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BMW auf Tief seit 2020 nach verdüstertem Jahresausblick 17.06.2026, 11:19 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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BMW 63,16 EUR -1,16 % Tradegate
Mercedes-Benz Group 47,27 EUR -0,74 % Quotrix Düsseldorf
STOXX Europe 600 Automobiles & Parts EUR (Price) 454,19 PKT -0,60 % TTMzero RT

(Aktuelle Kurse, weitere Details und Stimmen)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach deutlich reduzierten Jahreszielen von BMW DE0005190003 sind die Aktien des Autokonzerns am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren abgerutscht. Sie brachen zunächst um 11,5 Prozent ein, konnten den Verlust im weiteren Handelsverlauf aber eindämmen auf zuletzt minus 6 Prozent bei 63,82 Euro. Damit summiert sich der Kursrückgang im laufenden Jahr auf fast ein Drittel.

Der unerwartet eingetrübte Ausblick der Münchener belastete auch den europäischen Autosektor EU0009658681. So verbuchten die Papiere von Mercedes-Benz DE0007100000, Volkswagen DE0007664039, Porsche AG DE000PAG9113 und Stellantis NL00150001Q9 Kursabschläge zwischen 1,8 und 3 Prozent.

Wegen der Krise am chinesischen Automarkt und der Folgen des Nahostkriegs rechnet BMW für seine Autosparte in diesem Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge von 1 bis 3 Prozent. Bisher hatte das Management 4 bis 6 Prozent veranschlagt. Auch den Vorsteuergewinn im Konzern schätzt der neue Konzernchef Milan Nedeljkovic nun niedriger ein: Er soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich statt nur moderat sinken. Die Auslieferungen von Autos dürften 2026 leicht zurückgehen, statt auf Vorjahresniveau zu bleiben.

Analyst Jose Asumendi von JPMorgan sprach von einem "Weckruf für die Autobranche". Aus seiner Sicht muss BMW seine Strategie im Kompaktsegment in China komplett überdenken. Hier seien momentan alle europäischen Premiumhersteller preislich nicht konkurrenzfähig.

Henning Cosman von Barclays attestierte eine "dicke Margenwarnung". Das schiere Ausmaß spreche dagegen, dass die gesenkten Geschäftsziele als entlastendes Großreinemachen empfunden werde.

Eine Kürzung der Ziele sei zuletzt bereits erwartet worden, nachdem sich die Aktie nur noch unterdurchschnittlich entwickelt und der Autobauer ein lang geplantes Analystentreffen mit dem Vorstandschef gestrichen habe, bemerkte Deutsche-Bank-Analyst Tim Rokossa. Das Ausmaß der Warnung falle aber erheblich größer aus als erwartet - und unglücklicherweise habe die Telefonkonferenz mehr Fragen hinterlassen als Antworten gegeben.

Eine kleine Beruhigungspille verteilte derweil Christian Frenes von Goldman Sachs. Denn immerhin sei die Ausschüttungspolitik unverändert geblieben. BMW habe die Möglichkeit, die Aktienrückkäufe angesichts der schwachen Kursentwicklung aufzustocken. Diesbezüglich könnten die Markterwartungen sogar zu niedrig liegen. Dennoch rechnet auch er mit deutlich sinkenden Gewinnschätzungen des Marktes.

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