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Starlink greift an

SpaceX-Deal reißt Telekom ins Minus 09.10.2026, 08:42 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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T-Mobile US 142,00 EUR -7,05 % Quotrix Düsseldorf
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Elon Musk greift mit SpaceX nach dem US-Mobilfunkmarkt. Der Raumfahrtkonzern will mit eigenen Frequenzen und seinen Starlink-Satelliten zum landesweiten Netzbetreiber werden – das trifft die etablierten Anbieter hart. Die Aktie der Deutschen Telekom fällt am Freitagmorgen auf rund 25,50 Euro und liegt damit gut 5 Prozent unter dem Vortagesschluss; vorbörslich war sie der größte Verlierer im Dax. Unter Aktionären ist der Ton gereizt, an der Tragfähigkeit von Musks Plänen werden aber auch deutliche Zweifel angemeldet.

SpaceX kauft Frequenzen aus früherem T-Mobile-Besitz

SpaceX hat sich 14 Megahertz Spektrum im 800-Megahertz-Band gesichert – ein landesweites Niedrigband, das Funksignale auch durch Wände ins Gebäudeinnere tragen soll. Verkäufer ist der Finanzinvestor Grain Management, der genau diesen Frequenzblock erst im Sommer von T-Mobile US übernommen hatte. Die US-Regulierungsbehörde FCC muss noch zustimmen. Bislang nutzt Starlink für den Handyempfang per Satellit die Frequenzen von Partnern wie T-Mobile.

Auf Aktionärsseite wird gerade diese Herkunft mit Spott quittiert: Musk kaufe im Grunde nur ausrangierte Frequenzen der Telekom-Tochter. Dass SpaceX überhaupt zusätzliches Spektrum erwerben müsse, zeige, dass Starlink allein nicht konkurrenzfähig sei. Ein flächendeckendes Netz aufzubauen, verschlinge Milliarden – Arbeit, die andere über Jahrzehnte erledigt hätten. Die Stimmung zu diesem Punkt pendelt zwischen Trotz und Häme.

Zweifel an der Physik hinter Starlink Mobile

SpaceX selbst setzt darauf, dass die meisten heutigen Smartphones das 800-Megahertz-Band bereits unterstützen. Erst vor wenigen Tagen hatte die FCC Pläne für bis zu 15.000 Satelliten gebilligt, die direkt mit Endgeräten kommunizieren sollen. Schon 2025 hatte SpaceX für rund 17 Milliarden Dollar Spektrum von EchoStar gekauft.

Mehrere Anleger halten das Versprechen eines vollwertigen Satelliten-Mobilfunks dennoch für technisch überzogen. Gezweifelt wird vor allem daran, dass ein Signal aus großer Höhe zuverlässig in Häuser und Autos gelangt.

Muss mir mal jemand zeigen wie man im 800MHz Mobilfunk durch ein Dach dann noch über 500km zum Satelliten schaffen soll.

Gerade die Gebäudeabdeckung ist es allerdings, die SpaceX mit dem neuen Niedrigband verbessern will. Skeptiker halten dagegen, physikalische Grenzen ließen sich auch mit noch so viel eingesammeltem Kapital nicht aushebeln. Der Blick auf Musks Mobilfunkpläne bleibt damit überwiegend ungläubig.

T-Mobile US zieht die Mutter mit nach unten

Für die Telekom ist der Angriff besonders heikel, weil die mehrheitlich gehaltene US-Tochter den Großteil zum Konzernergebnis beiträgt. T-Mobile US verliert hierzulande rund 6,4 Prozent auf 142,90 Euro. Auch die übrigen US-Netzbetreiber stehen unter Druck: Verizon gibt 5,5 Prozent auf gut 39 Euro ab, AT&T hatte bereits nachbörslich in New York 6,6 Prozent eingebüßt und notiert bei rund 20,60 Euro. Die SpaceX-Aktie legte am Morgen dagegen um gut 3 Prozent zu.

Aus Anlegersicht ist das Muster bekannt: Wieder einmal sei es das US-Geschäft, das den Kurs der Mutter belaste. Die goldenen Zeiten von T-Mobile US könnten schneller zu Ende gehen als gedacht, heißt es, zumal Musk offenbar in jeder Branche den Takt vorgeben wolle. Dass die Börse schlicht überreagiere, ist die Gegenposition – sie findet derzeit allerdings wenig Widerhall.

Telekom-Aktie verliert binnen Jahresfrist ein Siebtel

Vor einem Jahr kostete die Telekom-Aktie noch knapp 29,70 Euro, das Hoch der vergangenen zwölf Monate lag bei 34,15 Euro. Mit dem heutigen Minus schrumpft der Abstand zum Jahrestief von 23,81 Euro auf weniger als 2 Euro. Wie stark SpaceX den US-Markt tatsächlich aufmischen könnte, dürfte sich erst zeigen, wenn die FCC über den Frequenzkauf entschieden hat und erste Angebote auf dem Markt sind.

Unter langjährigen Aktionären macht sich derweil Ernüchterung breit. Als einziger Lichtblick gilt die Dividende, die bisherigen Kursziele der Analysten wirken angesichts der Kursentwicklung wie aus einer anderen Zeit. Die Stimmung ist damit eher resigniert als kämpferisch.

Bn-Redaktion/sb
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