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Angriff aus dem All

AT&T bricht nach Musks Frequenzcoup ein 09.10.2026, 16:22 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Ein Frequenzkauf aus dem Hause SpaceX erschüttert die US-Mobilfunkbranche. Die Aktie von AT&T fiel im frühen US-Handel am Freitag um rund acht Prozent; hierzulande kostete das Papier zuletzt gut 20,50 Euro und damit rund sieben Prozent weniger als am Donnerstagabend. Unter Aktionären sorgt der erneute Vorstoß des Tech-Milliardärs Elon Musk eher für Verdruss als für Panik.

SpaceX sichert sich das 800-Megahertz-Band

Auslöser des Kursrutsches: SpaceX hat von der Investmentfirma Grain Management Lizenzen im 800-Megahertz-Bereich übernommen. Die Low-Band-Frequenzen decken nahezu die gesamte US-Bevölkerung ab, frei geworden waren sie nach einem Frequenztausch zwischen Grain und T-Mobile im August. Einen Kaufpreis nannte SpaceX zunächst nicht, Berichten zufolge geht es um rund acht Milliarden Dollar. Musk selbst sprach vom letzten entscheidenden Baustein für eine flächendeckende Mobilfunkversorgung in Amerika.

Getroffen wurde die gesamte Branche: Verizon notiert hierzulande rund 6,5 Prozent tiefer bei knapp 38,65 Euro, T-Mobile US verlor gegenüber dem Vorabend gut neun Prozent auf rund 138,70 Euro. Die Mutter Deutsche Telekom hat ihr Minus im Tagesverlauf auf gut acht Prozent ausgeweitet und bildet das Schlusslicht im DAX. Aus Aktionärssicht ist das Muster vertraut: Schon im vergangenen Jahr hatte SpaceX Frequenzen vom Satellitenbetreiber EchoStar übernommen und die Branche aufgeschreckt. Dass Musks Pläne nun erneut alle Anbieter zugleich belasten, wird entsprechend gereizt kommentiert. Beifall findet allerdings auch, dass der Milliardär die etablierten US-Konzerne unter Druck setzt.

Signal durch Wände statt Antenne auf dem Dach

Bislang benötigen Starlink-Kunden eine eigene Empfangsantenne mit freier Sicht zum Satelliten. Mit den neuen Lizenzen könne das Signal auch durch Wände dringen und gewöhnliche Smartphones erreichen, betont SpaceX. Genau hier setzen die Zweifel auf Anlegerseite an: In Ballungsräumen mit dichter Bebauung dürfte das Konzept an seine Grenzen stoßen.

Deshalb funktioniert es trotzdem nicht in Städten. Zu dichte Bebauung

Ob Musks Versprechen, die USA komplett abzudecken, auch in New York oder Chicago trägt, bleibt damit die offene Flanke des Angriffs. In den weiten ländlichen Regionen, in denen es bislang kein mobiles Internet gibt, könnte das Angebot dagegen eine Lücke schließen.

Ohne FCC-Segen kein Netz am Boden

Noch ist der Weg zum vollwertigen Mobilfunkanbieter weit. SpaceX wartet zunächst auf die Erlaubnis der US-Telekom-Aufsicht FCC, das Satelliten-Internet mit einem terrestrischen Netz zu kombinieren. Bei Bernstein Research hieß es, der Frequenzerwerb bedeute noch keine Verpflichtung, ein landesweites Mobilfunknetz aufzubauen – die Option werde aber glaubwürdiger und günstiger. Bei Jefferies wird erwartet, dass SpaceX dafür Funkmasten benötigen und als zusätzlicher Mieter auf bestehenden Standorten auftreten könnte. Entsprechend gefragt sind Betreiber wie American Tower, die hierzulande gut sieben Prozent auf knapp 159,50 Euro zulegen. Der Satelliten-Rivale AST SpaceMobile verliert dagegen rund sieben Prozent, und auch die SpaceX-Aktie hat ihre vorbörslichen Gewinne von zeitweise rund vier Prozent weitgehend wieder abgegeben.

Aus Anlegersicht relativiert vor allem der Zeitfaktor den Kursrutsch: Bis das Thema für die Geschäftszahlen der etablierten Anbieter tatsächlich spürbar werde, dürften noch Jahre vergehen, lautet der Einwand. Der Ton bleibt damit gemischt – Ärger über den erneuten Rückschlag trifft auf die Einschätzung, dass der Markt der Wirklichkeit vorauseilen könnte.

Bn-Redaktion/sb
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