BLOOM ENERGY A WKN: A2JQTG ISIN: US0937121079 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
JPMorgan traut Bloom deutlich mehr zu JPMorgan-Analyst Mark Strouse beließ sein Rating bei „Overweight“, hob das Kursziel aber von 267 auf 346 Dollar an. Strouse erweiterte dafür seinen Analysehorizont bis 2030 und rechnet damit, dass Bloom Energy im Produktsegment 4,1 Gigawatt liefern kann. Seine Basis dafür: bereits unterschriebene Verträge, darunter eine ausgeweitete Partnerschaft mit Brookfield. Der Analyst griff zudem eine Sorge auf, die den Kurs zuletzt belastet hatte. Scandium gilt als kritischer Rohstoff für die Keramik-Elektrolyte in jeder Bloom-Brennstoffzelle. JPMorgan verweist darauf, dass die verfügbare Versorgung Berichten zufolge eine Jahresproduktion von bis zu 25 Gigawatt stützen könnte. Der Markt reagierte prompt. Am Dienstag stieg die Aktie zeitweise um 16,4 Prozent. Mittwoch schloss sie bei 195,60 Euro — nach einem Tagesminus von 1,61 Prozent liegt sie damit rund 37 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 308,50 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde.
Der Chart von Bloom Energy hat sich massiv eingetrübt. Der Kurseinbruch von über 15 % an einem einzigen Handelstag ist ein klares Warnsignal. Damit wurde nicht nur kurzfristig Vertrauen zerstört, sondern auch mehrere technische Unterstützungen unter hohem Volumen nach unten durchbrochen. Solche Bewegungen sprechen häufig für institutionelle Verkäufe und nicht lediglich für Gewinnmitnahmen privater Anleger. Besonders kritisch ist, dass sich der Kurs inzwischen deutlich von seinen jüngsten Hochs entfernt hat und eine Serie tieferer Hochs sowie tieferer Tiefs ausbildet. Genau dieses Muster gilt in der Charttechnik als klassischer Abwärtstrend. Jeder Erholungsversuch wurde zuletzt schnell wieder verkauft. Käufer scheinen aktuell kaum bereit zu sein, höhere Kurse nachhaltig zu akzeptieren. Zusätzlichen Druck erzeugte der Bericht des Leerverkäufers Huntington (Hunterbrook). Dieser wirft Bloom Energy unter anderem vor, Umsätze und die tatsächliche Nachfrage nach den Produkten deutlich positiver darzustellen, als sie in Wirklichkeit seien. Außerdem werden Fragen zur Bilanzierung, zu den Geschäftsbeziehungen mit Kunden und zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells aufgeworfen. Besonders problematisch ist der Vorwurf, dass ein Teil der Umsätze stark von Finanzierungskonstruktionen und komplexen Vertragsmodellen abhängig sein könnte. Leerverkäufer wie Huntington verfolgen zwar ein finanzielles Eigeninteresse an fallenden Kursen, dennoch werden solche Berichte von institutionellen Investoren sehr ernst genommen. Selbst wenn sich einzelne Vorwürfe später als unbegründet herausstellen sollten, reicht bereits die Unsicherheit häufig aus, damit Fonds ihre Positionen reduzieren oder vorerst keine neuen Käufe tätigen. Erschwerend kommt hinzu, dass Bloom die Vorwürfe nach Veröffentlichung zwar entschieden zurückgewiesen hat, viele der detaillierten Kritikpunkte jedoch aus Sicht einiger Marktteilnehmer nicht Punkt für Punkt öffentlich widerlegt wurden. Dadurch bleibt ein Unsicherheitsfaktor bestehen. Solange Anleger keine vollständige Klarheit erhalten, könnte der Bewertungsabschlag anhalten. Charttechnisch befindet sich die Aktie nun in einer äußerst kritischen Lage. Das hohe Verkaufsvolumen deutet darauf hin, dass größere Marktteilnehmer ausgestiegen sein könnten. Sollte der Verkaufsdruck anhalten, könnten weitere Stop-Loss-Kaskaden ausgelöst werden, was den Abwärtstrend zusätzlich beschleunigen würde. Auch das Sentiment hat sich deutlich verschlechtert. Aus einer zuvor wachstumsorientierten Wasserstoff-Story ist kurzfristig ein Wert geworden, bei dem viele Investoren zunächst Risiken statt Chancen sehen. Solange die Vorwürfe im Raum stehen und das Unternehmen das Vertrauen des Marktes nicht vollständig zurückgewinnt, dürfte jede Erholung auf erheblichen Verkaufsdruck treffen. Aus rein charttechnischer Sicht bleibt das Bild daher klar negativ. Erst eine nachhaltige Bodenbildung mit deutlich steigenden Umsätzen auf der Käuferseite sowie eine überzeugende Entkräftung der Vorwürfe könnten den Trend wieder drehen. Bis dahin überwiegen aus heutiger Sicht die Risiken gegenüber den Chancen. Wichtig ist außerdem: Die Vorwürfe von Huntington sind bislang Vorwürfe und keine gerichtlich festgestellten Tatsachen. Anleger sollten sowohl den Bericht der Leerverkäufer als auch die Stellungnahmen des Unternehmens berücksichtigen und sich ein eigenes Bild machen.
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