Lehman Brothers, der Crash von 1929 und die SVB … 18.03.2023, 09:00 Uhr von Aktienwelt360

Die Insolvenz der Silicon Valley Bank (SVB) hat Angst und Panik an die Aktienmärkte zurückgebracht, zumindest kurzfristig. Trotzdem zeigt das Thema, dass eine gewisse makroökonomische Gefahr bei Aktien und in der Welt der Wirtschaft immer mitschwingt. Ob weitere Dominoeffekte folgen, ist für viele Investoren gegenwärtig die große und relevante Frage.

Erste Börsen- und Wirtschaftsmedien ziehen bereits Parallelen. Die Erwähnung von Lehman Brothers ist eine logische Konsequenz, schließlich ist diese Pleite, die die letzte Finanzkrise auslöste, ca. 15 Jahre her und steckt vielen Investoren noch immer in den Köpfen. Aber witzigerweise habe ich bei meinen Recherchen auch den Vergleich zum Crash- und Horror-Jahr 1929 gesehen. Oh Schreck, oh Schreck!

Wir von der Aktienwelt360 sehen das aktuelle Problem rund um die SVB als das, was es ist: als vielschichtig, keine Frage. Gleichzeitig betonen wir jedoch unentwegt die langfristig-orientierte Perspektive, aus der ich, auch mit Blick auf das Lehman-Brothers-Fiasko und dem Crash der 1929er Jahre eine klare Folgerung ziehe: Es ist eine Chance für geduldige, weitsichtige Investoren.

SVB, Lehman Brothers sowie andere Korrekturen und Crashs

Ob sich die Causa rund um die SVB zu einer Finanzkrise wie die in Zeiten der Lehman-Brothers-Pleite hochschaukelt, bleibt abzuwarten. Wir Aktienwelt360-Analysten versuchen in der Regel nicht, per Kristallkugel in die makroökonomische Zukunft zu sehen (was jedoch nicht bedeutet, dass wir nicht die unternehmensorientierten Folgen für unsere Aktien ausloten). Und auch ich werde heute im Rahmen dieser „Bilanz ziehen“-Ausgabe nicht versuchen, die Tragweite zu definieren. Aber es besteht zumindest eine realistische Chance, dass es weitere Unsicherheitsfaktoren gibt.

Trotzdem sollten wir stets das größere Bild sehen. Der Ausfall von Lehman Brothers ist zum Ende der 00er Jahre ein großes Ereignis und ein Novum gewesen. Quasi so etwas wie ein Systemtest für die gesamte Bankenwelt. Davon sind wir heute (noch) weiter entfernt, was ein guter Ansatzpunkt für weitsichtige Investoren sein kann. Wobei wir bei der SVB noch mittendrin stecken und noch nicht aus der Retrospektive die Gesamtsituation beurteilen können.

Aber wir können anhand von Lehman Brothers und vieler anderer Crashs ein Fazit ziehen, wie sich Aktien insgesamt entwickelten. Wer sich auf Angst und Panik konzentriert, der sieht vermutlich, dass sich DAX, S&P 500 & Co. in den anderthalb Jahren zwischen Sommer 2007 und Jahresanfang 2009 in etwa halbiert haben. Lehman Brothers ist, wie gesagt, ein einschneidendes Ereignis für die Wirtschafts- und Börsenwelt gewesen.

Wir dürfen aber nicht vergessen: Seit dem Korrekturtief haben sich DAX und S&P 500 wieder prächtig entwickelt. Nicht nur, dass sich beide Indizes seit dem Tief zwischenzeitlich sogar vervierfacht haben. Nein, selbst die Bewertungen vom 2007er Hoch an konnten bis heute deutlich gesteigert werden. Investoren, die per Buy-and-Hold auf ein breites Depot gesetzt haben, sind in den meisten Fällen heute trotzdem vermögender, trotz der Krisen.

Gewinner und Verlierer: Auch bei der SVB

Es ist sehr einfach, ein allgemeines Fazit zu ziehen, wenn wir auf DAX, S&P 500 und Co. schauen sowie die Kursentwicklung aus der Retrospektive betrachten und auch hier mögliche Parallelen ziehen. Wie gesagt, wir befinden uns heute zumindest bei Lehman Brothers in der luxuriösen Situation, dass wir aus der Rückschau heraus betrachten können. Diesen Luxus haben wir zumindest bei der SVB noch nicht.

Zudem wäre es zu einfach und vermutlich auch falsch zu sagen, dass für jedes Unternehmen alles einfach wieder gut wird. Zumindest für Aktionäre der SVB lässt sich ein solches Fazit gewiss nicht ziehen. Auch die Unternehmenskunden der SVB, zu denen unter anderen Etsy, Roku und Roblox zählen, müssen auf eine glimpfliche Lösung für ihre Einlagen hoffen, die sich jedoch womöglich abzeichnet.

In einem Punkt können wir uns als Investoren aber auf das größere Gesamtbild konzentrieren. Ereignisse wie Lehman Brothers, die SVB oder auch andere Unsicherheiten existieren einfach. Sie sind in der Regel sehr kurz, mit hoher Unsicherheit und extremer Volatilität verbunden. Aber sie gingen zumindest in der Vergangenheit auch stets wieder vorbei.

Nicht jedes Unternehmen erholt sich von solchen Schlägen, für die Aktie so mancher Unternehmen gibt es keine Erholung. Auf den Großteil der globalen Aktien und des breiten Marktes trifft dieses Schreckensszenario jedoch nicht zu. Konzentrieren wir uns als Investoren daher besser darauf, wo wir in solchen Zeiten gute, günstige Chancen sehen, anstatt den möglichen Ausfällen eine zu große Bedeutung für unser Portfolio beizumessen.

In diesem Sinne: Auf weiterhin erfolgreiches, langfristiges Investieren – trotz aller Krisen!


Der Artikel Lehman Brothers, der Crash von 1929 und die SVB … ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

Der Bärenmarkt-Überlebensguide: Wie du mit einer Marktkorrektur umgehst!

Ein erneutes Aufflammen von Corona in China, Krieg innerhalb Europas und eine schwächelnde Industrie in Deutschland in Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen. Das sind ziemlich viele Risiken, die deinem Depot nicht guttun.

Hier sind vier Schritte, die man unserer Meinung nach immer vor Augen haben sollte, wenn der Aktienmarkt einen Rücksetzer erlebt.

Klick hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

Offenlegung: Vincent besitzt Aktien von Etsy und Roku. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Etsy, Roblox und Roku.

Aktienwelt360 2023

Autor: Vincent Uhr, Investmentanalyst


Jetzt den vollständigen Artikel lesen

Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer