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Halber Erfolg

BioNTech rutscht nach Brustkrebs-Studie ab 26.10.2026, 13:17 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Halber Erfolg: BioNTech rutscht nach Brustkrebs-Studie ab
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Formal hat BioNTech sein Ziel erreicht, an der Börse kommt die Nachricht trotzdem als Rückschlag an. Die globale Phase-3-Studie DYNASTY-Breast02 mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Pamirtecan hat ihren primären Endpunkt zwar getroffen, der Vorteil gegenüber einer Chemotherapie fällt aber nur moderat aus. Die Aktie startete mit rund 80,90 Euro freundlich in den Tag, rutschte nach der Meldung zeitweise bis auf 75 Euro ab und kostete zuletzt 77,05 Euro – rund 2 Prozent weniger als am Freitag.

Hauptziel erreicht – der Nutzen bleibt begrenzt

In der Studie mit 541 Patientinnen und Patienten mit HR-positivem, HER2-low metastasiertem Brustkrebs verlängerte der gemeinsam mit dem chinesischen Partner DualityBio entwickelte Wirkstoff das progressionsfreie Überleben statistisch signifikant. Die Daten zum Gesamtüberleben sind noch nicht ausgereift. Bemerkenswert offen fällt die Einordnung der Unternehmen selbst aus: Der potenzielle Nutzen für Betroffene wäre angesichts der verfügbaren Behandlungen begrenzt. Über die nächsten Schritte wollen beide Partner erst noch beraten. Hinzu kommt eine höhere Rate an interstitiellen Lungenerkrankungen als in früheren Studien, darunter einzelne schwerwiegende und tödliche Fälle.

Unter Aktionären wird der Kursrutsch denn auch unmittelbar mit dem Kandidaten BNT323 in Verbindung gebracht. Der Tenor ist skeptisch: Mit jedem Dämpfer dieser Art schmölzen die fundamentalen Argumente für die Aktie weiter dahin, lautet ein Einwand. Mit spürbarem Sarkasmus wird zudem auf die nächsten Pipeline-Kandidaten BNT327 und BNT316 verwiesen, mit denen es dann ja irgendwann klappen werde.

Frische Lungenkrebs-Daten verpuffen

Dass die Enttäuschung so stark durchschlägt, liegt auch daran, dass gute Nachrichten zuletzt kaum Wirkung zeigten. Erst am Wochenende hatten BioNTech und Bristol Myers Squibb erste Phase-2-Daten zum bispezifischen Antikörper Pumitamig bei vorbehandeltem Lungenkrebs vorgelegt, die als ermutigend beschrieben wurden. Am Montag rückten sie neben der Brustkrebs-Studie in den Hintergrund.

Aus Anlegersicht drängt sich der Vergleich mit Moderna auf, dessen Krebsimpfstoff-Daten in der Vorwoche für Aufsehen gesorgt hatten. Der Unterschied liege in der Aussagekraft, wird dagegengehalten: Moderna habe einen großen, randomisierten Phase-3-Erfolg vorgelegt, die Pumitamig-Daten stammten dagegen aus einer kleinen, einarmigen Phase-2-Studie – der Markt müsse beides deshalb nicht gleich bewerten. Ob eine frühere Behandlung mit Pumitamig bessere Ergebnisse brächte, wird ebenfalls diskutiert, eher als Frage denn als Gewissheit.

Die Aktie nähert sich dem Jahrestief

Für die Aktie ist der Montag ein weiterer Schritt in einem langen Abwärtstrend. Vor einem Jahr notierte sie noch bei gut 90 Euro, das Jahreshoch lag bei gut 103 Euro. Mit dem Tagestief von 75 Euro ist das Jahrestief von rund 73 Euro nicht mehr weit entfernt. Unter langjährigen Aktionären überwiegt Ernüchterung, wobei das Potenzial des Unternehmens nicht grundsätzlich bestritten wird.

Die andern schauen seit dem Abverkauf von Corona genauer hin und erkennen zwar das Potenzial, aber auch die großen Schwierigkeiten und Probleme in denen das Unternehmen gerade steckt, und das kann man wirklich nicht schönreden.

Wie es mit Trastuzumab Pamirtecan weitergeht, dürfte sich erst nach den Beratungen mit DualityBio zeigen. Der Wirkstoff wird parallel in einer weiteren Phase-3-Studie bei Gebärmutterkrebs getestet, deren Ergebnisse für die Einschätzung des Programms wichtig werden könnten. Bis dahin bleibt der Ton auf Aktionärsseite gedämpft: Viel Vertrauensvorschuss scheint nach den vergangenen Monaten nicht mehr vorhanden zu sein.

Bn-Redaktion/sb
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