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Rekord in Taiwan

Nvidia-Fertiger TSMC übertrifft eigene Prognose 08.10.2026, 15:21 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
NVIDIA 210,23 EUR -0,91 % Baader Bank
Taiwan Semiconductor Manufacturing 414,00 EUR -2,07 % Lang & Schwarz
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TSMC meldet ein Rekordquartal. Von Juli bis September setzte der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter rund 1,49 Billionen Taiwan-Dollar um, umgerechnet knapp 47 Milliarden US-Dollar – mehr als das obere Ende der eigenen Prognose von 45,8 Milliarden Dollar. An der Börse bleibt die Begeisterung dennoch aus: Nvidia-Aktien geben am Nachmittag 0,8 Prozent auf 210,38 Euro nach, die Papiere von Taiwan Semiconductor Manufacturing verlieren knapp 1 Prozent auf 418 Euro. Unter Anlegern steht einmal mehr die Bewertungsfrage im Mittelpunkt.

September bringt einen kleinen Knick

Allein im September erlöste TSMC 511,86 Milliarden Taiwan-Dollar, rund 16 Milliarden US-Dollar. Das sind 54,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – gegenüber dem Rekordmonat August aber 0,6 Prozent weniger. Dem starken Jahresvergleich steht damit ein leichter Rückgang zum Vormonat gegenüber. Die Nvidia-Aktie liegt trotz des heutigen Minus auf Wochensicht noch gut 4 Prozent im Plus, binnen eines Jahres hat sie gut ein Viertel zugelegt.

Aus Anlegersicht passt der Knick in eine Debatte, die weniger um Umsätze als um den Preis der Aktie kreist. Kurs-Skeptiker halten Nvidia derzeit für überbewertet; nach dem steilen Anstieg müsse der Kurs erst einmal „abspecken“. Dem wird entgegengehalten, die Aktie sei nach heutigem Stand nicht zu teuer, weil das Wachstum des Konzerns schneller laufe als jede Bewertungssorge. Zu diesem Punkt ist die Stimmung klar gespalten.

Nvidia sichert sich Kapazitäten für 279 Milliarden Dollar

Hinter den Zahlen steht der anhaltende Investitionsboom rund um künstliche Intelligenz. TSMC fertigt Chips für Nvidia ebenso wie für Apple, mehr als die Hälfte des Umsatzes entfällt inzwischen auf Hochleistungsrechner, zu denen auch KI-Beschleuniger zählen. Nvidia hat seine Liefer- und Kapazitätszusagen zuletzt binnen eines Quartals von 119 auf 279 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Für das Gesamtjahr stellt TSMC ein Umsatzplus von etwas mehr als 40 Prozent in Dollar in Aussicht.

Dass der KI-Boom real ist, bestreiten auf Aktionärsseite selbst die Zweifler nicht: Künstliche Intelligenz sei kein bloßer Hype, sondern längst da. Der Einwand zielt auf die Konzentration – wenige Konzerne trügen das Wachstum, daraus entstehe ein Klumpenrisiko, das eng an die Konjunkturdaten gekoppelt sei. Langfristig orientierte Aktionäre halten dagegen, Konzentration sei nicht automatisch ein Risiko, breite Streuung schmälere vor allem die Rendite. Die Fronten wirken in dieser Frage verhärtet.

Quartalszahlen werden zum nächsten Prüfstein

Kommende Woche legt TSMC die vollständigen Quartalszahlen vor. Dann dürfte sich zeigen, ob Marge und Ausblick mit dem Umsatztempo mithalten können – für die Bruttomarge hatte das Unternehmen eine Spanne von 65 bis 67 Prozent angegeben. Wie mit dem Kursrisiko bis dahin umzugehen ist, wird unter Investoren unterschiedlich beantwortet. Wer seit Jahren dabei ist, verweist auf den kräftigen Rückschlag im vergangenen Jahr, der ausgesessen worden sei; wer laufen lasse, brauche vor allem Nerven.

Wenn man es richtig anstellt, dann überlebt einen das Depot sogar noch. Das Depot wächst schneller als die Höhe der Entnahmerate.

Die Gegenseite sieht darin weniger eine Strategie als eine Wette auf einen einzelnen Wert: Gewinne zu sichern sei Disziplin und kein Zocken, zumal ein deutlicher Rückschlag erst noch bevorstehen könne. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen gelassener Langfrist-Zuversicht und wachsender Sorge vor einer Korrektur.

Bn-Redaktion/sb
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