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Rekordübernahme

Schneider Electric bricht nach PTC-Kauf ein 05.10.2026, 10:38 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Schneider Electric 273,08 EUR -10,11 % Lang & Schwarz
PTC 174,00 EUR +36,47 % Lang & Schwarz
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Schneider Electric stemmt die größte Übernahme seiner Geschichte. Für den US-Softwarespezialisten PTC legen die Franzosen 22,6 Milliarden Dollar (20,1 Milliarden Euro) auf den Tisch – die eigenen Aktionäre quittieren das mit einem Kursrutsch. Lag das Minus am Morgen noch bei gut 7 Prozent, hat es sich inzwischen auf knapp 9 Prozent ausgeweitet. Die Aktie kostet nur noch rund 276 Euro, nachdem sie am Freitag bei knapp 304 Euro aus dem Handel gegangen war.

Schneider zahlt 42 Prozent Aufschlag

Je PTC-Aktie bietet der Industrie- und Elektrotechnikkonzern 205 Dollar in bar. Das entspricht einer Prämie von 42 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag und von 46 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage. Die US-Investmentbank Jefferies rechnete vor, dass der Preis PTC mit dem 21-Fachen des für 2027 erwarteten operativen Ergebnisses (Ebita) vor Synergien bewertet – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung.

Diesen Preis will Schneider über Synergien rechtfertigen: Ab dem dritten Jahr sollen die jährlichen Kosten im fusionierten Konzern um 250 Millionen Euro sinken, beim Umsatz erhofft sich das Management zusätzliche 800 Millionen Euro. Konzernchef Olivier Blum spricht vom umfassendsten Software- und KI-Unternehmen der Branche. Abgeschlossen werden soll die Transaktion bis zum dritten Quartal 2027.

KI-Sorgen hatten PTC zuvor billig gemacht

Hinter dem Deal steht ein Thema, das den Softwaresektor seit Monaten belastet: An der Börse wächst die Sorge, klassische Softwareanbieter könnten im Wettbewerb mit neuen KI-Angeboten das Nachsehen haben. Auch PTC, bekannt für Programme zur Produktentwicklung und zum Datenmanagement in der Industrie, hatte binnen zwölf Monaten fast 30 Prozent an Wert verloren. Bei Jefferies hieß es, Schneider bekomme PTC dadurch zu einer historisch günstigen Bewertung; gleichwohl berge das Geschäft Risiken beim Zeitplan und bei den angestrebten Synergien.

Für PTC-Aktionäre hat sich das Blatt damit über Nacht gewendet. Das Papier springt um rund 35 Prozent auf knapp 173 Euro und notiert damit noch unter dem umgerechneten Angebotspreis von rund 183 Euro.

Deutsche Softwarewerte ziehen mit

Der Milliardenkauf strahlt auch auf den heimischen Markt aus. Investoren griffen nach der Ankündigung bei Software-Papieren zu, wenngleich ein Teil der frühen Gewinne inzwischen wieder abgegeben wurde. Nemetschek, zeitweise mit fast 3 Prozent Plus an der MDax-Spitze, liegt aktuell nur noch knapp 1 Prozent höher bei rund 62 Euro. Teamviewer gewinnt gut 2 Prozent auf 6,53 Euro, SAP hält sich mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent bei rund 185 Euro.

Übernahmetour an der Schnittstelle von Hard- und Software

Schneider ist wie Rivale Siemens stark in der Automatisierung von Industrieanlagen vertreten und kauft seit geraumer Zeit gezielt dort zu, wo Hardware und Software zusammenwachsen. Erst vor Kurzem hatten die Franzosen die Übernahme des Heimautomatisierers Shelly Group für 1,2 Milliarden Euro vereinbart. Finanziell kann sich der Konzern solche Schritte leisten: Als Profiteur des KI-Booms erzielte er im vergangenen Jahr knapp 4,2 Milliarden Euro Nettogewinn, für das laufende Jahr werden 5,5 Milliarden Euro erwartet.

Trotz des heutigen Einbruchs bleibt die Aktie seit Jahresbeginn deutlich im Plus, über fünf Jahre hat sich der Kurs fast verdoppelt. Mehr Details zur Integration könnte bereits der 16. Oktober liefern: Auf diesen Termin hat Schneider die Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal vorgezogen.

Bn-Redaktion/sb
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