Die Logistikaktien HHLA, Maersk und Hapag-Lloyd liegen im Vergleich zum Monatsbeginn im Plus. Ist das der Rebound für die gebeutelte Logistik-Branche?

Die Ampelregierung hat eine chinesische Beteiligung am Hamburger Hafenlogistikdienstleister HHLA mit Einschränkungen genehmigt. Statt 35 Prozent darf die chinesische Staatsreederei Cosco jetzt nur 24,9 Prozent des Hafendienstleisters erwerben und soll vertragliche Einschränkungen in Bezug auf Vetorechte bei Personal- und Geschäftsentscheidungen haben. Zudem darf sie keine Geschäftsführer benennen. Beide Parteien hatten die Kauf- Vereinbarung bereits im September 2021 geschlossen, woraufhin das Wirtschaftsministerium diese überprüft hatte.

Die Aktie des Hamburger Logistikdienstleisters reagierte prompt auf die Ankündigung: Laut Handelsblatt Börse liegt sie im Vergleich zum Wochenanfang heute 3,97 Prozent im Plus und notiert aktuell bei 12,06 Euro. Dabei befand sich der Titel seit Jahresbeginn im Abwärtstrend und hat seither mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei 7,47.

Auch die Aktien anderer Logistikdienstleister sind zuletzt wieder auf die Gewinnspur zurückgekehrt. So etwa die dänische Unternehmensgruppe Moller-Maersk, die im Bereich Transport und Logistik aktiv ist und die größte Containerschiff-Reederei der Welt besitzt. Der Titel liegt im Vergleich zum Jahresanfang zwar immer noch knapp 32 Prozent im Minus, legte seit Ende September aber bereits um mehr als 13 Prozent zu. Aktuell notiert die Aktie bei 2.026 Euro. Das geschätzte KGV ist mit 1,4 relativ günstig.

Die Aktie des Hamburger Transport- und Logistikunternehmens Hapag-Lloyd macht ebenfalls Gewinne: Im Vergleich zum 30. September liegt sie mit einem Kurswert von 196 Euro rund zwölf Prozent im Plus. Aber auch sie machte in den vergangenen Monaten große Verluste. Zwischenzeitlich fiel der Titel von seinem letzten Höchststand am 4. August von 2.890 Euro auf 1.773 Euro am 29. September. Das geschätzte KGV liegt bei 2,29.

Doch trotz der jüngsten Erholungstendenzen bleiben die Aussichten für die Logistikbranche eingetrübt, meint Analyst Patrick Creuset von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Er rechnet mit einem mehrjährigen Abwärtszyklus der Logistikbranche und einer neuen Normalität, die schlechter sein könnte als 2019 vor der Pandemie. Das geht aus einer Mitte September veröffentlichten Branchenstudie hervor. Die Reederei Hapag-Lloyd sei zwar ähnlich gut positioniert wie der Konkurrent Maersk, aber im Vergleich deutlich überbewertet. Das Kursziel der Hapag-Lloyd-Aktie setzt der Analyst auf 130 Euro herab.

(sesch) für die wallstreet:online Zentralredaktion


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