20-Bagger im Joghurtbecher - Kri-Kri Milk

ein griechischer Exportschlager 19.08.2026, 09:53 Uhr von MediaFeed

20-Bagger im Joghurtbecher - Kri-Kri Milk: ein griechischer Exportschlager
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Kri-Kri Milk Industry 30,10 EUR +1,01 % Lang & Schwarz
ACATIS Small Diamonds A 108,61 EUR -0,05 % Baader Bank

Ein griechischer, schuldenfreier Familienbetrieb wächst seit mehr als zehn Jahren mit rund 20% pro Jahr profitabel, erzielt dabei erstklassige Margen und dennoch hat in kaum ein internationaler Analyst auf dem Schirm?

 

Zwei Kurven zeigten die letzten Wochen steil nach oben. Das eine waren die sommerlichen Temperaturen in Deutschland, das andere ist die Kursentwicklung eines kleinen griechischen Familienunternehmens, das seit vielen Jahren mit Joghurt und Speiseeis beeindruckend wächst. Die Rede ist von Kri-Kri Milk Industries – einem Titel, den wir im ACATIS Small Diamonds seit Fondsauflage im Portfolio halten und der unseren Anlegern seither über 70 Prozent Kursgewinn eingebracht hat. Doch die Geschichte hat gerade erst begonnen.

Kri-Kri ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Serres, im Norden Griechenlands. Was 1954 als kleine Eisdiele begann, ist heute der führende Exporteur von authentischem griechischen Joghurt und ein leiser, aber konsequenter Wachstumswert im europäischen Nebenwerte-Universum. Das gesamte Geschäft wird von einem einzigen, hochautomatisierten Werk in Serres bedient. Als dieses Werk an Weihnachten 2013 vollständig abbrannte, entschied sich die Familie Tsinavos gegen den simplen Wiederaufbau und für eine komplette technologische Neuaufstellung. Es war eine Weichenstellung, deren Kostenvorteile Kri-Kri bis heute Jahr für Jahr in Form höherer Margen zurückzahlt. Ergänzt wird dieser operative Vorsprung durch einen zweiten, weniger sichtbaren Vorteil.

Hochmodernes Werk in Serres - Nordgriechenland, Quelle: Kri-Kri Milk Industries

In wichtigen Absatzmärkten wird „griechischer Joghurt" als Herkunftsbezeichnung faktisch anerkannt und lässt sich damit von der breiten Konkurrenz nur schwer imitieren. Das ist der Grund, warum der Wettbewerb überwiegend auf „Greek Style" ausweicht – optisch ähnlich, mit Verdickungsmitteln nachgestellt, aber weder in Geschmack noch im natürlichen Proteingehalt vergleichbar. Kri-Kri liefert das Original, und zwar zu einem Preis, der oft nur die Hälfte dessen beträgt, was das etablierte Premium-Label Fage verlangt. Für den preissensiblen europäischen Konsumenten der letzten Inflationsjahre ist das eine unwiderstehliche Kombination.

Rund 80 Prozent der griechischen Milchproduktion stammen aus derselben Region wie die Fabrik. Diese Nähe verkürzt Transportwege, senkt Kosten und sichert Qualität – ein struktureller Standortvorteil, der sich kaum kopieren lässt. Dazu kommen im europäischen Vergleich niedrige Lohnkosten und eine schlanke Kostenstruktur ohne nennenswertes Marketingbudget. In Summe ergibt das für einen kleinen Lebensmittelproduzenten Gewinnmargen, wie man sie sonst nur von den Giganten der Branche wie Nestlé, PepsiCo oder Danone kennt, denn in der Regel haben die großen Supermarktketten eine beachtliche Preissetzungsmacht gegenüber ihren Zulieferer - außer man hat ein unverzichtbares Angebot.

Denn die Preissetzungsmacht zeigt sich noch an einer zweiten Stelle im Geschäftsmodell. Kri-Kri ist nicht nur mit der eigenen Marke im Regal, sondern zugleich einer der wichtigsten europäischen Auftragsproduzenten für Handelsmarken. In einem normalen Zulieferverhältnis wäre das ein Klotz am Bein, weil Retailer über Private-Label-Verträge klassischerweise die Preise drücken. Nur ist authentischer griechischer Joghurt in industrieller Skalenqualität ein rares Gut, und die Zahl der Hersteller, die diese Nachfrage überhaupt bedienen können, lässt sich an einer Hand abzählen. Wer als Supermarktkette ein glaubwürdiges Greek-Yogurt-Regal aufbauen will, kommt an Kri-Kri kaum vorbei. Das kehrt das klassische Machtgefälle in dieser Nische um und öffnet zugleich eine zweite, weniger sichtbare Wachstumsquelle – denn selbst wenn der Verbraucher am Ende zur günstigeren Handelsmarke greift, klingelt in vielen Fällen trotzdem die Kasse in Serres.

