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Rheinmetall bleibt unter Druck - BofA kritisiert Portfolio 15.07.2026, 12:21 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Rheinmetall 965,65 EUR -1,15 % Lang & Schwarz

Eine kritische Bewertung des Portfolios von Rheinmetall DE0007030009 durch die Analysten der Bank of America (BofA) hat die Aktien des Rüstungskonzerns am Mittwoch belastet. Mit einem Minus von fast 2 Prozent auf 961 Euro gehörten sie zu den schwächsten Werten im Dax DE0008469008. Der deutsche Leitindex fiel zuletzt um 0,8 Prozent.

Bei den Papieren von Rheinmetall summieren sich die Kursverluste im laufenden Jahr mittlerweile auf gut 38 Prozent. Zwischenzeitliche Erholungsversuche verpufften letztlich immer wieder.

BofA-Analyst Benjamin Heelan bemängelte zur Wochenmitte den starken Fokus von Rheinmetall auf das Geschäft mit Waffen und Munition. Dieses bleibe in den Planungen des Rüstungskonzerns bis 2030 noch immer die größte Sparte. Aus Sicht von Heelan verändert sich die moderne Kriegsführung allerdings zunehmend. Drohnen und Systeme für Präzisionsschläge rückten zulasten klassischer Artillerie in den Fokus. Auf diese modernen Systeme dürften sich also auch die Investitionen der Nato-Staaten konzentrieren.

Angesichts der Nato-Pläne für Luftverteidigung und autonome Systeme dürften die Risiken für die mittelfristigen Ziele von Rheinmetall im Munitionsgeschäft steigen, schlussfolgerte Heelan. Er setzte bei seinen Schätzungen für dieses Segment den Rotstift an. Wegen des Gesamtportfolios von Rheinmetall behielt der BofA-Analyst zwar seine Kaufempfehlung bei, kappte das Kursziel aber deutlich von 1.770 auf 1.300 Euro.

Nach dem zuletzt schlechten Lauf der Rheinmetall-Aktien würde das neue Kursziel zwar immer noch Aufwärtspotenzial von gut einem Drittel bedeuten. Das Rekordhoch bei 2.008 Euro aus dem Oktober 2025 ist jedoch in weite Ferne gerückt. Im Januar dieses Jahres konnten sich die Aktien dieser Bestmarke noch einmal nähern, seitdem geht es für den Rüstungskonzern aber schrittweise abwärts - obwohl neben dem Ukraine-Krieg mit dem Nahost-Konflikt ein weiterer Treiber für die Branche hinzugekommen ist.

Bereits zu Monatsbeginn hatte Analyst David H Perry von der US-Bank JPMorgan auf schnelle Veränderungen in der Verteidigungstechnologie hingewiesen. Diese würden die Unsicherheit für Rheinmetall erhöhen, insbesondere wegen des Gewichts der Sparten rund um Waffen und Munition sowie Militärfahrzeuge. Zwar wage sich der Rüstungskonzern in neue Bereiche, unter anderem rund um Drohnen, Marineschiffe und sogar Satelliten. Hier habe Rheinmetall allerdings noch keine bedeutsame Tradition oder Erfahrung.

Jüngst musste Rheinmetall einen herben Rückschlag im neu zugekauften Marinegeschäft hinnehmen. Ende Juni beendete die Bundeswehr das Fregattenprojekt F126. Das beraube den Rüstungskonzern ausgerechnet seines "Kronjuwels", welches die Übernahme des Schiffsbauers Naval Vessels Lürssen (NVL) gerechtfertigt und die Prognosen für den Geschäftsbereich Marine bis 2030 untermauert habe, schrieb Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB Research damals.

Rieck betonte außerdem, genau wie BofA-Analyst Benjamin Heelan, dass veränderte Prioritäten der Nato zum Problem für Rheinmetall werden könnten. Traditionelle Landstreitkräfte seien zwar immer noch wichtig, aber die Mittel flössen vor allem in Luftverteidigung, weitreichende Waffen, Drohnen und Überwachung. Daher strich er vor einer Woche sogar seine Kaufempfehlung für Rheinmetall.

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