonne in die Höhe treiben. Sie plädieren für die Anerkennung nationaler, EU-konformer MRV-Daten, um unverhältnismäßige Kosten zu vermeiden und einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Ankara — Die Omnibus-Gesetzesänderungen wurden am 17. Oktober 2025 von der Europäischen Kommission veröffentlicht, und die Durchführungsverordnungen traten im Dezember 2025 in Kraft. Der türkische Zementherstellerverband (TURKCIMENTO) hat eine Stellungnahme zum Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) der Europäischen Union veröffentlicht. Dabei weist der Verband darauf hin, dass die derzeitige Umsetzung das Risiko einer faktisch nichttarifären Handelsbarriere für die türkische Zementindustrie birgt, und stellte gleichzeitig seine Lösungsvorschläge vor.

„Die Priorität des türkischen Zementsektors liegt in der sorgfältigen Erstellung und Verifizierung von Emissionsberichten im Rahmen des CBAM. Probleme bei der Verifizierung tatsächlicher Emissionswerte könnten jedoch dazu führen, dass die Differenz zwischen tatsächlichen Werten und Standardwerten zu einer erheblichen finanziellen Belastung wird“, sagte Volkan Bozay, CEO von TURKCIMENTO.

„Wenn diese Differenz auf der Grundlage der aktuellen Preise des EU-Emissionshandelssystems (ETS) berechnet wird, steigen die CO2-Kosten pro Tonne Klinker von etwa 20 € auf 80 €. Der daraus resultierende Betrag übersteigt sogar den durchschnittlichen Stückpreis der in die EU exportierten Produkte und gefährdet damit unmittelbar die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Exporte.“ 

CBAM könnte Auswirkungen auf EU-Verbraucher haben

„Die türkische Zementindustrie arbeitet seit 2015 mit einem EU-konformen MRV-System (Monitoring, Reporting, Verification). In allen unseren Werken kommen emissionsarme Trockenöfen zum Einsatz, und unsere tatsächlichen Emissionswerte liegen deutlich unter den EU-Standardwerten. Da für die Türkei kein länderspezifischer Standardwert festgelegt wurde, führt die Anwendung der höchsten Emissionskoeffizienten aus der Kategorie ‚andere Länder‘ zu einer unfairen Benachteiligung unserer Branche“, erklärte Bozay.

„Die von unseren Mitgliedern im Rahmen der CBAM-Übergangsphase in der Türkei gemeldeten tatsächlichen Daten zeigen, dass die Emissionen für grauen Zementklinker bei 0,88 tCO₂/Tonne liegen. Im Gegensatz dazu beträgt der für die Türkei gemäß EU-Recht verwendete Standardwert 1,551 tCO₂/Tonne. Diese Differenz führt zu zusätzlichen Kosten, die die tatsächliche Emissionsleistung nicht widerspiegeln.“

„In seiner derzeitigen Form könnte das CBAM zu höheren Kosten führen, die sich am Ende in den Endverbraucherpreisen widerspiegeln und somit auch die Verbraucher in der EU treffen. Daher sind eine rechtzeitige Verifizierung und realistische Standardwerte entscheidend. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Mechanismus im Widerspruch zu den grundlegenden Prinzipien der Zollunion steht“, fügte Bozay hinzu.

Ausgleich indirekter Emissionen durch erneuerbare Energien

Bozay machte zudem auf einige technische Fragen aufmerksam, die in der Praxis geklärt werden müssen:

„Unsere Branche setzt verstärkt auf erneuerbaren Strom. Damit ein kleines bis mittelgroßes Zementwerk seinen Eigenverbrauch jedoch vollständig aus erneuerbaren Energien decken kann, ist eine Solarleistung von etwa 50–70 MW erforderlich. Eine Investition dieser Größenordnung innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des Werksgeländes zu tätigen und eine direkte Anbindung herzustellen, ist technisch oft nicht machbar. 

Daher würden entsprechende Investitionen oft an anderen Standorten umgesetzt. Für CBAM seien daher klare Regelungen notwendig, damit solche Investitionen sowie die tatsächlichen Produktionsdaten bei der Berechnung indirekter Emissionen berücksichtigt werden können.“

TURKCIMENTO stellt Lösungsvorschläge vor: „CBAM darf nicht zu einer Handelsbarriere werden“

Volkan Bozay stellte zudem die von TURKCIMENTO vorgeschlagenen Lösungen vor: 

„Um zu verhindern, dass CBAM zu einer Handelsbarriere wird, sollten anstelle der allgemeinen Standardwerte der Kategorie ‚andere Länder‘ nationale Werte auf Basis EU-konformer MRV-Daten verwendet werden.“ Bis eine vollständig funktionierende Verifizierungsinfrastruktur vorliegt, sollten tatsächliche Emissionsdaten als Grundlage herangezogen und unverhältnismäßige finanzielle Belastungen vermieden werden.

Andernfalls könnte der CBAM zu einer technischen Handelsbarriere werden, da es nicht zwischen emissionsarmen und emissionsintensiven Produktionen unterscheidet.

Wichtig sei zudem, die Akkreditierungsregeln der EU sowie die Liste der unter CBAM akkreditierten Organisationen schnellstmöglich zu klären, da diese bislang noch nicht vollständig definiert sind.

Kontakt:
Ceren Alkan Yılmaz  
cerena@turkcimento.org.tr



Emittent/Herausgeber: TÜRKÇİMENTO
Schlagwort(e): Industrie

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