Auf Konzernebene entfallen rund 83% des Umsatzes auf Joghurt und rund 17% auf Speiseeis. Zum eigentlichen Treiber wurde das Auslandsgeschäft, dessen Anteil in den letzten zehn Jahren von 18% auf über 60% gestiegen ist. Und während das Unternehmen auf dem Heimatmarkt bereits einen Marktanteil von 14% am gesamten Joghurtmarkt hat, liegt der Anteil am europäischen Gesamtmarkt erst bei etwa 1%.

Kri-Kri hat sich in dieser Zeit vom lokalen Molkereibetrieb zu einem exportgetriebenen europäischen Wachstumswert entwickelt. Die wichtigsten Auslandsmärkte sind heute Italien und das Vereinigte Königreich – im UK-Geschäft lag das Wachstum 2025 bei 63 Prozent, in Italien bei 25 Prozent. Ergänzt wird das Wachstum durch bewusste Portfolioerweiterungen in profitablere Nischen wie Kinderprodukte, laktosefreie Varianten und High-Protein-Joghurts. Griechischer Joghurt wurde nicht für den Protein-Trend erfunden – aber der Protein-Trend hat ihn dennoch gefunden.

Der Wachstumspfad in Europa ist damit auf Jahre hinaus offen.

Dieser Wachstumsmarkt führte bereits in den letzten 10 Jahren zu einem Wachstum von rund 20% p.a. bei Umsatz und Nettogewinn. Möglich wurde das auch durch eine ausgesprochen disziplinierte Bilanzpolitik. Kri-Kri ist praktisch schuldenfrei und finanziert die eigene Expansion aus dem operativen Cashflow.

Inzwischen wächst die Nachfrage schneller, als das Werk nachliefern kann. Über 50 Millionen Euro fließen deshalb in eine Verdopplung der Produktionskapazität bis 2027. Wie viel Dynamik dahintersteckt, zeigt das erste Quartal 2026 mit einem Umsatzplus von 35% und einem nahezu ver-doppelten Nettogewinn. Für das Gesamtjahr stellt das Management erneut ein Umsatzplus von rund 19% und einen Anstieg des operativen Ergebnisses um über 40% in Aussicht.

Die Kursgewinne der letzten Jahre sowohl auf die fundamentale Unternehmenswertsteigerung als auch zum Teil auf eine Bewertungsausweitung zurückzuführen. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt zwar auf historisch hohem Niveau (siehe Grafik), wird aber von strukturell steigenden Kapitalrenditen getragen.

Historische Entwicklung des Unternehmenswerts (blaue Balken) und Bewertung der Aktie über die letzten 15 Jahre, Quelle: ACATIS Investment, eigene Berechnung

Wer heute einsteigt, zahlt keinen Schnäppchenpreis mehr, sondern mit einem KGV von rund 15 für die nächsten 12 Monate eine faire Bewertung ein Geschäftsmodell mit zweistelligen Wachstumsraten, dessen Kapazitätsausbau die nächste Stufe bereits vorbereitet.

Aus einem kleinen griechischen Molkereibetrieb ist über viele Jahre beständiger Unternehmensführung ein europäischer, hochprofitabler Wachstumswert geworden und der Aktienkurs hat sich über all die Jahre mehr als verzwanzigfacht. Eben ein 20-Bagger im  Joghurtbecher mit weiterhin guten Geschäftsaussichten vorallem an den besonders heißen Tagen.

Genau die Art von Unternehmen, die wir im ACATIS Small Diamonds gerne auch die nächsten 15 Jahre halten.

Über den Autor: David Houdek ist seit 20 Jahren Value-Investor aus Leidenschaft und bei ACATIS Investment der Fondsmanager des ACATIS Small Diamonds. Selbst mit einem Großteil seines Vermögens im Fonds investiert, sucht er in den Weiten des Aktienuniversums nach unbekannten Weiter-so-Aktien - unterbewerteten Qualitätsunternehmen abseits des Mainstreams die noch für viele Jahre ihre erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortsetzen können. Folgen Sie David Houdek auf LinkedIn für weiteren Content rund um Aktien, Börse und Investieren.

Disclaimer: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Veranschaulichung unseres Investmentprozesses und stellt keine Anlageberatung dar. ACATIS kann in dem besprochenen Unternehmen investiert sein – es kann daher ein Interessenkonflikt bestehen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird trotz sorgfältiger Recherche keine Gewähr übernommen.

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